Kultur unter Druck.
Strategien der Selbstbehauptung in Zeiten des Rechtsrucks
19.2.2026 ab 16:00
Wappensaal des Wiener Rathauses
Der Eintritt ist frei,
aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung notwenidg – bitte dem LINK folgen
https://mailchi.mp/gruene/kultur-unter-druck
#Kunst bewegt das gesamte Spektrum der Politiklandschaft – sie wird genutzt und gefürchtet. Es regt auf, wer im kulturellen Diskurs eine Stimme bekommt und wer übersehen wird. Das zeigt sich in emotional geführten öffentlichen Debatten um #Auftrittsverbote von Musiker:innen und Intellektuellen. In #Polemiken für Absetzungen von Intendant:innen oder wenn Künstler:innen wegen übler Nachrede verklagt werden. Ob und welche #Denkmäler aufgestellt oder abmontiert und werden sollen, ist ein Politikum.
Kurz: Kunst und Politik stehen in einem engem Verhältnis.
Was also verändert sich, wenn sich was verändert?
Wir laden zu einem partizipativen und diskursiven Nachmittag mit Expert:innen aus dem In- und Ausland.
PROGRAMM
Begrüßung & Eröffnung durch Judith Pühringer (Grüne Stadträtin) & Ursula Berner (Grüne Kultursprecherin)
Keynote 1: Ungarische Kulturpolitik unter Viktor Orban
von Magdalena Marsovszky
Keynote 2: Die steirische Kulturlandschaft unter Blau-Schwarz
von Heidrun Primas
PAUSE
Podiumsdiskussion “Strategien zum Erhalt demokratischer Kulturräume”
mit
Michal Hvorecký (slowakischer Schriftsteller und Journalist)
Kian Kaiser alias der Kuseng (Kabarettist)
Magdalena Marsovszky (Sozialwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin, Kulturwissenschaftlerin und Expertin für ungar. Kulturpolitik)
Heidrun Primas (Kulturredakteurin und freie Beraterin sowie Sprecherin des Kulturbeirates der Stadt Graz)
Tanja Prušnik (Präsidentin des Künstlerhauses, bildende Künstlerin, Kuratorin und Architektin)
Christoph Thun-Hohenstein (Jurist, Diplomat, Kulturmanager und Ex-Kulturbeauftragter im Außenministerium)
Moderation: Vanessa Spanbauer (Historikerin, Journalistin, Kuratorin)
Es wird eine ÖGS-Dolmetschung der Veranstaltung geben.
Kurzbiografien der Expert:innen
Michal Hvorecký
Autor, Übersetzer und Kulturarbeiter, lebt in Bratislava und schreibt Bücher für Erwachsene und auch für Kinder. Auf Deutsch erschienen bereits drei seiner Romane, eine Novelle und das Kinderbuch „Donau – ein magischer Fluss“. Hvorecky verfasst regelmäßig Beiträge für zahlreiche Zeitschriften wie Falter oder F.A.Z. In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen und auch in der Leseförderung. Im März 2026 erscheint sein persönliches politisches Sachbuch „Dissident“ (Tropen Verlag, Klett-Cotta)
Kian Kaiser alias der Kuseng
wurde in Teheran geboren, konnte aber keine tiefere Bindung zur Stadt aufbauen, denn seine Eltern flohen mit ihm im Säuglingsalter nach Österreich. Die ersten Jahre verbrachte er in einem Flüchtlingsheim in Timelkam (OÖ), wo Postkartenidylle auf Asylgesetz trifft. Aufgewachsen ist er in Linz, mittlerweile lebt er in Wien. Im Oktober 2023 stand er erstmals mit 34 Jahren auf einer richtigen Comedybühne: Bei PCCC*, wo er einen selbstgeschriebenen 15-Minuten-Text performte. Der Kuseng schreibt für Magazine, moderiert Veranstaltungen, nimmt an Diskussionsrunden teilt und erinnert sich gerne an eine Zeit, in der alternativ noch nicht rechtsextrem hieß.
Magdalena Marsovszky
Magdalena Marsovsky ist gebürtig aus Ungarn, promovierte Sozialwissenschaftlerin, Kunsthistorikerin, Kulturwissenschaftlerin, freie Autorin, Mitglied des Graduiertenkollegs “Autoritäre Entwicklungen, extrem rechte Diskurse und demokratische Resonanzen” an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln; des “Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.” und der “Gesellschaft für Antiziganismusforschung”. Forschungsschwerpunkte sind ethnoreligiöse Traditionen, völkisch-esoterische Metaphysik, raciale und antisemitische Harmonievorstellungen, Kultur und Kulturpolitik.
Heidrun Primas
Heidrun Primas sieht Kulturarbeit als Friedenarbeit. Sie ist Architektin, Kulturarbeiterin und in der künstlerischen Forschung im öffentlichen Raum tätig. Primas lehrte an der Fakultät für Architektur und engagiert sich seit vielen Jahren in zentralen kulturpolitischen und zivilgesellschaftlichen Funktionen. Von 2010 bis 2024 war sie Vorstandsmitglied des Hauses der Architektur Graz, von 2011 bis 2021 leitete sie den Grazer Künstler:innenverein Forum Stadtpark. Von 2018 bis Februar 2024 fungierte sie als Sprecherin des Grazer Kulturbeirats. Seit 2018 ist sie Vorstandsmitglied des transkulturellen Vereins OMEGA, seit 2024 MEGA, und seit 2020 Mitbegründerin und Obfrau des Vereins Flüchtlingshilfe/refugee assistance – Doro Blancke. Von April 2021 bis März 2025 war sie an Konzeption, Mitgestaltung und Komoderation der Kulturstrategie 2030 des Landes Steiermark beteiligt. Seit März 2023 ist sie Mitglied des Universitätsrats der Karl-Franzens-Universität Graz. Für ihr Wirken wurde sie unter anderem mit dem Hanns-Koren-Kulturpreis des Landes Steiermark (2019) sowie – gemeinsam mit den Kolleg:innen von Wochenende für Moria Graz – mit dem Menschenrechtspreis der Stadt Graz (2021) ausgezeichnet.
Tanja Prušnik,
geboren in Wolfsberg/Kärnten, ist freischaffende Architektin und Künstlerin. Sie studierte Architektur an der TU Wien und absolvierte zusätzliche künstlerische Ausbildungen unter anderem bei Roland Goeschl, Karin Pluhar, Josef Dabernig und František Lesák. Prušnik lebt und arbeitet in Wien, Kärnten und Slowenien. Ihre Arbeiten wurden in über 200 nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert; zudem ist sie in internationalen Jurys, bei Symposien sowie in kuratorischen Kontexten tätig. Ihre Arbeits- und Ausstellungstätigkeiten führten sie unter anderem nach Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Italien, Japan, Korea und Island. Seit 2019 ist sie erste Präsidentin der Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs, Künstlerhaus Wien, und Ersatzmitglied im Kärntner Kulturgremium. Für ihr künstlerisches und gesellschaftspolitisches Engagement wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter der Menschenrechtspreis des Landes Kärnten (2019) für das Projekt DEN BLICK ÖFFNEN(gemeinsam mit Ina Loitzl), das Große Ehrenzeichen des Landes Kärnten (2022) sowie das Goldene Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich (2025).
Christoph Thun-Hohenstein
ist Jurist, Kulturmanager, Kurator und Autor sowie Künstlerischer Leiter der von ihm 2025 initiierten Zukunftsplattform ReGenerativa. Von 1999 bis 2007 war er Direktor des Austrian Cultural Forum New York. Von 2022 bis 2025 leitete er die Sektion für Internationale Kulturangelegenheiten im österreichischen Außenministerium. Weiters war er Geschäftsführer von departure, der Kreativagentur der Stadt Wien. Zehn Jahre lang leitete er das MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst als Generaldirektor und wissenschaftlicher Geschäftsführer. Er gründete die Vienna Biennale for Change, die er auch von 2014 bis 2022 leitete. Ferner initiierte er die Klima Biennale Wien und ist Vorsitzender des Advisory Board dieser Biennale. 2024 veröffentlichte Thun-Hohenstein das Impulsbuch „Klimaresonanz. Unsere Lebens- und Wirtschaftskultur neu gestalten“ (Spector Books). Seine aktuellen Arbeitsschwerpunkte sind die Würde der Natur und intelligenter „Maschinenwesen“, die Gestaltung einer tech-offenen Naturmoderne, ganzheitliche Regeneration sowie regenerative Kunst im anbrechenden Zeitalter Künstlicher Superintelligenz. Im März 2026 erscheint sein neues Buch, das spekulative Sachbuch „Zukunftsmutig“ (Kremayr & Scheriau).
Vanessa Spanbauer
Vanessa Spanbauer ist freie Journalistin, Kuratorin und Historikerin aus Wien. Sie studierte Geschichte (BA) sowie den interdisziplinären Masterstudiengang Zeitgeschichte und Medien an der Universität Wien. Seit über zwölf Jahren arbeitet sie im Medien- und Kulturbereich. Ihre journalistischen Beiträge erscheinen unter anderem in taz, BIBER, ORF, gotv, Vice/Noisey, enemy.at und http://derStandard.at . Spanbauer war Chefredakteurin des Magazins fresh – Black Austrian Lifestyle, Redaktionsmitglied des feministischen Magazins an.schläge und Kolumnistin beim Kurier (2022). 2018 leitete sie das Projekt Blackening Vienna, das sich mit der Präsenz von Menschen mit afrikanischen Wurzeln in Wien seit 1918 auseinandersetzt. Von 2020 bis 2022 forschte sie zu kolonialen Objekten in österreichischen Bundesmuseen für das Technische Museum Wien. Gemeinsam mit Johanna Zechner und Niko Wahl kuratierte sie die Ausstellung Jetzt im Recht! Wege zur Gleichbehandlung im Wiener Volkskundemuseum (2021/22). Aktuell kuratiert sie Ausstellungen für das Wien Museum und das Jüdische Museum Wien. Im Projekt Advancing Equality Within The Austrian School System (AEWTASS) ist sie für medienbezogene Workshops verantwortlich. Für ihre Arbeit wurde sie mit dem Österreichischen Zeitschriftenpreis (2016) sowie dem Ari-Rath-Preis für kritischen Journalismus (2022) ausgezeichnet.









