Irritation, aber auch Erfreuliches im Ausschuss
… und Erwartbares von rechts
Die üblich erwartbaren Ablehnungen von ÖVP/FPÖ: das Weiße Haus und Hyperreality sind ihnen einfach zu kritisch. Und auch das Volkstheater fällt da rein. FPÖ/ÖVP haben auch hier die 2. Rate der Jahresförderung abgelehnt.
Für uns erstaunlich: Bis heute gab es keine Verhandlung im Ausschuss zu den Sparmaßnahmen im Wien Museum: Als ich anlässlich des Akts zum Finanzschuldenbericht des Wien Museums (Leermeldung), nachfragte welche Pläne es diesbezüglich gibt, erhielt ich eine demokratiepolitisch irritierende Antwort: es wird gemäß des Vertrags mit der Stadt Wien gespart, dh nicht mehr 2,5% Förderreduktion (das ist so festgelegt und nicht weiter verwunderlich) und die Stadt bzw. die Stadträtin – die das Wien Museum zu 100% finanziert – greift nicht in die Schwerpunktsetzung bei den Kürzungen innerhalb der Institutionen ein.
Das führt dazu, dass nun das Wien Museum seine Außenstellen empfindlich schließt: in der Musikhauptstadt Wien werden 3 Komponisten Wohnungen geschlossen, dh. öffentlich nicht mehr zugänglich sein: Das erst kürzlich sehr teuer errichtete Pratermuseum, die Otto Wagner Kirche Steinhof (!), der Otto Wagner Hofpavillon Hietzing, der Otto Wagner Pavillon Karlsplatz und die Hermesvilla werden ebenfalls in ihren Öffnungszeiten auf die Sommermonate reduziert (Mai- Oktober). Die Renovierung der eingerüsteten Hermesvilla wird auch bis auf weiteres verschoben. Der Gratis-Eintritt im Haupthaus bleibt. Welche Ideen bzw. Kürzungsstrategie es fürs kommende Jahr gibt – da können bis zu 5 % gekürzt werden – ist noch nicht bekannt.
Diese Details zu den Sparplänen des Wien Museums erfahren die Abgeordneten also nicht im Ausschuss, sondern ich möge mich in der Pressekonferenz des Wien Museums informieren. Sorry – was ist das für ein Verständnis von kooperativer demokratischer Zusammenarbeit? Wozu sitzen wir monatlich im Ausschuss zusammen, wenn wir über wesentliche Entscheidungen die Kultureinrichtungen der Stadt betreffend nicht vor Ort informiert werden?
Formal war erst im Februar Ausschuss – also 2 Monate nach der Presseaussendung – die Möglichkeit zum Hintergrund der Sparmaßnahmen nachzufragen. Wir haben aber auch jetzt leider keine Information, über das aus den Medien Bekannte hinaus, erhalten.
INzwischen ist auch eine Petition enstanden, die das Haydnhaus für die Öffentlcihkeit zugänglich halten will – link dazu hier
Erfreulich für die Jeunesse Musical ist, dass sie eine der wenigen sind, die ein wenig mehr vom Kuchen bekommen, Ganze 20.000 € mehr als im Vorjahr – entstanden ist diese Aufstockung durch Kooperation österreichweit. Über einen Austausch der Landeskulturreferententreffen würde die Belastung gleichmäßig verteilt, dh. damit die Jeunesse weiter arbeiten kann übernimmt jedes Bundesland eine kleine Erhöhung. Ich finde man kann auch berichten, wenn etwas gut gelöst werden konnte. Diese Erhöhung wurde einstimmig angenommen.
Der höchste Finanz-Beschluss betrifft das ZOOM Kindermuseum, bzw die dem zugerechneten Projektkosten für das Kinderkulturhaus Floridsdorf. 2,5 Mio werden für heuer veranschlagt. Damit soll ein Gestaltungskonzept für das neue Kindermuseum entwickelt werden. Die Stadträtin betont, dass die Kosten hier vom vergangenen Jahr auf heuer halbiert wurden. Die Eröffnung ist für Herbst 2028 geplant. Noch jetzt im Frühjahr soll eine gemeinnützige GmbH für die Zukunft des ZOOM gegründet werden.
Das Gesamtbudget, laufender Betrieb in Wien Zentrum und Gestaltungskosten für Floridsdorf wurden einstimmig angenommen. Hintergrund zu dem Bauprojekt gits in mehreren Kulturausschuss.transparent – hier der aktuelleste LINK
Die Akten im Einzelnen:
Post Nr. 1
- Antrag der Gemeinderäte Ing. Udo Guggenbichler, MSc und Maximilian Krauss, MA betreffend „Austritt aus internationalen Netzwerken und Organisationen ohne Mehrwert“
- Bericht von Frau Kulturstadträtin Mag.a Veronica Kaup-Hasler.
Antrag: SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dagegen
FPÖ dafür
Beantwortung: SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
Post Nr. 2
Die Förderung an die Stadt Wien Kunst GmbH für das Atelierhaus Wien 2026 in der Höhe von EUR 300.000 wird gemäß den Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
einstimmig dafür
Post Nr. 3
Die Förderung an den Kunstverein das weisse haus für das Jahresprogramm 2026 in der Höhe von EUR 90.000 wird gemäß den Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ, FPÖ dafür
ÖVP dagegen
Post Nr. 4
Der Magistrat, vertreten durch die Magistratsabteilung 7, wird ermächtigt, das Förderprogramm Baukosten- und Investitionskostenzuschüsse an verschiedene Vereinigungen gemäß den Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 mit einem Rahmenbetrag von maximal EUR 870.000 durchzuführen und zu diesem Zweck mit den in Betracht kommenden Förderwerber*innen Förderverträge über Förderungen in der Höhe von höchstens je EUR 200.000 abzuschließen. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 5
Die Förderung an SISTERS – Verein für queer feministische Kunst und Kultur für das HYPERREALITY-Festival für Club Culture – Vienna in der Höhe in der Höhe von EUR 100.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Der auf das Finanzjahr 2026 entfallende Betrag in der Höhe von EUR 100.000 ist vorbehaltlich der Genehmigung des Voranschlages bedeckt.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 6
Die Förderung an die Musikalische Jugend Österreichs (Jeunesses Musicales) für die Jahrestätigkeit in der Höhe von EUR 490.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Der auf das Finanzjahr 2026 entfallende Betrag in der Höhe von EUR 490.000 ist vorbehaltlich der Genehmigung des Voranschlages 2026 durch den Gemeinderat bedeckt.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
einstimmig dafür
Post Nr. 7
Der Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft möge die Finanzschuldenberichte der Museen der Stadt Wien und des Filmfonds Wiens gemäß §10 der Verordnung der Wiener Landesregierung über die Finanzgebarung zustimmend zur Kenntnis nehmen.
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
Post Nr. 8
Die Förderung an die Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit für die Jahrestätigkeit in der Höhe von EUR 125.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
einstimmig dafür
Post Nr. 9
Die Förderung an die Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit für den IG Netz Bundeslandanteil in der Höhe von EUR 85.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
einstimmig dafür
Post Nr. 10
- Für die Förderung an den Verein ZOOM Kindermuseum für die Jahresförderung ZOOM Kindermuseum im MuseumsQuartier plus Vorbereitungskosten ZOOM Floridsdorf wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 1.158.000 genehmigt, die in Minderauszahlungen mit EUR 1.158.000 zu decken ist.
- Die Förderung an den Verein ZOOM Kindermuseum für die Jahresförderung ZOOM Kindermuseum im MuseumsQuartier plus Vorbereitungskosten ZOOM Floridsdorf in der Höhe von EUR 2.466.000 wird gemäß den Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im
Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
einstimmig dafür
Post Nr. 11
- Für die Förderung an Stadt Wien Kunst GmbH für das Kunst im öffentlichen Raum Wien – Jahresprogramm 2026 wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 400.000 genehmigt.
- Die Förderung an die Stadt Wien Kunst GmbH für das Kunst im öffentlichen Raum Wien – Jahresprogramm 2026 in der Höhe von EUR 1.320.000 wird gemäß den Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
Post Nr. 12
Für die Verrechnung von Einzelförderungen im Wissenschaftsbereich an natürliche Personen wird eine außerplanmäßige Auszahlung in Höhe von EUR 50.000 genehmigt, die im Voranschlag 2026 zu decken ist.
(Weiter an: Stadtsenat)
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen
Post Nr. 13
- Für die Förderung an die „Volkstheater“ Gesellschaft m.b.H. für die Jahrestätigkeit wird im Voranschlag 2026 eine erste Überschreitung in Höhe von EUR 5.000.000 genehmigt, die in Verstärkungsmitteln mit EUR 5.000.000 zu decken ist.
- Die Förderung in Form einer zweiten Rate an die „Volkstheater“ Gesellschaft m.b.H. für die Jahrestätigkeit in der Höhe von EUR 5.000.000 wird mit einer Erhöhung des bereits genehmigten Betrages von ursprünglich EUR 7.200.000 um
EUR 5.000.000 auf sohin insgesamt EUR 12.200.000 gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist vorbehaltlich der Genehmigung des Punktes A. im Voranschlag 2026 gegeben.
(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen
Post Nr. 14
Für die Gewährung von Förderungen an natürliche Personen im Bereich Darstellende Kunst wird eine außerplanmäßige Auszahlung in Höhe von EUR 250.000 genehmigt, die im Voranschlag 2026 mit EUR 250.000 zu decken ist.
(Weiter an: Stadtsenat)
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen



