{"id":2410,"date":"2026-06-03T10:07:06","date_gmt":"2026-06-03T08:07:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=2410"},"modified":"2026-06-03T17:55:57","modified_gmt":"2026-06-03T15:55:57","slug":"kulturausschuss-transparent-juni26","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/kulturausschuss-transparent-juni26\/","title":{"rendered":"Kulturausschuss.transparent &#8211; juni26"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeiten werden h\u00e4rter:<\/p>\n<p><em><strong>Im Juni war kein einziger(!) F\u00f6rderakt f\u00fcr Kulturvereine\/institutionen auf der Tagesordnung<\/strong> <\/em>des Kulturausschusses \u2013 nur die Novellierung der F\u00f6rderrichtlinien. Der zweite Akt aufd er kurzen Tagesordnung widmet sich dem Ludwig Boltzmanninstitut.<\/p>\n<p><strong>Ad 1 F\u00f6rderrichtlinien:<br \/>\n<\/strong>Was technisch-juridisch daher kommt, tr\u00e4gt ganz sch\u00f6nes Ver\u00e4nderungspotential f\u00fcr die Wiener Kulturlandschaft in sich:<\/p>\n<p>Ab jetzt werden <strong><em>Mehrjahresf\u00f6rderungen die Ausnahme<\/em><\/strong> sein,<br \/>\n<strong>die neue Regel sind ein Jahres Vertr\u00e4ge<\/strong>.<\/p>\n<p>Zitiert F\u00f6rderrichtlinien 4.2.:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201e<em>Eine Gesamtf\u00f6rderung kann nur f\u00fcr 1 Jahr gew\u00e4hrt werden<\/em>.<br \/>\n<em>Mehrj\u00e4hrige Gesamtf\u00f6rderungen sind nur bei laufender Gesamtf\u00f6rderung und nach R\u00fccksprache mit dem zust\u00e4ndigen Fachreferat sowie nur in absoluten und besonders begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen m\u00f6glich, beispielsweise wenn die*der F\u00f6rderwerbende nachweislich im Voraus l\u00e4ngerfristige Dispositionen getroffen hat bzw. treffen muss (z. B. Eingehen vertraglicher Bindungen) und ein mehrj\u00e4hriger Finanzplan sowie eine ausreichende Begr\u00fcndung vorliegen. Die*Der F\u00f6rderwerbende hat hierzu detaillierte und aussagekr\u00e4ftige Unterlagen vorzulegen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer also wird diese Ausnahme sein?<\/strong><br \/>\nLaut Antwort der MA7, steht die MA7 (Kultur) mit der Abteilung MA5 (Finanzwesen) dazu weiterhin in Verhandlungen.<br \/>\nF\u00fcr den Ausschuss konnte weder MA7\u00a0 noch die Stadtr\u00e4tin beantworten, auf wen diese Ausnahmeregelung angewandt wird, bzw. werden kann.<br \/>\nTats\u00e4chlich \u2013 das habe ich auch <a href=\"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/2025\/12\/\">schon an anderer Stelle ausgef\u00fchrt<\/a> \u2013 ist es f\u00fcr Vereine wie gro\u00dfe Institutionen sehr schwierig ein Programm zu gestalten, wenn sie keine langfristige Budgetsicherheit haben. Die Mehrjahresf\u00f6rderungen zu streichen, bedeutet f\u00fcr die meisten Vereine und Institutionen doppeltes Prekariat: finanziell \u2013 und juridisch, weil sie keine Vertr\u00e4ge mehr f\u00fcr Produktionen zeitgerecht abschlie\u00dfen beziehungsweise dies nur auf eigenes Risiko machen k\u00f6nnen. Au\u00dferdem m\u00fcssten sie im Grunde jedes Jahr im September alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter k\u00fcndigen oder zumindest beim Arbeitsmarktservice zur K\u00fcndigung vormerken. Bis dann im Dezember das Budget f\u00fcrs kommende Jahr festgelegt wird.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich war es eine Errungenschaft in Wien ab dem Ende der 90er Jahre, sp\u00e4testens seit der Theaterreform Mehrjahresf\u00f6rderungen breit zu verankern, und damit Gruppen wie auch H\u00e4usern Planbarkeit zu erm\u00f6glichen. Die jetzige Regelung bedeutet ein Zur\u00fcck in die Prekarisierung auf mehreren Ebenen.<\/p>\n<p>(vgl. zum Hintergrund auch\u00a0 <a href=\"https:\/\/kurier.at\/kultur\/kaup-hasler-wien-jaehrliche-bittsteller-zurueck-in-die-steinzeit-der-spoe-kulturpolitik\/403164970\">Thomas Trenkler im Kurier<\/a>, der auch als erster Journalist auf die\u00a0 geplante \u00c4nderung hingewiesen hat.)<\/p>\n<p><strong>Weitere Prekarisierung der Kulturszene <\/strong><\/p>\n<p>Diese Prekarisierung durch F\u00f6rderzusagen f\u00fcr nur mehr ein Jahr wird dadurch verst\u00e4rkt, dass zuk\u00fcnftig bei Budgetknappheit auch in bestehende Mehrjahresvereinbarungen\/f\u00f6rderungen eingegriffen werden kann!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eDie Stadt Wien beh\u00e4lt sich jedoch vor, einemehrj\u00e4hrig zugesagte F\u00f6rderung f\u00fcr die Folgejahre jeweils im Ausma\u00df von bis zu 10 % zu k\u00fcrzen, wenn dies aufgrund der finanziellen Situation der Stadt Wien erforderlich ist\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein wichtiges <em><strong>Argument f\u00fcr Mehrjahresvereinbarung sind auch die F\u00f6rderrichtlinien der EU<\/strong><\/em>. Das betrifft nicht nur Kulturprojekte! Wer immer EU-F\u00f6rderungen beantragt muss eine mehrj\u00e4hrige Programmplanung und Umsetzung garantieren. Wenn die F\u00f6rderrichtlinie so etwas verhindern, werden in Zukunft EU Kooperationen schwierig oder ganz unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Ausschuss betont die MA7, dass sie sich weiter bem\u00fchen zu verhandeln und Kulturarbeit langj\u00e4hrig absichern wollen<em> &#8211; <\/em>nicht zuletzt sind mehrj\u00e4hrige F\u00f6rderungen auch in der Kulturstrategie 2030 verankert.<\/p>\n<p>&#8222;S<em>o sehr sie diese f\u00fcr die Planbarkeit von Kulturinstitutionen als wichtig erachtet und diese anstrebt, erlaubt die aktuelle Budgetsituation derzeit leider keine mehrj\u00e4hrigen Zusagen; die Kulturabteilung handelt dabei nach den Vorgaben der Finanz<\/em>&#8220; (wird <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000323264\/stadt-wien-setzt-bei-kulturf246rderung-k252nftig-auf-einjahresvertr228ge\">Veronika Kaup Hasler im Standard<\/a> zitiert)<\/p>\n<p>Ich vertraue der MA7 und auch der Stadtr\u00e4tin, dass sie die besten Absichten haben.<br \/>\nJedoch, <strong>was einmal als Richtline festgelegt ist, das pickt!<\/strong> Uns Gr\u00fcnen war die m\u00fcndliche Zusicherung von glaubhaften Bem\u00fchen allein zu wenig \u2013 um diesen neuen F\u00f6rderrichtlinien zuzustimmen.<\/p>\n<p><em><strong>Ein Absetzungsantrag<\/strong><\/em> \u2013 sprich der Wunsch, die F\u00f6rderrichtlinien NACH ERFOLGREICHEN VERHANDLUNGEN MIT DER MA5 noch einmal zu diskutieren und daf\u00fcr einen kurzen Kulturausschuss einzuschieben, wurde leider von den Regierungsparteien (SP\u00d6\/NEOS) <em><strong>abgelehnt.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong><em>Tats\u00e4chlich wurde der Akt \u201eF\u00f6rderrichtlinien neu\u201c dann nur mit den Stimmen der SP\u00d6 und NEOS angenommen. Gr\u00fcne, FP\u00d6 und \u00d6VP stimmten dagegen<\/em><\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Ad 2<\/strong>, Als zweiter Akt war das <a href=\"https:\/\/lbg.ac.at\/\">Ludwig Boltzmann Insstitut<\/a> auf der Liste : auch hier K\u00fcrzung um 35%. Die Jahresf\u00f6rderung geht von 700.000 auf 450.000\u00a0 Euro.<br \/>\nMA7 OT-Ton: \u201eWir sind nicht gesetzlich verpflichtet das zu f\u00f6rdern.\u201c (Im Gegensatz zum Bund)<\/p>\n<p>F\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre wird versprochen keine (weiteren?) K\u00fcrzungen vornehmen zu wollen.<\/p>\n<p>Das war uns Gr\u00fcnen zu wenig Zusicherungen und zu wenig F\u00f6rderung \u2013 daher stimmten wir als einzige Partei gegen den Antrag.<\/p>\n<p><em><strong>Es gibt auch einen Erfolg zu berichten<\/strong><\/em>: erfreulicher Weise wurde der <em><strong>Gr\u00fcne Antrag f\u00fcr mehr Transparenz angenommen<\/strong><\/em>. Ab jetzt wird regelm\u00e4\u00dfig zum Fortgang des Bauprojekts Kinderkulturhaus Floridsdorf berichtet.<\/p>\n<p>Hier die Akten.<\/p>\n<p><strong>Post Nr. 1<\/strong><\/p>\n<p>Der Wiener Gemeinderat genehmigt den Inhalt der beiliegenden F\u00f6rderrichtlinien sowie die dargelegte Vorgehensweise und erm\u00e4chtigt die Magistratsabteilung 7, redaktionelle und formelle Anpassungen sowie inhaltliche \u00c4nderungen an der F\u00f6rderrichtlinie vorzunehmen, sofern damit keine finanziellen Auswirkungen und keine \u00c4nderungen der F\u00f6rdervoraussetzungen verbunden sind.<\/p>\n<p>(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)<\/p>\n<p><em>SP\u00d6\/NEOS daf\u00fcr<\/em><br \/>\n<em>Gr\u00fcne, \u00d6VP, FP\u00d6 dagegen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Post Nr. 2<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00f6rderung an die Ludwig Boltzmann Gesellschaft &#8211; \u00d6sterreichische Vereinigung zur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung f\u00fcr die Jahrest\u00e4tigkeit in der H\u00f6he von<br \/>\nEUR 450.000 wird gem\u00e4\u00df der F\u00f6rderrichtlinien der Magistratsabteilung 7 genehmigt. Die Bedeckung ist im Voranschlag 2026 gegeben.<\/p>\n<p>(Weiter an: Stadtsenat und Gemeinderat)<\/p>\n<p><em>SP\u00d6\/NEOS, \u00d6VP, FP\u00d6 daf\u00fcr<\/em><br \/>\n<em>Gr\u00fcne dagegen<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeiten werden h\u00e4rter: Im Juni war kein einziger(!) F\u00f6rderakt f\u00fcr Kulturvereine\/institutionen auf der Tagesordnung des Kulturausschusses \u2013 nur die Novellierung der F\u00f6rderrichtlinien. Der zweite Akt aufd er kurzen Tagesordnung widmet sich dem Ludwig Boltzmanninstitut. 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