{"id":519,"date":"2015-08-28T14:09:45","date_gmt":"2015-08-28T12:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=519"},"modified":"2015-09-11T14:31:48","modified_gmt":"2015-09-11T12:31:48","slug":"salzburger-wogen-als-vorboten-fuer-wiener-umwaelzungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/salzburger-wogen-als-vorboten-fuer-wiener-umwaelzungen\/","title":{"rendered":"Salzburger Wogen als Vorboten f\u00fcr Wiener Umw\u00e4lzungen?"},"content":{"rendered":"<p>Egal wie die politisch man die Intervention der Bl\u00e4ser bei Jedermann in Salzburg diesen Sommer bewertet, was folgte gibt einen Vorgeschmack, wie sich Kulturpolitik sich ver\u00e4ndern kann und wird, sollte die FP\u00d6 auch anderswo \u2013 in Wien zum Beispiel \u2013 Regierungsverantwortung bekommen.<\/p>\n<p>Das Zitat der Internationalen hat das Publikum so irritiert, dass sich die Festspielleitung gezwungen sah \u201eklaren Tisch\u201c zu machen und sich jedweden politischen Aktionismus bei den Salzburger Festspielen zu verbieten. Auch wenn wir in keiner Diktatur leben, &#8211; f\u00fcr die Cornelius Obonya derartige Interventionen gerechtfertigt f\u00e4nde \u2013 kann man schon aus den Nachwehen zur kleinen Intervention ablesen, wie Kulturpolitik in Zukunft stattf\u00e4nde, wenn die FP\u00d6 in Wien \u201ean die Macht\u201c k\u00e4me. Es wird sofort interveniert und die Festivalleitung muss innerhalb weniger Stunden \u201eOrdnung\u201c schaffen. Was wird aus der Freiheit der Kunst?<\/p>\n<p>Es\u00a0geht mir weniger um die Form des \u201eProtests\u201c der Musikerinnen,\u00a0als vielmehr um die (Einfluss-)Strukturen, die hier offensichtlich werden. Innerhalb weniger Stunden<\/p>\n<p>Blicken wir zur\u00fcck: K\u00e4rnten 1999 unter J\u00f6rg Haider. Dieser bestellte sich selbst zum Kulturreferenten, setze die Kulturamtsleitung au\u00dfer Kraft, und machte Kultur damit zur \u201eChefsache\u201c &#8211; unterst\u00fctzt von Andreas M\u00f6lzer als Berater, entschied er ab nun was Kultur im Land K\u00e4rnten sei: viel zeitgen\u00f6ssischen Kulturschaffenden wurden nicht mehr gef\u00f6rdert. Das Landesbudget stieg in der Sparte Brauchtumpflege und Volkskultur innerhalb von 11 Jahren um 120%, w\u00e4hrend die Ausgaben f\u00fcr freies Theater konstant zwischen 0,54 und 0,99% der Landes-Kulturbudgets grundelten. Und das obwohl K\u00e4rnten ein fortschrittliches Kulturf\u00f6rdergesetz hatte, das 2009 gemeinsam mit den freien Gruppen ausverhandelt worden war. Es wurde nicht exekutiert.<\/p>\n<p>Insgesamt stieg das Kultur-Budget von 19 Mio im Jahr 2000 auf 37 Mio im Jahr 2011. Investiert wurde davon in Gro\u00dfevents und die W\u00f6rtherseeb\u00fchne, die kleineren Kulturinitiativen erfuhren keine Erh\u00f6hungen.<\/p>\n<p>Auf Wien umgelegt muss man wohl davon ausgehen, dass \u2013 in Anbetracht der angespannten Budgetsituation &#8211; mit massiven K\u00fcrzungen gerechnet werden kann. Abgeleitet aus dem FP\u00d6 agieren auf Bezirksebene, m\u00fcssen wir uns dann wohl auf Volksfeste, Blasmusik und Traditionspflege einstellen.<\/p>\n<p>Von innovative Projekte, sozialkritische Auseinandersetzung, Inklusion in den Kulturbetrieb von allen, die hier leben, k\u00f6nnen wir dann allerh\u00f6chstens tr\u00e4umen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt bislang kein dezitiertes Kulturprogramm der FP\u00d6 f\u00fcr Wien, hier deshalb nur ein Auszug aus ihrem Parteiprogramm von 2011, der recht allgemein bleibt:<\/p>\n<p>\u201e<em>Unsere abendl\u00e4ndische Kultur ist reichhaltig und vielf\u00e4ltig. Sie verbindet die europ\u00e4ischen Kulturnationen. Der Erhalt unserer Kulturdenkm\u00e4ler hat dabei f\u00fcr uns hohe Bedeutung. <\/em><\/p>\n<p><em>Es gilt, ausgehend vom hohen erreichten Niveau, die freie Weiterentwicklung unserer eigenen Kultur zu erm\u00f6glichen und unsere Muttersprache als wichtigstes kulturstiftendes Element zu sch\u00fctzen. <\/em><\/p>\n<p><em>Hauptaufgabe der Kulturpolitik ist die F\u00f6rderung der Weiterentwicklung des kulturellen Reichtums unserer Gesellschaft. Dabei hat die Politik lediglich die Rahmenbedingungen zur Gew\u00e4hrleistung der Freiheit und Vielfalt der Kunst zu schaffen, da sich diese Vielfalt durch individuelle k\u00fcnstlerische Leistung entwickelt.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Egal wie die politisch man die Intervention der Bl\u00e4ser bei Jedermann in Salzburg diesen Sommer bewertet, was folgte gibt einen Vorgeschmack, wie sich Kulturpolitik sich ver\u00e4ndern kann und wird, sollte die FP\u00d6 auch anderswo \u2013 in Wien zum Beispiel \u2013 Regierungsverantwortung bekommen. 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