{"id":318,"date":"2010-03-10T12:56:20","date_gmt":"2010-03-10T11:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=318"},"modified":"2015-01-09T13:23:20","modified_gmt":"2015-01-09T12:23:20","slug":"frauen-biographien-in-den-oeffentlichen-raum-einschreiben-ein-kunstprojekt-in-neubau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/frauen-biographien-in-den-oeffentlichen-raum-einschreiben-ein-kunstprojekt-in-neubau\/","title":{"rendered":"Frauen Biographien in den \u00f6ffentlichen Raum einschreiben &#8211; Ein Kunstprojekt in Neubau"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Vorgeschichte:<\/strong><\/p>\n<p>Im \u00f6ffentlichen Raum in Wien ist das Geschlechterverh\u00e4ltnis bzw. die Repr\u00e4sentation von Frauen gemessen an ihrem tats\u00e4chlichen Anteil an der Gesamtgesellschaft \u00e4hnlich schlecht wie in der Kunst. Alleine im 7. Bezirk tragen von insgesamt etwa 70 Stra\u00dfen- und Ortsbezeichnungen 28 Flurnamen bzw. geographische Bezeichnungen, 26 M\u00e4nnernamen und f\u00fcnf Berufsbezeichnungen. Nur zwei tragen die Namen von Frauen. Von den sieben ausgewiesenen Denkm\u00e4lern im \u00f6ffentlichen Raum, die im Denkmalamt aufscheinen, erinnert nur eines an eine Frau, n\u00e4mlich an die Schauspielerin Hansi Niese (1875 &#8211; 1934). Es gibt kein von einer K\u00fcnstlerin gestaltetes Objekt im \u00f6ffentlichen Raum im Bereich des Bezirks Neubau. Die Gesamtgesellschaft setzt sich dagegen aus ca. 51,3% Frauen und 48,7% M\u00e4nnern zusammen. Frauen haben in der Vergangenheit als K\u00fcnstlerinnen, Lehrerinnen, Gesch\u00e4ftsfrauen, Wissenschaftlerinnen etc. das Leben im Bezirk gepr\u00e4gt. Viele unserer heutigen Errungenschaften \u2013 wie z.B. Schulbildung f\u00fcr alle Klassen und Geschlechter \u2013 gehen auf energisches, vision\u00e4res und entschiedenes Engagement von Frauen zur\u00fcck. Dennoch werden sie in den gro\u00dfen Geschichtsdarstellungen gerne vergessen, tauchen nur selten in der pers\u00f6nlichen Erinnerung und fast nie symbolisch in Form von Denkm\u00e4lern oder als Stra\u00dfenbezeichnungen im \u00f6ffentlichen Raum auf. Sie verschwinden unsichtbar.<\/p>\n<p><strong>Deshalb entschied sich die Kulturkommission Neubau\u00a0Anfang 2010\u00a0f\u00fcr einen geladenen\u00a0\u00a0Wettbewerb zur\u00a0Gestaltung von drei Interventionen im \u00f6ffentlichen Raum des 7. Bezirks.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ziel des Projektes<\/strong> ist es, den Anteil an Frauen, die die Gesellschaft aktiv mit gestaltet haben, zu erkennen und sichtbar zu machen. Mit dem Kenntlichmachen der Orte, an denen sie gelebt und\/oder gearbeitet haben, soll sowohl ihre Arbeit selbst als auch ihre Verbindung zum Bezirk dargestellt werden: Frauen als Knotenpunkte in der Gesellschaft, als aktiv Handelnde und Gestaltende an bis heute lebendigen Schnittpunkten im Bezirk.<\/p>\n<p><strong>Aufgabenstellung:<\/strong> Die Herausforderung besteht darin, gleichzeitig \u201ezu erinnern\u201c und eine Verbindung zur Gegenwart zu schaffen. An vorerst drei Orten im Bezirk sollen einander \u00e4hnliche, sichtbare Interventionen geschaffen werden, um die Lebensdaten, aber auch das Werk der einzelnen zu erinnernden Frau, zu vermitteln. Die Interventionen sollen sowohl einladen innezuhalten, als auch den Raum als \u201eFrauenraum\u201c definieren und in der Gestaltung als zusammengeh\u00f6rig erkennbar sein.<\/p>\n<p><strong>Ort 1: Stiftskaserne, Stiftgasse 2a<\/strong> Olly Schwarz (1877 &#8211; 1960), Frauenrechtlerin, Gr\u00fcnderin der Wiener Handelsschule f\u00fcr M\u00e4dchen und des Athenaeums, Hochschule f\u00fcr Frauen, gr\u00fcndete 1916 die Zentralstelle f\u00fcr weibliche Berufsberatung, mit dem Austrofaschismus wird sie \u201ein Pension\u201c geschickt, engagiert sich ab 1933 mit der Machtergreifung Hitlers in der \u201eLiga f\u00fcr Menschenrechte\u201c<\/p>\n<p><strong>Ort 2: Augustinplatz <\/strong>Vally Wieselthier (1895 &#8211; 1945), Keramikerin, Bildhauerin, Designerin, Mitarbeiterin der Wiener Werkst\u00e4tte, ab 1927 k\u00fcnstlerische Leiterin der Keramikabteilung, geht 1932 nach New York und beeinflusst weiter eine eigenst\u00e4ndige Keramikproduktion der Wiener Werkst\u00e4tte<\/p>\n<p><strong>Ort 3: Lerchenfelderstr. 131 <\/strong>Gisela von Camesina de San Vittore (1865 &#8211; ?) wurde in Triest als Tochter eines \u00f6sterreichischen Beamten geboren und zur Lehrerin ausgebildet. Nachdem sie als Fachlehrerin die Unterrichtsanstalten in Dresden, Stuttgart und Berlin besucht hatte, rief sie 1884 ein ganz neues Unterrichtssystem zur gewerblichen Ausbildung erwachsener M\u00e4dchen in Wien ins Leben. Ferner richtete sie im Jahre 1886 als erste Lehrerin in Europa die Unterrichtsabteilung in der Technologie wie auch in der Hygiene und Krankenpflege ein und legte denselben ihre eigenen Lehrb\u00fccher zu Grunde.<br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><strong>EINGELADENE K\u00dcNSTLERINNNEN:<\/strong><\/p>\n<p>Verantwortlich f\u00fcr die Auswahl der K\u00fcnstlerinnnen war die Kuratorin Bernadette Ruis, Leiterin des Kulturvereins \u2026to be continued. Das aus der Jurysitzung vom 26. M\u00e4rz 2010 hervorgegangene Siegerprojekt \u201eFrauen einen Teppich ausrollen\u201c von Iris Andraschek wird im Fr\u00fchjahr 2011 realisiert.<\/p>\n<ul>\n<li>Iris Andraschek<\/li>\n<li>Martina Braun<\/li>\n<li>Michela Ghisetti<\/li>\n<li>Barbara Musil<\/li>\n<li>Edith Payer<\/li>\n<li>Katharina Struber<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>JURORINNEN:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Ursula Berner\u00a0(AG des \u201eUnterausschusses f\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum&#8220;)<\/li>\n<li>Eva Sibitz (AG des \u201eUnterausschusses f\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum&#8220;)<\/li>\n<li>Christine Schiller (AG des \u201eUnterausschusses f\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum&#8220;)<\/li>\n<li>Gerd Buchinger (AG des \u201eUnterausschusses f\u00fcr Kunst im \u00f6ffentlichen Raum&#8220;)<\/li>\n<li>Madeleine Reiser (Vorsitzende der Kulturkommission Neubau)<\/li>\n<li>Thomas Blimlinger (Bezirksvorsteher Wien Neubau)<\/li>\n<li>Christa Benzer (Kulturjournalistin Der Standard \/ Springerin)<\/li>\n<li>Anna Steiger\u00a0(Vizerektorin Mag.\u00a0Akademie der bildenden K\u00fcnste Wien)<\/li>\n<li>Bernadette Ruis (Kuratorin des Projekts)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorgeschichte: Im \u00f6ffentlichen Raum in Wien ist das Geschlechterverh\u00e4ltnis bzw. die Repr\u00e4sentation von Frauen gemessen an ihrem tats\u00e4chlichen Anteil an der Gesamtgesellschaft \u00e4hnlich schlecht wie in der Kunst. 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