Wo bleibt die Transparenz, liebe Frau Stadträtin?
Das Kulturbudget für 2026 ist im Wesentlichen verteilt. Es bleibt wenig Spielraum für neue, unerwartete Projekte, dh. die Anzahl an (neuen) Förderakten ist übersichtlich.
Und selbst bei den Förderakten, die vorhanden sind, wird ohne aktives Nachfragen, nicht über das Mindestmaß hinaus berichtet.
Beispiel 1, Der Theaterverein und das Schauspielhaus und die Neubesetzung
Der im Ausschuss befindliche Akt zum Theaterverein betrifft nur eine Zusatzzahlung, um den Kostümfundus für die freie Szene, endlich, besser zugänglich und damit attraktiv zu machen. So weit so unterstützenswert.
Irritierend dabei ist, dass im Zuge der Bearbeitung des Akts von seiten der Stadt nichts zu den aktuellen Ausschreibungen von 2 Bühnen des Theatervereins angemerkt wurde. Die Stadt Wien hat noch im Dezember 2025 gleichzeitig 3 ihrer Bühnen (Dschungel Wien , Theater am Werk und Schauspielhaus ) ausgeschrieben.
Zwei Häuser davon sind unter dem Dach des Theatervereins, das Schauspielhaus direkt der MA7 unterstellt.
Im Ausschuss gab es keinen (Kurz-)Bericht zum Stand der Ausschreibungen.
Alle 3 Häuser arbeiten die erste Saison mit einem neuen Team. Nachdem es nirgends auffälliges Missmanagement gegeben hat, stattdessen Öffnung der Häuser zu der Stadt und gute Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen KünstlerInnen und Initiativen, war davon auszugehen, dass die bestehenden Teams ihre begonnene Arbeit fortsetzen können, sprich für eine neue Periode verlängert werden.
In zwei Fällen ist das Verfahren dann auch wie erwartet gelaufen und die aktuelle künstlerische Leitung wurden verlängert.
Große Irritation hat in der Szene, bei JournalistInnen und bei mir ausgelöst, dass man im 3. Fall – dem Schauspielhaus – plötzlich einen ganz neuen Plan verfolgt.
Ohne Ankündigung im Kulturausschuss wird mit der Neuvergabe des Schauspielhauses auch die Struktur der freien Theaterhäuser in der Stadt neu aufgestellt.
Statt wie bisher 4 bzw. 5 Einzelhäuser, soll der Theaterverein nunmehr 3 Einheiten und ein neu zusammen gestelltes Konglomerat aus TEATA und Schauspielhaus Wien verwalten.
Eventuelle ist es auch anders – und das neue Dach „SCHAUSPIELHAUS“ führt dazu, dass das TEATA den Theaterverein in Zukunft verlässt. Das wurde bei der PK noch nicht eindeutig kommuniziert.
Warum diese Strukturveränderung?
Was ist das langfristige (künstlerische) Ziel einer solchen Zusammenlegung, oder ist es gar hauptsächlich eine budgetäre Notwendigkeit?
Warum war die Zusammenlegung in der Ausschreibung für die Künstlerische Leitung mit keinem Wort vorgeschlagen oder gefordert?
Was bringt diese Zusammenlegung der Szene, der Stadt, dem Publikum?
Wie kann man sich die gemeinsame Künstlerische Leitung vorstellen, die gleichzeitig jedem Haus auch ein eigens Profil geben will?
Wie lässt sich das Leiten von zwei Häusern gleichzeitig mit einer (vertraglich geforderten) 100% Anstellung im Schauspielhaus realisieren?
Ist das langfristig eine de facto Auflösung des TEATA (in der Gumpendorferstraße) als eigenständige Bühne?
Bei der PK Ende April konnten diese Fragen nicht geklärt werden. Im Ausschuss wurden sie nicht einmal gestreift.
Als Politikerin verstehe ich, dass man strukturelle Veränderung in der Theaterlandschaft Wiens initiieren will. Im Idealfall gelingt das in einem partizipativen Prozess mit den AkteurInnen. Das mindeste wäre Transparenz, dh. rechtzeitiges öffentlich machen der Veränderungspläne.
Warum genau informiert die Stadträtin den Ausschuss nicht über solche grundlegende Neuausrichtungen, die offenbar schon beschlossen waren, bevor der April-Ausschuss tagte.
Wenn solch tiefgreifende Veränderungen so nonchalant daherkommen, dh. das aktuelle Leitungsteam nicht vorinformiert wird und alles über eine kurzfristig einberufene PK kommuniziert wird, wirkt es leider weder wie langfristiger Plan zur innovativen Neuaufstellung der stadtnahen Bühnen, noch wirkt die Vorgangsweise transparent.
Was immer zu dieser Entscheidung geführt hat. Es bleibt ein schaler Nachgeschmack für alle Beteiligten. Besonders schal, wenn man bedenkt, wie die „unabhängige“ Jury des Ausschreibungsverfahrens zusammengesetzt ist:
Während die Findungskommission 2022 aus 10 Expert_innen zusammengesetzt war, besteht die aktuelle Jury 2026 aus nur vier Personen. Zwei dieser vier entscheidenden Personen arbeiten im direkten Umfeld der Stadträtin und sind ihr de facto unterstellt, in ihrem Büro und in der MA7, die dritte ist ehemalige Kuratorin, und einer kommt „von außen“, sprich aus Salzburg.
Eine so aufgestellte Jury wirkt wie vorgeschoben, um längst beschlossene Umstrukturierungen zu legitimieren.
„Es drängt sich eine Frage auf, die der Szene sukzessive die Luft zum Atmen nimmt: Nämlich ob die berüchtigte Parteibuchwirtschaft von den Interessen einer kleinen Kultur-Clique abgelöst wurde.“, gibt Fabian Burstein dazu im Kurier zu bedenken.
Schade für die neue Leitung, die mit einem Klotz am Bein startet.
Schade für das aktuelle Team, das für seine Innovationen und Öffnung des Hauses nicht gewürdigt wird,
und schade für die Stadträtin, dass eine Neuerung, die vielleicht spannendes Potential hat, durch so eine missglückte Umsetzung und Kommunikation zuerst mal gründlich in Misskredit gerät.
Am Schluss bleiben nur Beschädigte übrig.
Die gesamte Wiener Szene ist zutiefst irritiert. Das zeigt sich nicht zuletzt in dem Protestbrief an die Stadträtin, der am 5.Mai veröffentlicht wurde – mit bisher über 500 Unterschriften.
Um mehr Klarheit in die Sache zu bringen – bringe ich am 6.Mai eine schriftliche Anfrage zu den Umständen der Neubesetzung ein.
Die Beantwortung werde ich im Blog veröffentlichen.
Beispiel 2: Das Sommerkonzert der Philharmoniker – wieder ohne Frauen:
Ebenso außerhalb des Ausschusses kommuniziert: die Unterstützung für das Sommerkonzert Philharmoniker. Auch hier erfahren die Ausschussmitglieder aus den Medien, dass die Stadt nach erster Ablehnung und einiger Interventionen, nun offenbar doch eine Finanzierung gefunden hat – 100.000 € ist die aktuelle Info: die kommen aus dem Finanzausschuss, nicht aus dem Kulturbudget.
Auch heuer ist es offenbar nicht gelungen eine Dirigentin für die Philharmoniker zu finden, mit Bryn Terfel gibt es auch nur einen männlichen Solisten, und unter den insgesamt 11 Stücken am Programm findet sich auch 2026 nur eins von einer Komponistin, nämlich von Florence Price.
Damit wird der Gender Gap in der Spitzenmusik weitergeschrieben, auch bei öffentlich geförderten Events. Das haben wir immer kritisiert.
Es gibt auch was Positives zu berichten: wir haben einige neue Straßen nach verdienstvollen Frauen benennen können – Details bei den Akten weiter unten.
Post Nr. 1
Die Förderung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für Wien-bezogene Forschungsprojekte und ein DOC-Stipendium in der Höhe von EUR 250.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
Einstimmig dafür
Post Nr. 2
Die Förderungen an die nachfolgend genannten Förderwerber*innen für Curated by 2026: Love in der Höhe von insgesamt EUR 266.000 werden gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt:
| Nr. | Fördernehmer*in | Förderung in EUR |
| 1 | Curated by, Galerienfestival internationaler Kurator*innen, Wien | 216.000 |
| 2 | treat xD GmbH | 50.000 |
| Summe | 266.000 |
Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
Einstimmig dafür
Post Nr. 3
- Für die Förderung an Frauen*Stadt. Institut zur wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung von Frauenstadtgeschichte und Geschlechterverhältnissen in Wien für das Jahresprogramm wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 30.000 genehmigt, die mit EUR 30.000 zu decken ist.
- Die Förderung an Frauen*Stadt. Institut zur wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung von Frauenstadtgeschichte und Geschlechterverhältnissen in Wien für das Jahresprogramm in der Höhe von EUR 60.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
Post Nr. 4
Die Parkanlage Hermann-Gmeiner-Park in 1010 Wien wird in „Börsepark“ (nach der vor 1992 ursprünglich gebräuchlichen Bezeichnung) umbenannt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 5
Die Verkehrsfläche in 1100 Wien, im Bereich Quellenstraße 154, wird nach
Irma Teirich (Irma Teirich, geb. Marie Helene Eleonora Sueß; geb. 11. November 1859 in Sechshaus, gest. 10. August 1932 in Wien; Vereinsfunktionärin, Vizepräsidentin des Wiener Hausfrauenvereins, Vorstandsmitglied des Vereins Lucina (Verein zur Begründung und Erhaltung von Wöchnerinnen-Asylen und zur Heranbildung von Wochenpflegerinnen), Verdienste um die Eröffnung des Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheims in der Knöllgasse im 10. Bezirk) in „Irma-Teirich-Gasse“ benannt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 6
Die Verkehrsfläche in 1190 Wien, Teilabschnitt Unterer Schreiberweg, zwischen Kahlenberger Straße und Unterer Schreiberweg 10, wird nach Karlheinz Hackl (Kammerschauspieler Univ.-Prof. Mag. Karlheinz Hackl; geb. 16. Mai 1949 in Wien, gest. 1. Juni 2014 in Wien; Schauspieler) in „Karlheinz-Hackl-Weg“ benannt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 7
Die Parkanlage in 1220 Wien, im Bereich Seestadt Aspern, wird nach Brigitte Kowanz (Brigitte Kowanz; geb. 13. April 1957 in Wien, gest. 28. Jänner 2022 in Wien; Installationskünstlerin) in „Brigitte-Kowanz-Park“ benannt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 8
Die Parkanlage) in 1220 Wien, im Bereich zwischen Antonia-Weiss-Weg und An der Neurisse, wird nach Gerd Kaminski (Hofrat Prof. Dr. iur. Gerd Kaminski; geb. 14. Dezember 1942 in Wien, gest. 7. August 2022 in Wien; Rechtswissenschaftler, Sinologe. Er hat maßgebliche Aktivitäten zum Verständnis Chinas in Österreich geleistet.) in „Gerd-Kaminski-Park“ benannt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 9
Die Parkanlage in 1220 Wien, im Bereich Seestadt Aspern, wird nach Jenny Korb (Eugenia Josephina Veronika Theresia „Jenny“ Korb; geb. 30. Oktober 1869 in Wien,
gest. 4. November 1937 in Wien; Opernsängerin (hochdramatischer Sopran), Gesangspädagogin) in „Jenny-Korb-Gasse“ benannt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 10
Die Schreibweise der Verkehrsfläche in 1220 Wien, Platz-der-Vereinten-Nationen, wird auf „Platz der Vereinten Nationen“ berichtigt.
Einstimmig dafür
Post Nr. 11
Die Förderung an den Verein zur Förderung des digitalen Humanismus für die DigHum Konferenz 2026 in der Höhe von EUR 200.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
Einstimmig dafür
Post Nr. 12
Der Magistrat, vertreten durch die Magistratsabteilung 7, wird ermächtigt, das Förderprogramm Rahmenbetrag Darstellende Kunst gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 mit einem Rahmenbetrag von EUR 2.000.000 durchzuführen und zu diesem Zweck mit den in Betracht kommenden Förderwerber*innen Förderverträge über Förderungen in der Höhe von höchstens je EUR 70.000 bei Institutionen und höchstens je EUR 30.000 bei natürlichen Personen abzuschließen. Für die Bedeckung des Rahmenbetrages ist von der Magistratsabteilung 7 im Rahmen des Globalbudgets im Voranschlag 2027 Vorsorge zu treffen.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 13
Die Förderung an den Theaterverein Wien für die Jahrestätigkeit wird mit einer Erhöhung des bereits genehmigten Betrages von ursprünglich EUR 260.000 um EUR 59.000 auf sohin insgesamt EUR 319.000 gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 14
- Für die Förderung an CALLE LIBRE – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur & Musik für die Bemalung des APA Tower durch Okuda San Miguel wird im Voranschlag 2026 eine zweite Überschreitung in Höhe von EUR 42.000 genehmigt, die in Minderauszahlungen mit EUR 42.000 zu decken ist.
- Die Förderung an CALLE LIBRE – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur & Musik für die Bemalung des APA Tower durch Okuda San Miguel in der Höhe von EUR 42.000,00 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 15
- Für die Förderung an das Architekturzentrum Wien für die Jahrestätigkeit 2026 in Form einer zweiten Rate wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 750.000 genehmigt, die in Verstärkungsmitteln mit EUR 750.000 zu decken ist.
- Die Förderung an das Architekturzentrum Wien für die Jahrestätigkeit 2026 in Form einer zweiten Rate in der Höhe von EUR 750.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 Die Förderung, die sich aus der ersten Rate, genehmigt mit Beschluss vom 18.12.2025und der gegenständlichen zweiten Rate zusammensetzt, beläuft sich somit auf insgesamt EUR 1.650.000. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
Musste wegen eines Formalfehlers abgesetzt werden.