{"id":884,"date":"2019-10-11T12:40:56","date_gmt":"2019-10-11T10:40:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=884"},"modified":"2020-12-09T22:05:28","modified_gmt":"2020-12-09T21:05:28","slug":"abschaffung-der-mindestsicherung-verschaerft-kinderarmut-die-neuen-zahlen-der-statistik-austria-bestaetigt-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/abschaffung-der-mindestsicherung-verschaerft-kinderarmut-die-neuen-zahlen-der-statistik-austria-bestaetigt-das\/","title":{"rendered":"Abschaffung der Mindestsicherung versch\u00e4rft Kinderarmut &#8211; die neuen Zahlen der Statistik Austria best\u00e4tigt das"},"content":{"rendered":"<div class=\"articlecontent\">\n<div class=\"col w-3\">\n<div class=\"wrap\">\n<div class=\"col w-3 rte_col colpos_0\">\n<div class=\"wrap\">\n<div class=\"rte\">\n<div class=\"content\">\n<p>Der ver\u00f6ffentlichte Bericht zur Mindestsicherung der Statistik Austria best\u00e4tigt, dass die Abschaffung der Mindestsicherung und die R\u00fcckkehr zur Sozialhilfe vor allem Kinder, aber auch alte, kranke und behinderte Menschen \u00fcberproportional trifft.\u00a0Besonders auff\u00e4llig ist der hohe \u00f6sterreichweite Anteil an Kindern, die auf Unterst\u00fctzung durch Mindestsicherung angewiesen sind.<\/p>\n<h4>Finanzielle Absicherung von Kindern entscheidet \u00fcber deren Zukunft<\/h4>\n<p>Gerade im Jubil\u00e4umsjahr der Kinderrechtskonvention zeigen die vorliegenden Daten zur Mindestsicherung in \u00d6sterreich, welchen hohen Stellenwert die finanzielle Absicherung von Kindern hat. K\u00f6nnen Eltern &#8211; aus welchen Gr\u00fcnden auch immer &#8211; nicht f\u00fcr ein ausreichendes Einkommen sorgen, sind Kinder ganz unmittelbar in ihren Rechten auf soziale Teilhabe gef\u00e4hrdet. Die Mindestsicherung in der bestehenden Form ist ein wichtiges Instrument der Armutsbek\u00e4mpfung. Umso unverst\u00e4ndlicher ist f\u00fcr mich, dass trotz sinkender Zahlen hier eine Debatte \u00fcber Versch\u00e4rfungen stattfindet. Wir sollten vielmehr dar\u00fcber nachdenken, wie wir die zwanzig Prozent Kinder die in Familien mit Mindestsicherungsbezug leben, aber keine Leistung bekommen, auch ausreichend auf ihrem Weg begleiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Mit der Kindermindestsicherung hilft Wien die Armutspirale zu \u00fcberwinden<\/h4>\n<p>In Wien lebt jedes vierte Kind in Armut oder ist armutsgef\u00e4hrdet. Mit der Kindermindestsicherung wird derzeit hier derzeit noch jedes Kind mit 800 Euro mehr pro Jahr unterst\u00fctzt. Inzwischen betrifft das mehr als 60.000 Kinder in Wien.<\/p>\n<p>Damit geben wir Kindern und Jugendlichen aus armutsgef\u00e4hrdeten Familien derzeit noch die Chance auf eine Beendigung der Armutsspirale. Die Armutsgef\u00e4hrdung sinkt mit h\u00f6herem Bildungsabschluss und steigt, je niedriger der \u00f6konomische Status und Bildungshintergrund des Elternhauses ist. Daher ist das Versagen der t\u00fcrkis-blauen Bundesregierung mit der Sozialhilfe neu hier besonders schmerzhaft.<\/p>\n<p>Der Zusammenhang zwischen Bildung, Erwerbsleben und Armutsgef\u00e4hrdung ist deutlich. Der sozio\u00f6konomische Background der Eltern beeinflusst die Bildungskarrieren von Kindern massiv. So besuchen beispielsweise 71 % der Kinder aus armutsgef\u00e4hrdeten Haushalten die Hauptschule, nur 29 % hingegen ein Gymnasium. Auch die Quote fr\u00fchzeitiger Ausbildungsabbr\u00fcche von Kindern, deren Eltern einen Pflichtschulabschluss haben, ist mit 25 % sieben Mal h\u00f6her als jene von Kindern, deren Eltern maturiert haben.<\/p>\n<h4>Nachhaltige Reduktion von Armut braucht auch ein Umdenken in der Arbeitswelt<\/h4>\n<p>Die Betroffenenzahlen sind 2018 zum Gl\u00fcck leicht gesunken. Langfristig betrachtet m\u00fcssen wir sehen, dass die Bezieherzahlen sich bereits in\u00a0 der alten Sozialhilfe seit Mitte der 2000er stark erh\u00f6ht<br \/>\nhaben<br \/>\n1999: 71000,<br \/>\n2007: 152000,<br \/>\n2011: 193000,<br \/>\n2014: 256000<\/p>\n<p>Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind prek\u00e4re Jobs, nicht-existenzsichernde Notstandshilfeleistungen, Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen und hohe Lebenshaltungskosten beim Wohnen. Prek\u00e4re Jobs mit daraus folgendem nicht existenzsichernden Arbeitslosengeld nehmen zu. Die neuen &#8222;working poor&#8220; erhalten von der Mindestsicherung \u201eRichtsatzerg\u00e4nzungen\u201c, um zu \u00fcberleben. Weiters haben Personen mit physischen oder psychischen Beeintr\u00e4chtigungen am Arbeitsmarkt schlechte Chancen.<\/p>\n<p>Starke negative Effekte durch zu wenig Einkommen werden bei der Wohnsituation sichtbar, Massiv sind auch die Auswirkungen auf Gesundheit, Chancen und Teilhabe bei Kindern. Die Gefahr des sozialen Ausschlusses bei Kinder zeigt sich in den geringeren M\u00f6glichkeiten Freunde einzuladen (10mal weniger als andere Kinder), Feste zu feiern und an kostenpflichtigen Schulaktivit\u00e4ten teilzunehmen (20mal weniger).<\/p>\n<h4>Armut wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus \u2013 deshalb muss man ganzheitlich helfen<\/h4>\n<p>Wir verstehen den umfassenden Zugang zu sozialer Unterst\u00fctzung &#8211; inklusive ganzheitlicher Gesundheitsversorgung &#8211; als Recht auf Hilfe in Notlagen und nicht als Ausdruck individuellen Versagens. Es muss immer darum gehen, Armut zu bek\u00e4mpfen und nicht wegzusehen.<\/p>\n<p>Niemand ist von dieser radikalen K\u00fcrzung durch ein neues bundesweites Sozialhilfegesetz ausgenommen. Die Statistik Austria best\u00e4tigt das gr\u00f6\u00dfte Armutsrisiko f\u00fcr folgende Gruppen: Langzeitarbeitslose, kinderreiche Familien, Ausl\u00e4nderInnen, Ein-Eltern-Haushalte. Das sind genau jene Menschen in \u00d6sterreich, denen die t\u00fcrkis blaue Bundesregierung mit der SOZIALHILFE NEU das Armutsrisiko nochmal kr\u00e4ftig erh\u00f6hen m\u00f6chte. Hier wird wider besseres Wissen bewusst Armut produziert. Insgesamt leben derzeit 372.000 Kinder und Jugendliche in \u00d6sterreich in armutsgef\u00e4hrdeten Haushalten<\/p>\n<p>Es kann nicht sein, dass mit dem vorliegenden Sozialhilfe Grundsatzgesetz der alten t\u00fcrkis-blauen Bundesregierung weitere Kinder in \u00d6sterreich in Armut getrieben werden.\u00a0 Immerhin geht es bei der Mindestsicherung \u00f6sterreichweit um nur ein Prozent der Sozialausgaben.<\/p>\n<p>Deshalb werden wir in Wien weiter nach Wegen suchen das Sozialhilfe Neu Gesetz nicht zum Schaden der Bev\u00f6lkerung umzusetzen.\u00a0\u200b<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der ver\u00f6ffentlichte Bericht zur Mindestsicherung der Statistik Austria best\u00e4tigt, dass die Abschaffung der Mindestsicherung und die R\u00fcckkehr zur Sozialhilfe vor allem Kinder, aber auch alte, kranke und behinderte Menschen \u00fcberproportional trifft.\u00a0Besonders auff\u00e4llig ist der hohe \u00f6sterreichweite Anteil an Kindern, die auf Unterst\u00fctzung durch Mindestsicherung angewiesen sind. 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