{"id":564,"date":"2015-10-02T12:36:27","date_gmt":"2015-10-02T10:36:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=564"},"modified":"2015-10-02T13:02:32","modified_gmt":"2015-10-02T11:02:32","slug":"ja-es-kann-auch-ein-bissl-mehr-sein-kulturpolitik-als-triebfeder-gegen-einen-identitaeren-kulturbegriff-ist-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/ja-es-kann-auch-ein-bissl-mehr-sein-kulturpolitik-als-triebfeder-gegen-einen-identitaeren-kulturbegriff-ist-moeglich\/","title":{"rendered":"Ja, es kann auch ein bissl mehr sein! Kulturpolitik als Triebfeder gegen einen identit\u00e4ren Kulturbegriff ist m\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p>Ja, da geht noch was, aber die g\u00e4hnende Leere in der Wiener Kulturpolitik kann ich ehrlich nicht sehen \u2013 es gibt ein sehr diverses Angebot auf unterschiedlichsten Ebenen \u2013 von Stra\u00dfenkunst bis Theater in der Josefstadt, von Wienwoche bis Symphoniker, von Wave bis Rhiz, von Brut \u00fcber Ragner Hof zum Wuk und da sind die ganzen Klein- und Mittelb\u00fchnen nicht genannt &#8230; alle arbeiten sich\u00a0mit unterschiedlichsten Mitteln an der\u00a0aktuellen politischen Situation ab.<\/p>\n<p>Was ich sehen kann ist, dass die Angebote innerhalb Wiens sehr ungleich verteilt sind, dass Ver\u00e4nderungen noch zu langsam gehen, dass die gro\u00dfen Tanker Themen wie Zuwanderung, Zusammenleben, Konflikt von Einbinden und Ausgrenzen, zwar spielen, aber die Erkenntnisse noch nicht in die eigenen Strukturen einbauen; dh. RegisseurInnen, SchaupielerInnen, Programm sind noch immer vorwiegend bildungsb\u00fcrgerlich gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Aber Neuorientierung findet statt. Mit Anna Badora kommt eine Intendantin nach Wien, deren spezifisches Anliegen es ist \u201ebildungsferne Schichten das Theater als Begegnungsort \u00fcber soziale Barrieren hinweg\u201c zu etablieren. Auch Thomas Zierhofer-Kin versteht sich gern als Stachel im Fleisch der Hochkultur \u2013 man wird mehr wissen, wenn die beiden ein Jahr gearbeitet haben.<\/p>\n<p>Daneben sind gerade in Wien in den letzten Jahren einige dezentrale kulturelle Begegnungsr\u00e4ume entstanden, die zeigen wie Kultur auch partizipativ und politisierend\u00a0funktionieren kann, wie die Brunnenpassage, Soho Ottakring oder die Wienwoche.<\/p>\n<p>Es ist noch nicht genug! Wir brauchen mehr offene R\u00e4ume f\u00fcr unterschiedliche kulturelle Aktivit\u00e4ten in den Au\u00dfenbezirken, auch fernab der Eventkultur, wir brauchen mehr Orte, wo junge K\u00fcnstlerInnen sich ohne finanzielles Risiko ausprobieren k\u00f6nnen, und wir brauchen Verbesserungen in den F\u00f6rderstrukturen: Vereinfachung der Ansuchen, klare Ausschreibung der F\u00f6rderkriterien, thematisch besser fokussierte Calls, mehr Einbindung zivilgesellschaftlicher ExpertInnen in Jurys .<\/p>\n<p>Wir brauchen im Kulturbudget mehr Spielraum um auf Neuentwicklungen zu reagieren. Und gerade im Bereich der Stadtentwicklung brauchen wir eine intensive sparten\u00fcbergreifende Zusammenarbeit. Wenn \u2013 wovon wir ausgehen &#8211; Wien in den kommenden Jahren um die Gr\u00f6\u00dfe von Graz w\u00e4chst, werden wir von Anfang an auch kulturelle Infrastruktur Ma\u00dfnahmen mitdenken m\u00fcssen. Es braucht Mittel um sinnvolle, nachhaltige moderne Konzepte zu entwickeln, die f\u00fcr die neue hinziehende Bev\u00f6lkerung von Anfang an \u201eOrte der Begegnung\u201c schaffen: am besten so , dass diese vor Ort wachsen und weiterentwickelt werden k\u00f6nnen. Die Ideen sind da, die Themen sind da, gute Kulturpolitik hat die Aufgabe sensible zu bleiben f\u00fcr gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen, kritische Stimmen zu h\u00f6ren und zu beachten und innovative Menschen zu motivieren ihre Ideen umzusetzen. Daf\u00fcr werde ich mich in den n\u00e4chsten Jahren stark machen.<\/p>\n<p>Die \u201eClash of Civilations\u201c Debatte st\u00fctzt in diesem Zusammenhang die Idee einer \u201egemeinsamen Leitkultur\u201c. Die halte ich ein einer sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernden Gesellschaft f\u00fcr fraglich. Und vor allem glaube ich nicht, dass Kulturpolitik so etwas wie eine Leitkultur setzen soll und kann. Wir PolitikerInnen sind aufgerufen aktuelle Diskurse wahrzunehmen und R\u00e4ume f\u00fcr gewaltfreie Auseinandersetzung zu schaffen \u2013 f\u00fcr die freie Szene genauso wie f\u00fcr etablierte Institutionen.<\/p>\n<p>Antwort auf Martin Wassermair: <a href=\"http:\/\/wassermair.net\/texte\/schweigen_kulturpolitik\">Kulturkampf &#8211; Kopf in den Sand? Freiheitlicher Kulturbegriff auf identit\u00e4rem Feldzug<\/a> Von Martin Wassermair. Erschienen in: Salzburger Kulturfenster, Ausgabe 10\/2015<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, da geht noch was, aber die g\u00e4hnende Leere in der Wiener Kulturpolitik kann ich ehrlich nicht sehen \u2013 es gibt ein sehr diverses Angebot auf unterschiedlichsten Ebenen \u2013 von Stra\u00dfenkunst bis Theater in der Josefstadt, von Wienwoche bis Symphoniker, von Wave bis Rhiz, von Brut \u00fcber Ragner Hof zum Wuk und da sind die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":554,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[44,64,41,18,42],"class_list":["post-564","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kultur","tag-diversitaet","tag-kultur","tag-kunst","tag-politik","tag-provokation","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=564"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":565,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/564\/revisions\/565"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/media\/554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=564"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=564"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=564"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}