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kulturausschuss.transparent – april26

Wo bleibt die Transparenz, liebe Frau Stadträtin?

Das Kulturbudget für 2026 ist im Wesentlichen verteilt. Es bleibt wenig Spielraum für neue, unerwartete Projekte, dh. die Anzahl an (neuen) Förderakten ist übersichtlich.

Und selbst bei den Förderakten, die vorhanden sind, wird ohne aktives Nachfragen, nicht über das Mindestmaß hinaus berichtet.

Beispiel 1, Der Theaterverein und das Schauspielhaus und die Neubesetzung
Der im Ausschuss befindliche Akt zum Theaterverein betrifft nur eine Zusatzzahlung, um den Kostümfundus für die freie Szene, endlich, besser zugänglich und damit attraktiv zu machen. So weit so unterstützenswert.

Irritierend dabei ist, dass im Zuge der Bearbeitung des Akts von seiten der Stadt nichts zu den aktuellen Ausschreibungen von 2 Bühnen des Theatervereins angemerkt wurde. Die Stadt Wien hat noch im Dezember 2025 gleichzeitig 3 ihrer Bühnen (Dschungel Wien , Theater am Werk und Schauspielhaus ) ausgeschrieben.
Zwei Häuser davon sind unter dem Dach des Theatervereins, das Schauspielhaus direkt der MA7 unterstellt.
Im Ausschuss gab es keinen (Kurz-)Bericht zum Stand der Ausschreibungen.

Alle 3 Häuser arbeiten die erste Saison mit einem neuen Team. Nachdem es nirgends auffälliges Missmanagement gegeben hat, stattdessen Öffnung der Häuser zu der Stadt und gute Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen KünstlerInnen und Initiativen, war davon auszugehen, dass die bestehenden Teams ihre begonnene Arbeit fortsetzen können, sprich für eine neue Periode verlängert werden.
In zwei Fällen ist das Verfahren dann auch wie erwartet gelaufen und die aktuelle künstlerische Leitung wurden verlängert.

Große Irritation hat in der Szene, bei JournalistInnen und bei mir ausgelöst, dass man im 3. Fall – dem Schauspielhaus – plötzlich einen ganz neuen Plan verfolgt.

Ohne Ankündigung im Kulturausschuss wird mit der Neuvergabe des Schauspielhauses auch die Struktur der freien Theaterhäuser in der Stadt neu aufgestellt.
Statt wie bisher 4 bzw. 5 Einzelhäuser, soll der Theaterverein nunmehr 3 Einheiten und ein neu zusammen gestelltes Konglomerat aus TEATA und Schauspielhaus Wien verwalten.

Eventuelle ist es auch anders – und das neue Dach „SCHAUSPIELHAUS“ führt dazu, dass das TEATA den Theaterverein in Zukunft verlässt. Das wurde bei der PK noch nicht eindeutig kommuniziert.

Warum diese Strukturveränderung?
Was ist das langfristige (künstlerische) Ziel einer solchen Zusammenlegung, oder ist es gar hauptsächlich eine budgetäre Notwendigkeit?
Warum war die Zusammenlegung in der Ausschreibung für die Künstlerische Leitung mit keinem Wort vorgeschlagen oder gefordert?
Was bringt diese Zusammenlegung der Szene, der Stadt, dem Publikum?
Wie kann man sich die gemeinsame Künstlerische Leitung vorstellen, die gleichzeitig jedem Haus auch ein eigens Profil geben will?
Wie lässt sich das Leiten von zwei Häusern gleichzeitig mit einer (vertraglich geforderten) 100% Anstellung im Schauspielhaus realisieren?
Ist das langfristig eine de facto Auflösung des TEATA (in der Gumpendorferstraße) als eigenständige Bühne?

Bei der PK Ende April konnten diese Fragen nicht geklärt werden. Im Ausschuss wurden sie nicht einmal gestreift.

Als Politikerin verstehe ich, dass man strukturelle Veränderung in der Theaterlandschaft Wiens initiieren will. Im Idealfall gelingt das in einem partizipativen Prozess mit den AkteurInnen. Das mindeste wäre Transparenz, dh. rechtzeitiges öffentlich machen der Veränderungspläne.

Warum genau informiert die Stadträtin den Ausschuss nicht über solche grundlegende Neuausrichtungen, die offenbar schon beschlossen waren, bevor der April-Ausschuss tagte.

Wenn solch tiefgreifende Veränderungen so nonchalant daherkommen, dh. das aktuelle Leitungsteam nicht vorinformiert wird und alles über eine kurzfristig einberufene PK kommuniziert wird, wirkt es leider weder wie langfristiger Plan zur innovativen Neuaufstellung der stadtnahen Bühnen, noch wirkt die Vorgangsweise transparent.

Was immer zu dieser Entscheidung geführt hat. Es bleibt ein schaler Nachgeschmack für alle Beteiligten. Besonders schal, wenn man bedenkt, wie die „unabhängige“ Jury des Ausschreibungsverfahrens zusammengesetzt ist:
Während die Findungskommission 2022 aus 10 Expert_innen zusammengesetzt war, besteht die aktuelle Jury 2026 aus nur vier Personen. Zwei dieser vier entscheidenden Personen arbeiten im direkten Umfeld der Stadträtin und sind ihr de facto unterstellt, in ihrem Büro und in der MA7, die dritte ist ehemalige Kuratorin, und einer kommt „von außen“, sprich aus Salzburg.

Eine so aufgestellte Jury wirkt wie vorgeschoben, um längst beschlossene Umstrukturierungen zu legitimieren.

Es drängt sich eine Frage auf, die der Szene sukzessive die Luft zum Atmen nimmt: Nämlich ob die berüchtigte Parteibuchwirtschaft von den Interessen einer kleinen Kultur-Clique abgelöst wurde.“, gibt Fabian Burstein dazu im Kurier zu bedenken.

Schade für die neue Leitung, die mit einem Klotz am Bein startet.
Schade für das aktuelle Team, das für seine Innovationen und Öffnung des Hauses nicht gewürdigt wird,
und schade für die Stadträtin, dass eine Neuerung, die vielleicht spannendes Potential hat, durch so eine missglückte Umsetzung und Kommunikation zuerst mal gründlich in Misskredit gerät.

Am Schluss bleiben nur Beschädigte übrig.
Die gesamte Wiener Szene ist zutiefst irritiert. Das zeigt sich nicht zuletzt in dem Protestbrief an die Stadträtin, der am 5.Mai  veröffentlicht wurde – mit bisher über 500 Unterschriften.
Um mehr Klarheit in die Sache zu bringen – ich habe eine schriftliche Anfrage zu den Umständen der Neubesetzung eingebracht.

Die Beantwortung werde ich im Blog veröffentlichen.

Der Text der Anfrage:

Anfrage Schauspielhaus 1

Anfrage Schauspielhaus 2

Anfrage Schauspielhaus 3

Anfrage Schauspielhaus 4

 

 

 

 

 

Beispiel 2: Das Sommerkonzert der Philharmoniker – wieder ohne Frauen:
Ebenso außerhalb des Ausschusses kommuniziert: die Unterstützung für das Sommerkonzert Philharmoniker. Auch hier erfahren die Ausschussmitglieder aus den Medien, dass die Stadt nach erster Ablehnung und einiger Interventionen, nun offenbar doch eine Finanzierung gefunden hat – 100.000 €  ist die aktuelle Info: die kommen aus dem Finanzausschuss, nicht aus dem Kulturbudget.
Auch heuer ist es offenbar nicht gelungen eine Dirigentin für die Philharmoniker zu finden, mit Bryn Terfel gibt es auch nur einen männlichen Solisten, und unter den insgesamt 11 Stücken am Programm findet sich auch 2026 nur eins von einer Komponistin, nämlich von Florence Price.
Damit wird der Gender Gap in der Spitzenmusik weitergeschrieben, auch bei öffentlich geförderten Events. Das haben wir immer kritisiert.

Es gibt auch was Positives zu berichten: wir haben einige neue Straßen nach verdienstvollen Frauen benennen können – Details bei den Akten weiter unten.

Post Nr. 1

Die Förderung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für Wien-bezogene Forschungsprojekte und ein DOC-Stipendium in der Höhe von EUR 250.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)

Einstimmig dafür

Post Nr. 2

Die Förderungen an die nachfolgend genannten Förderwerber*innen für Curated by 2026: Love in der Höhe von insgesamt EUR 266.000 werden gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt:

Nr. Fördernehmer*in Förderung in EUR
1 Curated by, Galerienfestival internationaler Kurator*innen, Wien 216.000
2 treat xD GmbH 50.000
  Summe 266.000

 

Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)

Einstimmig dafür

 

Post Nr. 3

  • Für die Förderung an Frauen*Stadt. Institut zur wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung von Frauenstadtgeschichte und Geschlechterverhältnissen in Wien für das Jahresprogramm wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 30.000 genehmigt, die mit EUR 30.000 zu decken ist.
  • Die Förderung an Frauen*Stadt. Institut zur wissenschaftlichen Erforschung und Vermittlung von Frauenstadtgeschichte und Geschlechterverhältnissen in Wien für das Jahresprogramm in der Höhe von EUR 60.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen

 

Post Nr. 4

Die Parkanlage Hermann-Gmeiner-Park  in 1010 Wien wird in „Börsepark“ (nach der vor 1992 ursprünglich gebräuchlichen Bezeichnung) umbenannt.

Einstimmig dafür

 

Post Nr. 5

Die Verkehrsfläche in 1100 Wien, im Bereich Quellenstraße 154, wird nach
Irma Teirich (Irma Teirich, geb. Marie Helene Eleonora Sueß; geb. 11. November 1859 in Sechshaus, gest. 10. August 1932 in Wien; Vereinsfunktionärin, Vizepräsidentin des Wiener Hausfrauenvereins, Vorstands­mitglied des Vereins Lucina (Verein zur Begründung und Erhaltung von Wöchnerinnen-Asylen und zur Heranbildung von Wochenpflegerinnen), Verdienste um die Eröffnung des Kaiserin-Elisabeth-Wöchnerinnenheims in der Knöllgasse im 10. Bezirk) in „Irma-Teirich-Gasse“ benannt.

Einstimmig dafür

 

Post Nr. 6

Die Verkehrsfläche in 1190 Wien, Teilabschnitt Unterer Schreiberweg, zwischen Kahlenberger Straße und Unterer Schreiberweg 10, wird nach Karlheinz Hackl (Kammerschauspieler Univ.-Prof. Mag. Karlheinz Hackl; geb. 16. Mai 1949 in Wien, gest. 1. Juni 2014 in Wien; Schauspieler) in „Karlheinz-Hackl-Weg“ benannt.

Einstimmig dafür

 

Post Nr. 7

Die Parkanlage in 1220 Wien, im Bereich Seestadt Aspern, wird nach Brigitte Kowanz (Brigitte Kowanz; geb. 13. April 1957 in Wien, gest. 28. Jänner 2022 in Wien; Installationskünstlerin) in „Brigitte-Kowanz-Park“ benannt.

Einstimmig dafür

 

Post Nr. 8

Die Parkanlage) in 1220 Wien, im Bereich zwischen Antonia-Weiss-Weg und An der Neurisse, wird nach Gerd Kaminski (Hofrat Prof. Dr. iur. Gerd Kaminski; geb. 14. Dezember 1942 in Wien, gest. 7. August 2022 in Wien; Rechtswissenschaftler, Sinologe. Er hat maßgebliche Aktivitäten zum Verständnis Chinas in Österreich geleistet.) in „Gerd-Kaminski-Park“ benannt.
Einstimmig dafür

 

Post Nr. 9

Die Parkanlage in 1220 Wien, im Bereich Seestadt Aspern, wird nach Jenny Korb (Eugenia Josephina Veronika Theresia „Jenny“ Korb; geb. 30. Oktober 1869 in Wien,
gest. 4. November 1937 in Wien; Opernsängerin (hochdramatischer Sopran), Gesangspädagogin) in „Jenny-Korb-Gasse“ benannt.
Einstimmig dafür

 

Post Nr. 10

Die Schreibweise der Verkehrsfläche in 1220 Wien, Platz-der-Vereinten-Nationen, wird auf „Platz der Vereinten Nationen“ berichtigt.

Einstimmig dafür

 

Post Nr. 11

Die Förderung an den Verein zur Förderung des digitalen Humanismus für die DigHum Konferenz 2026 in der Höhe von EUR 200.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)

Einstimmig dafür

Post Nr. 12

Der Magistrat, vertreten durch die Magistratsabteilung 7, wird ermächtigt, das Förderprogramm Rahmenbetrag Darstellende Kunst gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 mit einem Rahmenbetrag von EUR 2.000.000 durchzuführen und zu diesem Zweck mit den in Betracht kommenden Förderwerber*innen Förderverträge über Förderungen in der Höhe von höchstens je EUR 70.000 bei Institutionen und höchstens je EUR 30.000 bei natürlichen Personen abzuschließen. Für die Bedeckung des Rahmenbetrages ist von der Magistratsabteilung 7 im Rahmen des Globalbudgets im Voranschlag 2027 Vorsorge zu treffen.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)

SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen

 

Post Nr. 13

Die Förderung an den Theaterverein Wien für die Jahrestätigkeit wird mit einer Erhöhung des bereits genehmigten Betrages von ursprünglich EUR 260.000 um EUR 59.000 auf sohin insgesamt EUR 319.000 gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen

 

Post Nr. 14

  1. Für die Förderung an CALLE LIBRE – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur & Musik für die Bemalung des APA Tower durch Okuda San Miguel wird im Voranschlag 2026 eine zweite Überschreitung in Höhe von EUR 42.000 genehmigt, die in Minderauszahlungen mit EUR 42.000 zu decken ist.
  2. Die Förderung an CALLE LIBRE – Verein zur Förderung von Kunst, Kultur & Musik für die Bemalung des APA Tower durch Okuda San Miguel in der Höhe von EUR 42.000,00 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen

 

Post Nr. 15

  1. Für die Förderung an das Architekturzentrum Wien für die Jahrestätigkeit 2026 in Form einer zweiten Rate wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 750.000 genehmigt, die in Verstärkungsmitteln mit EUR 750.000 zu decken ist.
  2. Die Förderung an das Architekturzentrum Wien für die Jahrestätigkeit 2026 in Form einer zweiten Rate in der Höhe von EUR 750.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 Die Förderung, die sich aus der ersten Rate, genehmigt mit Beschluss vom 18.12.2025und der gegenständlichen zweiten Rate zusammensetzt, beläuft sich somit auf insgesamt EUR 1.650.000. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)

Musste wegen eines Formalfehlers abgesetzt werden.

 

 

 

 

 

kulturausschuss.transparent – Okt 25 – es wird gespart!

Auch der Oktober-Ausschuss war kurz. Nur 5 Aktenstücke.
Was sich ablesen lässt: das Gezerre ums Kulturbudget ist offenbar noch voll im Gange.
Was sich leider auch ablesen lässt: es wird gespart.

Punkt 1: die Arbeitsstipendien sind eine gute Möglichkeit, um freien Künstler:innen ein  Jahr lang ein regelmäßiges Einkommen zu verschaffen. Ein Win-Win für Stadt und Künstler:in. Letztere bekommen Rahmenbedingungen, um intensiv an einem Thema arbeiten zu können, und Sozialversicherungsbeiträge einzuzahlen – die Stadt bekommt ein künstlerisches Projekt.
Während Corona hat die damals noch rot-grüne Stadt-Regierung die Anzahl der Arbeitstipenden dem Bedarf angepasst. 3000 Stipendien wurden damals vergeben!!

Nun werden die Ausschussmitglieder geblendet: Zuerst gibt es eine Reihe von Akten mit Änderungen für neue Förderrichtlinien. Motto ”Alles wird flexibler” – wir können die Stipendien jetzt besser nach Bedarf vergeben. Und klammheimlich im Gemeinderats-Antrag sind die Arbeitstipendien dann plötzlich geschrumpft:
Statt bisher 84 Stipendien – eh zu wenig – werden ab 2026 nun nur noch 48 (!) vergeben
. Tatsächlich wird es in Zukunft nur noch 50% der bisherigen Arbeitsstipendien geben!

Das ist angesichts der angespannten sozialen Lage für Künstler:innen und den ab Jänner drohenden Verbot von Zuverdienst im AMS-Bezug ein weiterer Schlag in die Magengrube. Wieder wird zu Lasten der freien Künstler:innen gespart.

Das führt gleich zur zweiten Irritation im Ausschuss: Im Rahmenbetrag Literatur (umfasst ca 1 Mio. für literarische Einzel-Projekte und Vereine) findet sich ein Posten über 70.000 € für die Erstellung des Konzepts fürs neue Kinderliteraturhaus in Wien Floridsdorf.

Was ist dran kritisch?
Da muss ich ein wenig ausholen.

Vorab: Wir Grüne sind natürlich für die Errichtung eines neuen Kinderkulturzentrums in Floridsdorf! Das kulturelle Angebot in Floridsdorf insbesondere das für Kinder und Jugendliche ist absolut überschaubar. Gerade im bevölkerungsreichen Nordteil der Stadt braucht es mehr Orte, an denen Kinder Kunst und Literatur früh erfahren und partizipativ erleben können.
Der Weg, wie dieses Projekt geplant und finanziert wird, gibt Anlass zu großer Sorge.

Schon der erste Antrag für die Errichtung zeigte, wie unausgereift die Kostenplanung war (ich habe im Blog schon davon berichtet): Im Jahr 2024 wurden 13,065 Millionen Euro bewilligt – doch schon in der Vorlage ist zu lesen, dass „Mehrkosten durch zusätzliche Anforderungen zu Barrierefreiheit, Inklusion und Gleichstellung entstehen und gegebenenfalls ein weiterer Antrag gestellt werden muss“. Mit anderen Worten: bereits bei der Beschlussfassung war klar, dass das Budget nicht reichen wird.

Doch was dann folgte war echt nicht zu erwarten: jedes Monat kam ein neuer Finanzantrag zu dem Projekthier ein kleiner Überblick: 

  • Nov: 2023:
    KÖR GmbH wird zur KRW Kultur Raum Wien GmbH – Bau von Kinderkulturhaus in Floridsdorf wird avisiert:
  • März 2024:
    64.500 € nur für Planung des Zoom 2 (= Kinderkulturhaus) und Konzipierung ans ZOOM
  • Sept. 2024:
    – 170.000€ (Aufbau, Personal, Büro für KRW GMBH)
    – 13.065.000 € Umbau und Einrichtung + ( 2 Mio. 2024 /11,06 Mio. 2025 Mehrkosten für Barrierefreiheit
  • Nov 2024
    130.000 für Mietvertrag Erstellung – da waren schon 2 Mio. für das Jahr 2024 freigegeben!
  • Dez 2024:
    – 390.000 € Betrieb und Baubegleitung KRW GMBH für das Jahr 2025(mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr)
  • – 303.000 für Vorbereitungskosten dh. Programm- und Organisationsentwicklung sowie für die Erarbeitung des Gestaltungskonzepts ans ZOOM
  • März 2025:
    Mehrkosten für Barrierefreiheit 1,5 Mo (für 2026)
    und jetzt Oktober 2025:
    70.000€ (aus dem Rahmenbetrag Literatur) für Kinderliteraturhaus für Konzept und Gestaltung der neuen Location.

(c)Kuehn Malvezzi

Meine Frage: Warum kommt die Gestaltung des Literaturhaus erst jetzt 2025 ins Spiel? Warum wurde Gestaltung und Konzept nicht von Anfang an mit geplant und mitbudgetiert?
Warum wird nun im Rahmenbetrag Literatur versteckt, was offenbar in der Planung vergessen wurde?
Das bedeutet konkret: Gelder, die eigentlich der freien Literatur Szene zugutekommen sollten, werden für ein stadteigenes Großprojekt herangezogen.
Diese Art der Quersubventionierung gefährdet langfristig die Vielfalt und Unabhängigkeit jener kleineren Literatur- und Kunstinitiativen, die in Wien ohnehin um jeden Euro kämpfen.

Wenn Wien in Floridsdorf ein sichtbares Zeichen für Kinderkultur setzen will, dann braucht es  transparente, nachvollziehbare und solide Finanzierungsprozesse – keine Stückwerk-Entscheidungen und kein still-schweigendes Aufblähen der Kosten über mehrere Finanzanträge hinweg!
Wir wollen Klarheit darüber,
– welche Gesamtkosten inklusive Nachbesserungen sind bis 2028 zu erwarten
– welche Bau- und Planungsetappen sind noch offen,
– und wie wird die Finanzierung künftig kontrolliert.

Hier Details  zu den Aktenstücken:

Post Nr. 1

  1. Beschluss-(Resolutions-)Antrag der Gemeinderät*innen Mag. a Mag.a Julia Malle,
    Felix Stadler, BSc, MA, Mag.a Barbara Huemer und Mag.a Ursula Berner, MA betreffend Unterstützung für Wissenschaftler*innen aus Ländern mit eingeschränkter Wissenschaftsfreiheit.
  2. Bericht von Frau Kulturstadträtin Mag.a Veronica Kaup-Hasler.

BA: SPÖ/NEOS, FPÖ dagegen; ÖVP, GRÜ dafür
Beantwortung: SPÖ/NEOS, ÖVP, FPÖ dafür; GRÜ dagegen

Post Nr. 2

Der Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft genehmigt den Inhalt der beiliegenden Förderrichtlinien für den Kunstankauf sowie die dargelegte Vorgehensweise und ermächtigt die Magistratsabteilung 7 redaktionelle und formelle Anpassungen sowie inhaltliche Änderungen an den Förderrichtlinien vorzunehmen, sofern damit keine finanziellen Auswirkungen und keine Änderungen der Fördervoraussetzungen verbunden sind.

Einstimmig dafür

Post Nr. 3

Die Gesamtsumme der Jahres-Arbeitsstipendien in den Bereichen Literatur, Dramatik, Komposition, Theater, Tanz/Performance, Bildende Kunst/Medienkunst und Film wird mit
EUR 864.000, das sind 48 Stipendien à EUR 18.000, ab 2026 neu festgesetzt.  Der MA 7 – Stadt Wien Kultur wird vorbehalten, eine Aufteilung der insgesamt 48 Stipendien auf die einzelnen Sparten entsprechend dem jeweiligen Bedarf vorzunehmen.

Die Förderrichtlinien für Arbeitsstipendien in den genannten Bereich werden entsprechend den Beilagen geändert, und die MA 7 – Stadt Wien Kultur wird ermächtigt redaktionelle und formelle Anpassungen sowie inhaltliche Änderungen an den Förderrichtlinien vorzunehmen, sofern damit keine finanziellen Auswirkungen und keine Änderungen der Fördervoraussetzungen verbunden sind. Für die Bedeckung der Arbeitsstipendien ab dem Jahr 2026 in den Bereichen Literatur, Dramatik, Komposition, Theater, Tanz/Performance, Bildende Kunst/Medienkunst und Film ist in den Voranschlägen der folgenden Jahre Vorsorge zu treffen.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)

Einstimmig dafür

Post Nr. 4

  1. Für die Erhöhung des Förderprogramms Rahmenbetrag Literaturförderung wird im Voranschlag 2025 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 11.000 genehmigt, die mit EUR 11.000 zu decken ist.
  2. Für das Förderprogramm Rahmenbetrag Literaturförderung wird eine Erhöhung des bereits genehmigten von ursprünglich EUR 810.000 um EUR 131.000 auf sohin EUR 941.000 gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2025 gegeben.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen

Post Nr. 5

  1. Für die Förderung an TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH für Umbau und Sanierung des Theaters an der Gumpendorfer Straße wird im Voranschlag 2025
    eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 222.000 genehmigt, mit EUR 222.000 zu decken ist.
  2. Die Förderung an TAG – Theater an der Gumpendorfer Straße GmbH für Umbau und Sanierung des Theaters an der Gumpendorfer Straße in der Höhe von EUR 2.167.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Der auf das Finanzjahr 2025 entfallende Betrag in Höhe von EUR 222.000 ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Rahmen des Globalbudgets im Voranschlag 2026 Vorsorge zu treffen.

(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen

 

 

 

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