{"id":850,"date":"2019-06-26T20:48:08","date_gmt":"2019-06-26T18:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=850"},"modified":"2019-06-26T20:48:15","modified_gmt":"2019-06-26T18:48:15","slug":"sexualpaedagogik-ist-gelebter-kinderschutz-resolution-an-die-bundesregierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/sexualpaedagogik-ist-gelebter-kinderschutz-resolution-an-die-bundesregierung\/","title":{"rendered":"Sexualp\u00e4dagogik ist gelebter Kinderschutz &#8211; Resolution an die Bundesregierung"},"content":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>Ganz am Anfang steht ein Lob.<br \/>\nHier mit diesem Gesch\u00e4ftsst\u00fcck, wird bewiesen, dass die Stadt, wenns brennt schnell reagieren kann. Das hei\u00dft, wenn Sch\u00e4dlingsbefall festgestellt wird, wird gleich nach der Meldung investiert \u2013 es werden mobile Klassen aufgestellt und die Schule erneuert \u2013 gut so.<\/p>\n<p>Auf Bundesebene gelingt das weniger gut.<\/p>\n<p>Sch\u00fcler und Sch\u00fclerInnen brauchen nicht nur sichere und gesunde R\u00e4ume um zu lernen, sie brauchen auch gut interessante und fachlich abgesicherte Inhalte im Unterricht und die richtige Form wie diese vermittelt werden.<br \/>\nDas muss jedes Bildungsprogramm leisten \u2013 und als Mutter wei\u00df ich, dass das das in den Kinderg\u00e4rten und Schulen der Stadt Wien angestrebt wird und gut gelingt.<\/p>\n<p>Nur in der Sexualerziehung scheint es da bundesweit andere Schwerpunkte zu geben:<br \/>\nNach \u00f6ffentlicher Kritik am Verein TeenSTARS, hat die \u00d6VP\/FP\u00d6 Mehrheit im Bildungsausschusses des Nationalrates einen Erlass beschlossen, der jegliche externe Vereinen verbieten will Sexualkundeunterricht an \u00f6sterreichischen Schulen abzuhalten \u2013 damit gef\u00e4hrdet FP\u00d6 und \u00d6VP eine wichtige S\u00e4ule der Sexualp\u00e4dagogik \u2013 FP\u00d6 und \u00d6VP wollen damit professionelle externe Fachkr\u00e4fte an Schulen verbieten.<\/p>\n<p>Au\u00dferschulisch bieten in Wien Ambulanzen wie FIRST LOVE Informationen und Aufkl\u00e4rung \u2013 die sie Kollegen aus der FP\u00d6 ja gerne ablehnen \u2013 obwohl Aufkl\u00e4rung wie diese helfen ungewollte Schwangerschaften zu verhindern helfen und oft auch in Erfahrungen von sexueller Gewalt erste Anlaufstelle sind.<br \/>\nGleichzeitig ist klar, dass einzelne Institutionen, die individuelle Beratung anbieten, nat\u00fcrlich nicht fl\u00e4chendeckend alle Jugendlichen in Wien betreuen k\u00f6nnen. Solche Institutionen sind eher Vorsorgeeinrichtung.<br \/>\nF\u00fcr Basisinformationen in Sachen Sexualit\u00e4t f\u00fcr Kinder und Jugendliche sollen nat\u00fcrlich die Bildungseinrichtung sorgen. Und diese Basisbildung ist wie schon gesagt gerade durch den Erlass von \u00d6VP und FP\u00d6 massiv gef\u00e4hrdet. Wir alle wissen, dass man intime Themen wie erste sexuelle Erfahungen nicht ernsthaft mit dem Lehrer besprechen kann, der am n\u00e4chsten Tag eine Schularbeit benoten \u2013 das geht einfach nicht zsamm.<br \/>\nDeshalb bringe ich nun gemeinsam mit der SP\u00d6 einen Resolutionsantrag an die Regierung ein einbringen.<\/p>\n<p>Wir fordern die Bundesregierung auf die Beibehaltung und den Ausbau einer qualit\u00e4tsvollen Sexualp\u00e4dagogik unter Einbindung von Experten und Expertinnen zu bestehen!<br \/>\nDie Bundesregierung und die Bildungsdirektion Wien sollen f\u00fcr alle Schulen eine Liste mit zertifizierten professionelle, sexualp\u00e4dagogisch geschulte Anbieter, bzw. Vereinen zur Verf\u00fcgung stellen, die nach festgelegten Qualit\u00e4tsstandards arbeiten.<br \/>\nQualit\u00e4tssichernde Ma\u00dfnahmen sind vorzusehen, wie z. B. die \u00dcberpr\u00fcfung der Sexualp\u00e4dagogik-konzepte und Informationsmaterialien der AnbieterInnen durch die Schulpsychologie sind zum Schutz vor ideologisch verzerrter Sexualp\u00e4dagogik. Die den Schulen empfohlenen Vereine bzw. Fachkr\u00e4fte sollen in einer vom Bildungsministerium gef\u00fchrten Liste eingetragen und regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft werden.<br \/>\nIch bitte Sie alle diese Resolution mit zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>DANKE<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Interessante Links:<\/strong><\/p>\n<p>Die<a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20190626_OTS0118\/gruene-spoe-wienberner-berger-krotsch-sexualpaedagogik-ist-gelebter-kinderschutz\"> Presseaussendung zur Resolution an die Bundesregierung <\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/derstandard.at\/2000105423450\/Entschliessungsantrag-ging-durch-Sexualunterricht-kuenftig-ohne-Vereine\">Hintergrund des Antrags<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Die Resolution im Originalwortlaut<\/strong><\/h5>\n<p><b>Beschluss- (Resolutions-) Antrag<\/b><\/p>\n<p><i>der GemeinderatInnen Maga Ursula Berner, Maga Barbara Huemer, David Ellensohn, Peter Kraus BSc., Maga Faika El-Nagashi, Jennifer Kickert (GRU\u0308NE) sowie Mag. Marcus Gremel, Maga Nicole Berger-Krotsch, Waltraud Karner-Kremser MAS, Marina Hanke BA, Heinz Vettermann, Christian Oxonitsch (SPO\u0308) betreffend Beibehaltung des Sexualkundeunterrichts durch zertifizierte ExpertInnen, eingebracht zu Post 20 in der Sitzung des Wiener Gemeinderates am 26.6.2019.<\/i><\/p>\n<p>Sexualp\u00e4dagogische Bildung darf nicht dem Zufall \u00fcberlassen werden, sondern muss erg\u00e4nzend zum schulinternen Aufkl\u00e4rungsunterricht im Sinne von Selbstbestimmung und Vielfalt orientiert an den Kinderrechten als fixer Bestandteil erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Jugendliche wollen intime Fragen zur Sexualit\u00e4t nicht mit den eigenen Lehrenden besprechen, die am n\u00e4chsten Tag die Schularbeit kontrollieren. Es ist ein R\u00fcckschritt, wenn junge Menschen nun mit ihren Fragen, \u00c4ngsten und Unsicherheiten allein gelassen werden. Externe Vereine, f\u00fcr die sich Schulen frei entscheiden k\u00f6nnen, sind ein wichtiger Bestandteil von zeitgem\u00e4\u00dfer Aufkl\u00e4rung<\/p>\n<p>Immer wieder werden die Kinder- und Jugendanwaltschaften (kijas) \u00d6sterreich in ihrer t\u00e4glichen Fallarbeit mit Problemen junger Menschen konfrontiert, die u.a. auf mangelnde Sexualaufkl\u00e4rung und in Folge mangelnde Selbstbestimmung in diesem Bereich zur\u00fcckkzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Die Beispiele reichen von der ungewollten Konfrontation mit sexistischen bzw. pornografischen Inhalten \u00fcber WhatsApp und andere soziale Medien bereits im Volksschulalter \u00fcber sexuelle \u00dcbergriffe und Grenz\u00fcberschreitungen, bis hin zu selbst durchgef\u00fchrten lebensgef\u00e4hrlichen Abtreibungsversuchen.<\/p>\n<p>Sexuelle Bildung durch professionelle, sexualp\u00e4dagogisch geschulte AnbieterInnen, die nach festgelegten Qualit\u00e4tsstandards arbeiten, tr\u00e4gt wesentlich zur Entwicklung eines gesunden Selbstwerts von Kindern und Jugendlichen bei. Sie ist zentraler Bestandteil im Kinderschutz und dient der Pr\u00e4vention von ungewollten Schwangerschaften, sexuell \u00fcbertragbaren Krankheiten oder Verletzungen der sexuellen Integrit\u00e4t.<\/p>\n<p>In ihrem aktuellen erg\u00e4nzenden Bericht an den UN-Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen fordert die Kinder und Jugendanwaltschaft daher:<\/p>\n<ul>\n<li>Altersgerechte Sexualaufkl\u00e4rung, Sexualp\u00e4dagogik und Pr\u00e4vention von sexuellem Missbrauch im Kindergarten<\/li>\n<li>Verst\u00e4rkt pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen durch Sexualaufkl\u00e4rung und Information \u00fcber Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie diese Umsta\u0308nde bei dem nun in Planung befindlichen Erlass ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Die gefertigten Gemeinder\u00e4tInnen stellen daher gem\u00e4\u00df \u00a7 27 Abs. 4 der Gesch\u00e4ftsordnung des Gemeinderates der Stadt Wien folgenden<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Beschluss- (Resolutions) Antrag<\/b><\/p>\n<p>Sexualp\u00e4dagogik ist gelebter Kinderschutz.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Beibehaltung und den Ausbau einer qualit\u00e4tsvollen Sexualp\u00e4dagogik unter Einbindung von Experten und Expertinnen zu gew\u00e4hrleisten!<\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndige Bundesministerin und die Bildungsdirektion Wien sollen f\u00fcr alle Schulen eine Liste mit zertifizierten professionellen, sexualp\u00e4dagogisch geschulten AnbieterInnen bzw. Vereinen zur Verf\u00fcgung stellen, die nach festgelegten Qualit\u00e4tsstandards arbeiten.<\/p>\n<p>Qualita\u0308tssichernde Ma\u00dfnahmen wie z. B. die \u00dcberpr\u00fcfung der Sexualp\u00e4dagogikkonzepte und Informationsmaterialien der AnbieterInnen durch die Schulpsychologie sind zum Schutz vor ideologisch verzerrter Sexualp\u00e4dagogik vorzusehen. Die den Schulen empfohlenen Vereine bzw. Fachkr\u00e4fte sollen in einer vom Bildungsministerium gef\u00fchrten Liste eingetragen und regelm\u00e4\u00dfig\u00a0 \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Professionalisierung von Sexualp\u00e4dagogik und f\u00fcr die Workshops in den Schulen sind bedarfsgerechte Bundesmittel zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>In formeller Hinsicht wird die sofortige Abstimmung verlangt.<\/p>\n<p>Wien, 26.6.2019<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehr geehrte Damen und Herren, Ganz am Anfang steht ein Lob. 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