Das Budget ist knapp – das merkt man auch schon im Kulturausschuss – nachdem in den vergangen Monaten immer wieder 40 und mehr Akten besprochen wurden, sind es jetzt im März „nur“ zehn, 3 davon möchte ich herausstreichen:

AD 1, WIENWOCHE
Was gleich ins Auge sticht: die Fördermittel für die Wienwoche wurde um 48% (!) gekürzt.

Auf Nachfrage im Ausschuss hören wir, dass es mittlerweile mehr Player gibt, die ähnliche Projekte umsetzen. Konkret erwähnt wird Mezekere im ehemaligen Sophienspital bzw. kültür gemma und das Volkskundemuseum (Hof der Kulturen). Dh. aus Sicht der Stadträtin sind die Mittel für den „Bereich“ gestiegen.  (Wobei ‚kültür gemma‘ als grün gefordertes Koalitionsprojekt erabliert wurdeschon davor gegeben hat.) Konkret für die Wienwoche heißt das, dass sie 2026 für die Vorbereitungen/Ausschreibungen nutzen werden und 2027 das Festival „normal“ stattfinden wird.

Das Mezekere-Kollektiv: Catrin Seefranz, Daliah Touré, Mbatjiua Hambira, Faris Cuchi Gezahgen, Danilo Jovanović, Maria Elisabeth Herold, Marisel Orellana Bongola, Marissa Lôbo (v.l.). (c) Jana Madzigon

AD 2, PREIS DER FREIEN SZENE IN NEUEM GEWAND

Auch interessant: der Preis der Kulturinitiativen wird in Zukunft von der Stadt Wien bzw. der MA7 vergeben. Dafür wird er von 7000 auf 15.000 € erhöht.

Das war auch im Regierungsprogramm 2025 so angekündigt.

Was dran irritierend bleibt – der Preis , der seit über 20 Jahren von der ig-Kultur vergeben wird, erscheint hier im neuen Gewande als Innovation der Stadt Wien.

Jedenfalls soll der Preis in Zukunft von einem Beirat vergeben werden. Die Kriterien dazu werden von MA7 und ig-Kultur gemeinsam erarbeitet. Details dazu sollen bald auf der Website der MA7 veröffentlicht werden.

 

AD 3, DIE VILLA BEER IST WIEDER GEÖFFNET

Und zum Schluss etwas Positives: Wie schon medial angekündigt ist die Villa Beer nach einer sehr sensiblen Renovierung endlich wieder öffentlich zugänglich.

Wir Wiener Grünen haben uns über viele Jahre hinweg dafür eingesetzt, dass die Villa Beer als einzigartiges Architekturjuwel der Wiener Moderne erhalten bleibt und nicht in private Unzugänglichkeit oder in Verfall gerät.
Im Idealfall hätten wir gerne gehabt, dass die Stadt Wien das Gebäude übernimmt und damit langfristig absichert. Der Erhalt der Villa Beer war von Grüner Seite auch ein Projekt in den Regierungsverhandlungen mit der SPÖ.

Villa Beer Eingangshalle 1930 (c)Julius Scherb

Das ist nicht geglückt – aber die aktuelle Lösung ist ein sehr guter Kompromiss: Statt der Stadt hat ein privater Investor – über die Villa Beer Foundation – dieses Haus erworben und mit großer Sensibilität, in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und einem Expert:innenbeirat, saniert.

Die Stadt Wien hat die Renovierung mit einem klar definierten, aber im Verhältnis zur Gesamtfinanzierung kleinen Beitrag unterstützt und fördert jetzt den Museums- und Vermittlungsbetrieb:. Für das Jahr 2026 sind 120.000 Euro als Stadt Wien Förderung für die Villa Beer Foundation vorgesehen – bei Gesamtausgaben von rund 757.000 Euro für den Museumsbetrieb, die großteils aus Eigenmitteln und Erlösen getragen werden.

Diese Mittel der Stadt fließen insbesondere in Vermittlungs- und Wissenschaftsprogramme, in die Ausstattung für Schulangebote, Forschung und eine qualitätsvolle Besucher:innenbetreuung.

Villa-Beer-Herta-Hurnaus-2026

Aus Sicht der Grünen ist entscheidend: Die Villa Beer soll auch in Zukunft nicht als abgeschottetes Luxusobjekt geführt werden, sondern als lebendiger Ort der wissenschaftlichen und kulturellen Begegnung.
Damit die öffentliche Zugänglichkeit auch für die Zukunft erhalten bleiben kann, ermuntern wir die Stadt Wien, bzw. die Stadträtin mit der Villa Beer Foundation konkret Rahmenbedingungen für eine längerfristige Zusammenarbeit zu verhandeln. Damit dieses schöne Architekturikone der Wiener Moderne als öffentlicher Anziehungspunkt für Wiener:innen und Tourist:innen festgeschrieben wir.

Weitere Details bei den einzelnen Poststücken.

 

Post Nr. 1
Die Förderung an die Szene Wien KulturbetriebsgesmbH für die Jahrestätigkeit in der Höhe von EUR 200.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen

Post Nr. 2
Die Förderung an den Verein Sammlung Rotes Wien für die Jahrestätigkeit 2026 in der Höhe von EUR 105.000 wird gemäß der Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen

Post Nr. 3
Die Förderung an den Verein für Integrative Lebensgestaltung für das Jahresprogramm der Sargfabrik in der Höhe von EUR 145.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen

Post Nr. 4
Die Förderung an den Verein zur Förderung der Stadtbenutzung für die WIENWOCHE in der Höhe von EUR 250.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.
SPÖ/NEOS, GRÜ dafür
ÖVP, FPÖ dagegen

Post Nr. 5
Die Vergabe der Preise für Kulturinitiativen mit Gesamtauszahlungen in der Höhe von EUR 15.000 wird genehmigt. Die Bedeckung des Preisgeldes ist im Voranschlag 2026 gegeben. Für die Bedeckung der Restbeträge ist von der Magistratsabteilung 7 im Rahmen des Globalbudgets in den Voranschlägen der kommenden Jahre Vorsorge zu treffen.
SPÖ/NEOS, GRÜ, ÖVP dafür
FPÖ dagegen

Post Nr. 6
Der Gemeinderatsausschuss für Kultur und Wissenschaft nimmt den vierten periodischen Bericht der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft über im Zeitraum 01.10.2025 bis 31.12.2025 durchgeführten Umschichtungen von veranschlagten Mittelverwendungen im Rahmen zulässiger Deckungsfähigkeiten (§86 Abs. 7) im Finanzjahr 2025 zur Kenntnis.

Einstimmig zur Kenntnis genommen

Post Nr. 7
Die Förderung an das Mauthausen Komitee Österreich für das Fest der Freude 2026 in der Höhe von EUR 140.000 wird gemäß Förderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die

Einstimmig dafür

Post Nr. 8
Für das Förderprogramm „Rahmenbetrag Wissenschaft und Forschung“ wird eine Erhöhung des bereits genehmigten Rahmenbetrages von ursprünglich
EUR 1.527.000 um EUR 149.000 auf sohin insgesamt EUR 1.676.000 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.

Einstimmig dafür

Post Nr. 9
Die Förderung an die Villa Beer Foundation gemeinnützige GmbH für den Villa Beer Museumsbetrieb in der Höhe von EUR 120.000 wird gemäß der Förderrichtlinie der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.

Einstimmig dafür

Post Nr. 10
Der Wiener Gemeinderat möge den Jahresbericht 2025 des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) zustimmend zur Kenntnis nehmen.

Einstimmig dafür