{"id":779,"date":"2019-02-13T17:42:40","date_gmt":"2019-02-13T16:42:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=779"},"modified":"2019-02-14T11:46:00","modified_gmt":"2019-02-14T10:46:00","slug":"eigenart-ii-praesentiert-aktuelle-15-kuenstlerinnen-in-der-gruenen-galerie-7","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/eigenart-ii-praesentiert-aktuelle-15-kuenstlerinnen-in-der-gruenen-galerie-7\/","title":{"rendered":"eigenART II pr\u00e4sentiert 22 aktuelle K\u00fcnstlerinnen in der Gr\u00fcnen Galerie 7"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; in Kooperation mit OBRA <a href=\"https:\/\/1billionrising.at\/\">\u2013 One Billion Rising Austria<\/a><\/p>\n<p>kuratiert\u00a0 von\u00a0 Mag.a Petra Springer,\u00a0 die auch den Einleitungstext zu dieser Ausstellung verfasst hat:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Geschichte der Frauenausstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Frauen waren lange Zeit vom Kunstmarkt ausgeschlossen, historisch gesehen tauchen K\u00fcnstlerinnen nur vereinzelt auf. Im Kontext der ersten Frauenbewegung begannen K\u00fcnstlerinnen den m\u00e4nnlich dominierten Kunstmarkt zu hinterfragen und suchten nach Strategien, sich zu etablieren. Bereits 1895 beschrieb Karoline Murau in ihrem Buch \u201eWiener Malerinnen\u201d 42 K\u00fcnstlerinnen. Ab 1901 stellten in Wien die \u201eAcht K\u00fcnstlerinnen\u201d erstmals aus. Nur wenige M\u00e4nner besuchten die Ausstellung. Da aber M\u00e4nner weitaus kaufkr\u00e4ftiger waren als Frauen, wurde die Ausstellung ein Misserfolg. 1910 wurde der erste Verein von K\u00fcnstlerinnen gegr\u00fcndet: \u201eVereinigung bildender K\u00fcnstlerinnen \u00d6sterreichs\u201d. Die erste Ausstellung \u201eDie Kunst der Frau\u201d fand im selben Jahr in der Wiener Secession statt. Erst seit 1921 d\u00fcrfen Frauen an der Akademie der Bildenden K\u00fcnste studieren. 1925 wurde die Vereinigung \u201eWiener Frauenkunst\u201d gegr\u00fcndet, der K\u00fcnstlerinnen der Wiener Werkst\u00e4tte sowie der vormals \u201eFreien Vereinigung\u201d angeh\u00f6rten. 1927\/28 fand die erste Ausstellung im \u00d6sterreichischen Museum f\u00fcr Kunst und Industrie statt. Der Backlash im Kontext des Nationalsozialismus zeigte sich auch in der Kunst von Frauen. Es gab zwar Ausstellungen von Frauen, wie \u201eK\u00fcnstlerisches Frauenschaffen\u201d in der Secession 1940. Traditionelle Werte wurden in den Werken thematisiert und propagiert. \u201eArische\u201d, asexuelle Frauen in Trachten sind in den Bildern zu sehen: das Bild der Frau als Ehefrau, der sitzenden Frau, die vermutlich n\u00e4ht, der \u201ebraven\u201d Frau als Hausfrau. Im Kontext der zweiten Frauenbewegung kam es dann wieder verst\u00e4rkt zu Ausstellungen von Frauen. Die UNO erkl\u00e4rte 1975 zum \u201eJahr der Frau\u201d und Wissenschaftsministerin Dr.in Hertha Firnberg wollte eine Ausstellung ausschlie\u00dflich f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen in die Wege leiten: und zwar im V\u00f6lkerkundemuseum. Es gab Proteste gegen diese Frauenausstellung, da sie an einem Ort geplant war, der die Kunst von Frauen au\u00dferhalb der eigentlichen Kunstinstitutionen in die N\u00e4he von Handarbeit und Volkskunst r\u00fcckte. Die Jury, die die K\u00fcnstlerinnen ausw\u00e4hlen sollte, war m\u00e4nnlich besetzt. Valie Export kuratierte 1975 die Ausstellung \u201eMagna \u2013 Feminismus: Kunst und Kreativit\u00e4t\u201d in der Galerie n\u00e4chst St. Stephan. 1978 wurde eine in der Secession geplante Marc Chagall-Ausstellung kurzfristig abgesagt. Bei einer Sitzung des Vorstandes, dem damals zwei Frauen angeh\u00f6rten, wurde beschlossen, diese L\u00fccke im Programm mit einer Ausstellung von Arbeiten von K\u00fcnstlerinnen zu f\u00fcllen. Florentina Pakosta wurde beauftragt, die Ausstellung zu organisieren. In der \u201eSecessionistinnen\u201d genannten Ausstellung ging es Pakosta vorrangig darum, die Arbeiten der weiblichen Mitglieder der Secession vorzustellen. 1977 wurde die \u201eInternationale Aktionsgemeinschaft bildender K\u00fcnstlerinnen\u201d (\u201eIntAkt\u201d) gegr\u00fcndet. 1985-86 zeigte die Secession in der Ausstellung \u201eIdentit\u00e4tsbilder\u201c Arbeiten dieser feministischen Gruppe. 1984 wurde unter dem Vorsitz von Johanna Dohnal der Verein \u201eFrauen 84\u201d mit der Wiener Galeristin Grita Insam, der K\u00fcnstlerin Valie Export und der Kunsthistorikerin Silvia Eiblmayr gegr\u00fcndet. Sie organisierten mehrere Ausstellungen, wie \u201eKunst mit Eigen-Sinn\u201d 1985 im Museum des 20. Jahrhunderts, wo aktuelle Positionen von etwa siebzig \u00f6sterreichischen und internationalen K\u00fcnstlerinnen gezeigt wurden. Im Kontext dekonstruktivistischer Theorien wurden im Kunstdiskurs Frauenausstellungen problematisiert, da sie die Frau in einer Frauenausstellung als das \u201eAndere\u201d pr\u00e4sentierten. Andererseits kann Kunst als politischer Ort der Auseinandersetzung begriffen werden, an dem die vom Patriarchat versch\u00fcttete Identit\u00e4t der Frau wieder zum Vorschein gebracht wird. Die 1999 veranstaltete Ausstellung \u201eJahrhundert der Frauen\u201d im Kunstforum Bank Austria zeigte Arbeiten von K\u00fcnstlerinnen, die zwischen 1870 und 1999 entstanden sind.<\/p>\n<p>Haben die Ausstellungen in der Zwischenkriegszeit die Kunst der Frauen in einer anderen Weise pr\u00e4sentiert bzw. gingen die Ausstellungen in den siebziger Jahren in den \u00f6ffentlichen Raum bzw. auch au\u00dferhalb des Ausstellungslokals oder wurde die Rolle der Frau als Hausfrau in Frage gestellt, so wurden Bilder nun in klassischen White Cubes pr\u00e4sentiert. \u00c4hnlich gestaltet war die Ausstellung \u201eMimosen \u2013 Rosen \u2013 Herbstzeitlosen\u201d 2003 in der Kunsthalle Krems. Das Etikett \u201eFrauenausstellung\u201d reicht nicht aus, um Frauen deren ad\u00e4quaten Platz in der Kunstgeschichte zur\u00fcckzugeben. Die gesellschaftlichen Strukturen bleiben weiterhin patriarchal. Es gilt nicht, die Frau als das \u201eAndere\u201d zu definieren, sondern es geht darum, Ausschlussmechanismen aufzuzeigen und sich mit speziell weiblichen Erfahrungen auseinanderzusetzen. Da Kunstwerke keine mimetischen Abbilder der Natur bzw. der Wirklichkeit sind, sondern immer auch Bilder einer gesellschaftlichen Wirklichkeit, die gleichzeitig auch Vorstellungen der jeweiligen Entstehungszeit transportieren, so sind auch Ausstellungen Spiegel der Gesellschaft. &#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zum Hintergrund der alktuellen Ausstellung:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/1billionrising.at\/\">One Billion Rising Austria<\/a> pr\u00e4sentiert 2019 die Ausstellungsreihe <strong>eigenART<\/strong>. One Billion Rising (\u201eeine Milliarde erhebt sich\u201c) setzt sich als getanzter Protest f\u00fcr ein Ende der Gewalt gegen Frauen* und M\u00e4dchen* ein. Die \u201eMilliarde\u201c errechnet sich aus der statistischen Aussage der UN, dass ein Drittel aller Frauen* und M\u00e4dchen* weltweit in ihrem Leben Opfer von Gewalt werden.<\/p>\n<p>One Billion Rising findet als getanzte Kundgebung statt, weil Tanz Kraft gibt, weil Tanz im \u00f6ffentlichen Raum ein Statement ist \u2013 und weil Frauen*, die durch Gewalt traumatisiert worden sind, \u00fcber den Tanz zu ihrem K\u00f6rper zur\u00fcckfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die aktionistische Kampagne One Billion Rising entwickelte sich 2012 aus der V-Day-Bewegung \u2013 einer globale Bewegung, die 1998 von der New Yorker K\u00fcnstlerin Eve Ensler ins Leben gerufen wurde. Seitdem ist der 14. Februar nicht nur Valentinstag, sondern auch V-Day. Das \u201eV\u201c in V-Day steht f\u00fcr Victory (Sieg), Valentine (Valentinstag) und Vagina.<\/p>\n<p>Am und rund um den 14. Februar erlebt die Bewegung mit der Kampagne One Billion Rising einen Aktionsh\u00f6hepunkt. Seit 2013 sind weltweit tausende Aktivist_innen singend und tanzend gegen Gewalt an Frauen* und M\u00e4dchen* aktiv. So etwa in Nordamerika, S\u00fcdafrika, Australien, Deutschland und \u00d6sterreich.\u00a0 Derzeit ist OBRA Kooperationspartnerin f\u00fcr die Ausstellung<strong> eigenART II<\/strong> in der Gr\u00fcnenGalerie 7.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/kultur\/gruene-galerie-sieben\/\">Die Gr\u00fcne Galerie\u00a0 7\u00a0\u00a0<\/a> besteht seit 2006 in den B\u00fcror\u00e4umlichkeiten der Gr\u00fcnen Neubau. Gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/germanistik\/anna-babka\/\">Anna Babka<\/a> lade\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/biographie-in-zahlen-2\/\">ich<\/a> hier her engagierte K\u00fcnstler_innen ein, die aktuelle Diskurse als Basis ihrer Arbeit sehen, oder wo wir\u00a0 in der Interpretation der Werke oder der k\u00fcnstlerischen Pers\u00f6nlichkeit einen Diskussionsbeitrag zu aktuellen Themen wahrnehmen.\u00a0 Wir freuen uns sehr\u00a0 mit der aktuellen Ausstellung nicht nur 15 sehr unterschiedliche international vernetzte K\u00fcnstlerinnen zu pr\u00e4sentieren, sondern auch in Kooperation mit<a href=\"https:\/\/1billionrising.at\/\"> Obra -One Billion Rising Austria<\/a>\u00a0 klar und unmi\u00dfverst\u00e4ndich auf die aktuelle Situatiion der weltweiten Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstlerinnen<\/p>\n<p>Ophira Avisar \u2022\u00a0Amelita Bradu \u2022\u00a0Kati Bruder \u2022\u00a0Magaly Cureau \u2022\u00a0Ewa Dziedzic \u2022\u00a0Anneliese Erdemgil-Brandst\u00e4tter \u2022\u00a0Sarah Fellner \u2022\u00a0Veronika Junger \u2022\u00a0Sophie Kr\u00fcger \u2022\u00a0Aiko Kazuko Kurosaki \u2022\u00a0 Sara Merec \u2022\u00a0Martina Mina \u2022\u00a0Martina Montecuccoli \u2022\u00a0 Doris Neidl \u2022\u00a0Petra Paul \u2022\u00a0Petra R\u00f6bl \u2022\u00a0Sabine Schwaighofer \u2022\u00a0Abigail Stern \u2022\u00a0Julia \u00dcberreiter \u2022\u00a0Valerie Villena \u2022\u00a0Judith Wagner \u2022\u00a0Vivian Crespo Zurita<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnungsperformance von Aiko Kazuko Kurosaki zur aktuellen Situation<\/p>\n<p>Die Abschiedsoperformance<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Programm:<\/p>\n<p><strong>Vernissage Dienstag, 12.02.2019, 19:00<\/strong><br \/>\nBegr\u00fc\u00dfung: Dr.in Anna Babka, Mag.\u00aa Ursula Berner<br \/>\nEr\u00f6ffnung: Mag.\u00aa Petra M. Springer<br \/>\nAiko Kazuko Kurosaki | Petra Paul: STAND-IN for OBRA \u2013 The Performance<\/p>\n<p><strong>Finissage: Mittwoch, 27.03.2019, 19:00<br \/>\n<\/strong>mit Dr.in Anna Babka, Mag.\u00aa Ursula Berner<br \/>\nPerformance: Vivian Crespo Zurita<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; in Kooperation mit OBRA \u2013 One Billion Rising Austria kuratiert\u00a0 von\u00a0 Mag.a Petra Springer,\u00a0 die auch den Einleitungstext zu dieser Ausstellung verfasst hat: &#8222;Geschichte der Frauenausstellungen Frauen waren lange Zeit vom Kunstmarkt ausgeschlossen, historisch gesehen tauchen K\u00fcnstlerinnen nur vereinzelt auf. 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