Wieder ein #Kulturausschuss, der wenige Förderakten auf der Tagesordnung hat: tatsächlich sind es eigentlich Ergänzungen für bestehende Förderungen für das QWien, das Tanzquartier, Brut und Tschauner und die jährliche Förderung für den Nestroypreis (letzteres war der einzige einstimmig beschlossene Akt in diesem Ausschuss).
Darüber hinaus gab eine emotionale Debatte zum Jahresbericht der Wiener Volkshochschulen GmbH und weniger Emotionales zu den Satzungsänderungen fürs Wien Museum.
Der Reihe nach:
Ad #QWien:
Wie zu erwarten, kam sowohl von ÖVP und noch aggressiver von FPÖ massive Kritik an der Nachförderung fürs QWIEN. Was sind die Fakten: Vor ca. einem Jahr wurde das QWIEN- Zentrum für queere Geschichte neu eröffnet. Die neuen Räumlichkeiten wurden NACH der Fertigstellung behördlich geprüft. Dabei haben sich Auflagen ergeben, die nun baulich ergänzt werden mussten: Kostenpunkt 78.000€. Die FPÖ kritisierte diese Vorgangsweise als unprofessionell, auch die ÖVP… Im Laufe der Debatte wurde eindeutig, dass es weniger, um den konkreten Akt geht, sondern – natürlich – um das QWIEN ansich. Sowohl FPÖ als auch ÖVP lehnen das QWIEN ab, halten es für ‚linksideologisch‘ und ‚nicht wissenschaftlich‘. Folglich stimmten sie gegen den Akt -wir erwarten dazu eine aggressiv-ideologische Debatte im kommenden Gemeinderat.
Ad #VHS – Jahresberichte:
Seit dieser Regierungsperiode ist die Zuständigkeit für die VHSen vom Ressort Emmerling (außerschulische Bildung) zum Ressort Kultur und Wissenschaft gewandert. Daher bekommen wir nun die Jahresberichte vorgelegt, hier geht es nur um Kenntnisnahme. Nachdem die Wiener Volkshochschulen eine ausgelagerte GmbH sind, ist das Fragerecht, wie auch das Kontrollrecht eingeschränkt.
Dennoch: Herbert Schweiger, Geschäftsführer der VHSen, war als Auskunftsperson geladen. Nicht zuletzt angetrieben von der medialen Berichten und Vorwürfen im Vorfeld war die Debatte dementsprechend scharf:
Aus kulturpolitischer Sicht, habe ich einmal Details zur Kulturgarage erfragen wollen: Wie hoch ist das Budget der Kulturgarage. Das sollte die VHS als Betreiber wissen, bzw. aufzeigen. In den vorgelegten Jahresberichten für die Jahre 24 und 25 finden sich dazu keine Zahlen. Die Antwort war lapidar und allgemein, nix konkretes: Die Kulturgarage ist Teil der VHS Donaustadt -keine Zahlen. (laut Rechnungshofbericht wurden 2023 waren hier 405.000€ für den Betrieb notwendig gewesen, nach Abzug der Einnahmen.)
Die weiteren Fragen waren unangenehmer: Stimmen die Medienberichte wonach von 18 VHS-Direktoren 15 SPÖ FunktionärInnen sind? Hier gab es emotionale Antworten: es gäbe nach Umstrukturierungen keine 18 Direktoren mehr, heute sind es nur mehr 13. Das politische Engagement sei Privatsache. Eine deutliche Nähe zu nur einer Partei – der SPÖ – muss ein Zufall sein.
Letze Frage: die hohe Nicht-Erscheinen: 26,1% der Angemeldeten erschienen nicht. Herbert Schweiger sieht sich da auf einem guten Weg: als er begonnen hatte, wären es 35% gewesen, heute ist die Quote nur noch wenig über dem europäischen Durchschnitt für ähnliche (Bildungs-)Angebote.
Ad Wien Museum:
Die Satzungsänderung wurde notwendig um bestehende informelle Entlehnungsabläufe zu standardisieren und festzuhalten. Nach dieser Erklärung durch Matti Bunzl, stimmte auch die kritische ÖVP der vorgelegten Änderung zu. Die FPÖ blieb beim nein – warum erklärt sie nicht.
Ad Förderungen für #Tanzquartier, #Brut und #Tschauner
Auch hier stimmte die FPÖ gegen die Tanzlocations.
Ich habe die Diskussion zum Anlass genommen nachzufragen: Hat sich inzwischen vielleicht doch eine Idee ergeben, nach Absiedelung des Brut vom Nordwestbahnhof doch noch einen Kulturort in dem Stadterneuerungsgebiet zu projektieren?
Die Antwort war klar und einfach – NEIN
Unter ‚Allfälliges‘ fragte ich noch
Ad #Kultureuro:
Wäre es möglich Details zum medial angekündigten ‚Kultureuro‘ zu erfahren?
Auch hier: NEIN – alles wäre noch in Verhandlung. Wir werden weiteres aus den Medien hören.
Auch hier bin ich ehrlich erstaunt über das Demokratieverständins der Stadträtin: nicht dem zuständigen Gremium will sie berichten, sondern uns über die Medien ausrichten lassen, was entschieden wird!
Learning ad ‚Kultur-Euro‘: was medial öffentlich diskutiert wird, muss nicht in den dafür zuständigen Auschuss … schade!
Wir hätten einen Vorschlag für einen ‚Kultur-Euro‘ der NICHT auf Kosten der Wienerinnen und Wiener oder auf Kosten der Kulturbetriebe geht: Widmen wir doch einen Euro der Tourismusabgabe für Kulturausgaben! Dann stützen die Wiener Kulturszene genau die, die ja größtenteils kommen, um genau diese Wiener Kultur zu genießen: die TouristInnen! Wir bleiben dran und stellen in der nächsten Gemeinderatssitzung wieder einen Antrag dazu.
OK – inzwischen hat sich die Kultur-Steuer auf Tickets erledigt.
Wir werden sehen, was die stattdessen angekündigte Haushaltsabgabe für die Kulturbetriebe und KünstlerInnen bedeuten wird.
Wir bleiben dran. Fortsetzung folgt.
Details und Abstimmungsergebnisse hier:
Nr. 1
- Beschluss-(Resolutions-)Antrag der Gemeinderät*innen Hannes Taborsky, Ing.in Judith Edelmann, Dr. Michael Gorlitzer, MBA, Mag.a Caroline Hungerländer, MSc und Harald Zierfuß betreffend „EU-Fördermöglichkeiten für Kultur und Wissenschaft umfassend nutzen“
- Bericht von Frau Kulturstadträtin Mag.a Veronica Kaup-Hasler.
Antrag: SPÖ/NEOS dagegen
GRÜ, ÖVP, FPÖ dafür
Beantwortung: SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 2
Die Förderung an QWIEN – Zentrum für queere Geschichte für die Errichtung eines neuen Standorts wird mit einer Erhöhung des bereits genehmigten Betrages (Pr.Z. 1389180-2024-GKU) von ursprünglich EUR 360.000 um EUR 78.000 auf sohin insgesamt EUR 438.000 gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 3
Der Wiener Gemeinderat möge die Jahresberichte 2024 und 2025 der Wiener Volkshochschulen GmbH zustimmend zur Kenntnis nehmen.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 4
Gemäß §17.(1) des Wiener Museumsgesetzes hat die Direktion der Museen der Stadt Wien einen jährlichen Bericht über die Erreichung der im Gesetz vorgegebenen grundsätzlichen Ziele der wissenschaftlichen Anstalt öffentlichen Rechtes Museen der Stadt Wien, genehmigt vom Aufsichtsrat It. §26 Abs.5, Zi. 14, vorzulegen. Beiliegend wird der Bericht zum Geschäftsjahr 2025 zur Kenntnisnahme übermittelt.
(Weiter an: Landesregierung und Landtag)
einstimmig dafür
Post Nr. 5
Genehmigung der Satzungsänderung der „Museen der Stadt Wien“ gemäß § 28 Abs 2 Wr. MuG.
(Weiter an: Landesregierung und Landtag)
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
Post Nr. 6
Die Förderung an den Wiener Bühnenverein für die Ausrichtung des Nestroypreises 2026 in der Höhe von EUR 200.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
einstimmig dafür
Post Nr. 7
Die Förderungen an die nachfolgend genannten Förderwerber*innen für die Jahrestätigkeit in der Höhe von insgesamt EUR 115.000 werden gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt:
| Nr. | Fördernehmer*in | Förderung in EUR |
| 1 | Koproduktionshaus Wien GmbH | 50.000 |
| 2 | Tanzquartier-Wien GmbH | 50.000 |
| 3 | Tschauner Bühne GmbH | 15.000 |
| Summe | 115.000 |
Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
1 & 2: SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
3: einstimmig dafür






















