{"id":2334,"date":"2026-02-25T23:09:53","date_gmt":"2026-02-25T22:09:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=2334"},"modified":"2026-02-25T23:17:47","modified_gmt":"2026-02-25T22:17:47","slug":"warum-wir-ein-sobieski-denkmal-am-kahlenberg-ablehnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/warum-wir-ein-sobieski-denkmal-am-kahlenberg-ablehnen\/","title":{"rendered":"Warum wir ein #Sobieski-Denkmal am Kahlenberg  ablehnen!"},"content":{"rendered":"<p>Rede im Wiener Gemeinderat am 18.2.<br \/>\n<em>Die folgende Rede wurde aus dem Protokoll heraus ver\u00f6ffentlicht. Sie enth\u00e4lt auch die Zwischenrufe und gibt so die Stimmug w\u00e4hrend der Debatte im Gemeinderat gut wieder.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<em>Die Vorgeschichte: Schon 2012\u00a0 fordert die FP\u00d6 eine Sobieski Statue am Kahlenberg zu errichten. Der Sockel f\u00fcr das Denkmal wurde im Jahr 2013 gelegt, f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter scheiterte jedoch die Aufstellung der bereits fertigen Reiterstatue (finanziert von einer privaten Initative)\u00a0 am Nein der Denkmalkommission im Wiener Rathaus. Seither stellen Fp\u00f6 und nun auch \u00d6VP regelm\u00e4\u00dfig neue Antr\u00e4ge zur Errichtung der Statue, eine polnisch-\u00f6sterr. besetzte Historiker.innenkommission hat davon abgeraten.<\/em><\/p>\n<p>Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Damen und Herren auf der Galerie! Liebe Damen und Herren via Livestream! Der Akt betrifft Kunst im \u00f6ffentlichen Raum. Ich bin zwar in der Opposition, aber ich m\u00f6chte meiner Vorrednerin doch mit vielen Dingen recht geben.<\/p>\n<p>Erstens: Kunst im \u00f6ffentlichen Raum ist ein wichtiger Aspekt, um niederschwellig mit Kunst in Kontakt zu kommen. Ganz niederschwellig, einfach vor der Haust\u00fcr, kann man mit Kunst in Kontakt kommen. Ich finde, es ist auch ein guter Anlass, dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch zu kommen, auch wenn manches, was dahingestellt wird, vielleicht irritieren mag oder Ihnen nicht unbedingt gefallen mag, liebe Kolleginnen und Kollegen von der FP\u00d6.<\/p>\n<p>Der Jubil\u00e4umsbrunnen soll, soweit ich geh\u00f6rt habe, sehr gut aufgenommen werden. <em>(GR Stefan Berger: Von wem?)<\/em> Im Sommer spielen dort die Kinder im Wasser. Er gilt als ein angenehmer Ort. Ich finde auch, wir m\u00fcssen uns nicht dar\u00fcber streiten. Nur dass Sie wissen: Es gibt Teile der Bev\u00f6lkerung, die lieben diesen Brunnen. <em>(GR Stefan Berger: Wir k\u00f6nnen dar\u00fcber streiten! Deswegen sind wir da!) <\/em>&#8211;\u00a0 Nein, nein, nein. Ich wei\u00df, Sie streiten gern, aber nicht \u00fcber den Jubil\u00e4umsbrunnen.<\/p>\n<p>Schauen Sie, ich w\u00fcrde jetzt noch etwas zu Lueger sagen. Prinzipiell muss ich schon sagen: Die Lueger-Statue ist schon ein bisschen gr\u00f6\u00dfer als die Stalin-Tafel. Daher kann ich mir auch vorstellen, dass es auch ein bisschen mehr Energie braucht. Ich habe mit Freude im Programm der K\u00d6R gelesen, dass es heuer Vermittlungsangebote zum Thema Lueger geben soll, also Spazierg\u00e4nge zu Lueger. Ich finde es gro\u00dfartig, wenn das passiert. Ich glaube, das ist notwendig. Inhaltlich &#8211; das wissen Sie &#8211; w\u00e4re ich daf\u00fcr, diese Statue aus der Innenstadt zu entfernen. Dar\u00fcber habe ich hier auch schon \u00f6fter geredet. Ich finde es deshalb toll, dass man den Platz jetzt ohne Statue anschauen kann.<\/p>\n<p>Prinzipiell g\u00e4be es andere M\u00f6glichkeiten, mit solchen Statuen umzugehen. Auch das habe ich hier schon \u00f6fters gesagt. Ich sage es jetzt einfach noch einmal. Fahren Sie einmal nach Berlin zum Schloss Spandau! Dort gibt es eine <a href=\"https:\/\/www.zitadelle-berlin.de\/museen\/enthullt\/\">Ausstellung, die hei\u00dft \u201eEnth\u00fcllt\u201c.<\/a> Die zeigt, wie man mit Statuen umgehen kann, die man irgendwie nicht mehr im \u00f6ffentlichen Raum stehen haben will, die man aber nat\u00fcrlich auch nicht zerst\u00f6ren will, weil sie Teil unserer Geschichte sind.<\/p>\n<p>Ich finde, das w\u00e4re auch f\u00fcr Wien eine M\u00f6glichkeit. Ich rate Ihnen allen, sich das live anzuschauen. Das ist aber nicht unbedingt eine Aufgabe der K\u00d6R, sondern das muss an anderen Stellen umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Mit Ihren Antr\u00e4gen &#8211; jetzt komme ich zu Ihrem Sobieski &#8211; werfen Sie eigentlich die Frage auf, welches Geschichtsbild in Wien sichtbar gemacht werden soll. Welches Gesellschaftsbild wollen wir machen? <em>(Zwischenruf des GR Wolfgang Irschik.)<\/em> &#8211; Ja, genau diese Frage ist es.<\/p>\n<p>Schauen Sie einmal! Ich habe etwas gefunden, das k\u00f6nnte ich Ihnen auch empfehlen. Es hei\u00dft \u201e<a href=\"https:\/\/www.mandelbaum.at\/buecher\/johannes-feichtinger-johann-heiss\/der-erinnerte-feind\/\">Der erinnerte Feind: Kritische Studien zur T\u00fcrkenbelagerung\u201c<\/a>, ein Buch aus der Rathausbibliothek. Sie k\u00f6nnen es sich alle ausborgen. <em>(Das genannte Buch in die H\u00f6he haltend.)<\/em> Es geht genau darum. Sie finden da ganz viel Studienmaterial und wissenschaftliches Material, wie man die T\u00fcrkenbelagerung einsch\u00e4tzen kann oder k\u00f6nnte. Es gibt ganz viel dazu.<\/p>\n<p>Wenn Sie das anschauen, werden Sie sehen: Ganz so einfach ist es nicht, darzustellen, wer Herr Sobieski f\u00fcr \u00d6sterreich \u00fcberhaupt war. Es ist auch nicht ganz so einfach zu sagen, wir nehmen eine Statue, die schon fertiggemacht ist, und stellen sie irgendwo auf. So arbeitet die K\u00d6R normalerweise nicht, ganz im Gegenteil: In der K\u00d6R gibt es eine Jury. Da gibt es eine Ausschreibung. Da sagt man: Das und das soll passieren. Dann gibt es Menschen, die Ideen dazu entwickeln, und dann eine Umsetzung. Dann sagt die Jury, welche Umsetzung wir wollen. Das hei\u00dft, wir nehmen kein fertiges Ding von acht Tonnen &#8211; ich wei\u00df nicht, aber ich nehme an, es sind acht Tonnen &#8211; und stellen es hin.<\/p>\n<div id=\"attachment_2340\" style=\"width: 411px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_Tuerkenbefreiungsdenkmalmodell01_fcc4615490.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2340\" class=\"size-full wp-image-2340\" src=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_Tuerkenbefreiungsdenkmalmodell01_fcc4615490.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_Tuerkenbefreiungsdenkmalmodell01_fcc4615490.jpg 401w, https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/csm_Tuerkenbefreiungsdenkmalmodell01_fcc4615490-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2340\" class=\"wp-caption-text\">Modell des ehemaligen T\u00fcrkenbefreiungsdenkmals im Wiener Stephansdom bis 1945<\/p><\/div>\n<p>Abgesehen davon wissen Sie alle, wie das ausschaut. Bei meinen Recherchen bin ich draufgekommen: Das ist eigentlich ziemlich arg. Denn so, wie diese Statue umgesetzt worden ist, ist das eigentlich eine Form von diffamierendem Bild, das bis 1945 im Stephansdom war. Das wurde im Krieg zerst\u00f6rt &#8211; ich sage, zum Gl\u00fcck -, weil das f\u00fcr die t\u00fcrkische Bev\u00f6lkerung damals schon katastrophal war. <strong>Es geht darum, dass eine Heldenperson auf einem Pferd sitzt und darunter t\u00fcrkisch konnotierte Menschen von diesem Pferd zertreten werden.<\/strong><\/p>\n<p>So eine Statue wollen Sie hier im \u00f6ffentlichen Raum aufstellen. Man muss sich \u00fcberlegen, was man damit sagen will. Was will man damit sagen? <em>(Beifall bei den GR\u00dcNEN. &#8211; GR Stefan Berger: So ein Bl\u00f6dsinn!)<\/em> &#8211; Das ist kein Bl\u00f6dsinn. <em>(Heiterkeit der Rednerin.) <\/em>Das ist so, wie es ausschaut. <em>(GR Stefan Berger: Du hast keine Ahnung! Das stimmt nicht!)<\/em> &#8211; Lieber Stefan Berger, Ahnung habe ich davon schon. Wenn ich es Ihnen zeigen soll: Ich bin Historikerin. Ich habe wirklich viel Zeit mit Geschichte verbracht, auch mit der Geschichte Wiens.<\/p>\n<p>Sie wissen nat\u00fcrlich: Wir GR\u00dcNE lehnen diese Art von Statue im \u00f6ffentlichen Raum ab. Das hat viele Gr\u00fcnde. Ich mache Ihnen jetzt eine kleine Vorlesung dazu, warum wir das ablehnen.<\/p>\n<p>Erstens &#8211; auch das wissen Sie, ich glaube, darum geht es eigentlich im Hintergrund &#8211; ist dieser Ort am Kahlenberg, wo Sie diese Statue mit der Vernichtung bestimmter Bev\u00f6lkerungsgruppen aufstellen wollen, <strong>ein Magnet f\u00fcr rechtsextreme Aufm\u00e4rsche und Aufm\u00e4rsche der Identit\u00e4ren.<\/strong> Jedes Jahr wird das dort daf\u00fcr genutzt, um aus dieser komplexen historischen Schlacht ein simplifiziertes Feindbild darzustellen, n\u00e4mlich Christentum gegen Islam. Das wollen Sie verst\u00e4rken. Das finden wir nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. <em>(GR Armin Blind: Geschichtsklitterung!)<\/em> &#8211; Das ist keine Geschichtsklitterung. Ich werde es Ihnen gleich weiter ausf\u00fchren, aber Sie m\u00fcssten noch ein bisschen zuh\u00f6ren, denn so schnell kann ich gar nicht reden, wie Sie sich aufregen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-entwurf.avif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2341\" src=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-entwurf.avif\" alt=\"\" width=\"1616\" height=\"967\" \/><\/a>Also, ein historisierendes Denkmal &#8211; so nennt man es, wenn man eine Figur wie im Theater darstellt oder sie wie im Comic k\u00fcnstlich hinstellt &#8211; w\u00fcrde uns nicht st\u00e4rken, sondern es w\u00fcrde die Stadt nicht mehr als ein weltoffenes Wien zeigen. Sondern was w\u00fcrde es zeigen? &#8211; Ein Vernichtungs-Wien. Das wollen wir nicht.<\/p>\n<p><strong>Ein weiteres monumentalisierendes Sobieski-Denkmal ist auch kein neutrales Erinnerungszeichen, sondern es ist ein politisches Statement im Sinne des 19.\u00a0Jahrhunderts.<\/strong> Schon damals war f\u00fcr diese Stelle \u00fcbrigens eine 40 Meter hohe Siegess\u00e4ule geplant, die Sobieski als Retter des Abendlandes inszenieren sollte. Stellen Sie sich vor: Auch damals hat der Gemeinderat dar\u00fcber gestritten. Stellen Sie sich vor: Es ist, wie Sie wissen, nicht gebaut worden. Also haben Sie keine Mehrheiten daf\u00fcr bekommen, und zwar war es auch damals in einer nationalen und klerikalen Selbstinszenierung der Stadt gesammelt. <em>(GR Stefan Berger: H\u00e4tte es Sobieski nicht gegeben, w\u00fcrden Sie heute nicht dastehen!)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-kahlenberg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-2339\" src=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-kahlenberg.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-kahlenberg.jpg 810w, https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-kahlenberg-300x200.jpg 300w, https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-kahlenberg-768x512.jpg 768w, https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SObieski-denkmal-kahlenberg-676x451.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><\/a>Genau das wollen Sie echt jetzt, 2026, erreichen? &#8211; Da sind wir doch weit davon entfernt. <strong>Heute sehen wir ein vereintes Europa als ein Friedensprojekt. In so einem Friedensprojekt wirkt so ein Heldendenkmal aus der Zeit gefallen,<\/strong> weil es im Widerspruch zu einem Verst\u00e4ndnis von Geschichte als Differenzierung und als Dialog mit unterschiedlichen Meinungen steht.<\/p>\n<p>Viele Historikerinnen und Historiker &#8211; ich verweise nochmals auf den Band, es hat aber auch von der Akademie der Wissenschaften 2017 ein Symposium gegeben, das k\u00f6nnen Sie auch nachlesen &#8211; weisen darauf hin, dass <strong>die Schlacht 1683 kein mythischer Religionskrieg zwischen Christen und Islam war, sondern ein Machtkampf zweier europ\u00e4ischer Gro\u00dfm\u00e4chte unterschiedlicher Dynastien und geo\u00f6konomischer Interessen.<\/strong> <em>(GR Wolfgang Irschik: Wo war das jemals anders?)<\/em><\/p>\n<p>Auf Habsburger Seite k\u00e4mpften Katholiken, Protestanten und ausl\u00e4ndische Kontingente, und auf osmanischer Seite k\u00e4mpften ebenso Menschen aus verschiedenen Herk\u00fcnften und Konfessionen. Sie wurden \u00fcbrigens auch von den Franzosen unterst\u00fctzt, falls Sie das nicht mehr in Erinnerung haben.<\/p>\n<p><strong>Wer heute also Sobieski als einen eindeutigen Zivilisationshelden stilisieren will, blendet diese historische Realit\u00e4t bewusst aus und betreibt Geschichtspolitik und nicht Erinnerungskultur, meine Damen und Herren.<\/strong> <em>(Beifall bei den GR\u00dcNEN.)<\/em><\/p>\n<p>Die Figur Sobieski ist seit Jahrzehnten Projektionsfl\u00e4che verschiedenster nationalistischer Bewegungen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Rechtsextreme Gruppen in Europa verwenden das Bild als Symbol eines angeblichen Abwehrkampfes gegen Fremde. <em>(Heiterkeit des GR Wolfgang Irschik.)<\/em> Polenk\u00f6nig Sobieski wird auf einschl\u00e4giger Seite sogar neben den eingest\u00fcrzten T\u00fcrmen des World Trade Centers inszeniert. <em>(StRin Mag. Ulrike Nittmann: Da kann er nichts daf\u00fcr!)<\/em><\/p>\n<p>Auch in \u00d6sterreich greifen die Identit\u00e4ren gezielt auf Sobieski zur\u00fcck: in ihren Kundgebungen am Kahlenberg und im sogenannten Symbollogo Spirit of 1683. Sie kennen es. Komischerweise ist das Englisch untertitelt. <em>(Zwischenruf bei der FP\u00d6.)<\/em> &#8211; Ich wei\u00df auch nicht, wie das passiert ist.<\/p>\n<p>Aber ein neues monumentales Denkmal w\u00fcrde genau diese Missbrauchsdynamik wieder verst\u00e4rken. Die \u00f6sterreichisch-polnische ExpertInnengruppe, meine Kollegin Akcay hat vorher schon darauf hingewiesen, hat daher ausdr\u00fccklich empfohlen, von jeder Form der historisierenden Denkm\u00e4ler Abstand zu nehmen und stattdessen Friedens- und Allianzdenkm\u00e4ler als Zeichen der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung dorthin zu setzen. <em>(Zwischenruf bei der FP\u00d6.)<\/em> Diese Einsch\u00e4tzung teilen wir GR\u00dcNE zu hundert Prozent.<\/p>\n<p>Wenn wir wissen, dass ein Heldendenkmal wahrscheinlich als Kulisse f\u00fcr rechtsextreme Propaganda dient, dann k\u00f6nnen wir das doch nicht unterst\u00fctzen. <em>(GR Anton Mahdalik: Entschuldigung \u2026)<\/em> Das w\u00e4re doch fahrl\u00e4ssig, so etwas aufzustellen. Das muss Ihnen klar sein. In einer Zeit, in der wir uns gegen den Rechtsruck in ganz Europa, und nicht nur gegen den Rechtsdruck in ganz Europa, nein, gegen den Rechtsdruck auf der ganzen Welt &#8211; ich sage nur Trump &#8211; stellen m\u00fcssen, k\u00f6nnen wir nicht so etwas unterst\u00fctzen. Ich glaube, dass das auch die liberalen Kr\u00e4fte in der \u00d6VP nicht wollen. <em>(Beifall bei den GR\u00dcNEN und von GRin Dr. Claudia Laschan. &#8211; Zwischenruf bei der FP\u00d6.)<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_2347\" style=\"width: 411px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Augustinerkirche__Relief_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2347\" class=\"size-full wp-image-2347\" src=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Augustinerkirche__Relief_.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Augustinerkirche__Relief_.jpg 401w, https:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Augustinerkirche__Relief_-201x300.jpg 201w\" sizes=\"auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2347\" class=\"wp-caption-text\">Sobieski-Gedenktafel Augustinerkirche (Foto Lisa Bolyos)<\/p><\/div>\n<p>Niemand &#8211; und da muss ich Ihnen noch einmal entgegentreten, liebe Judith Edelmann &#8211; bestreitet die historische Bedeutung von Sobieski und der Ereignisse von 1683.<em> (GR Anton Mahdalik: Oja, das macht ihr gerade.)<\/em> Niemand bestreitet die Verbundenheit vieler Pol:innen mit dem Teil der Geschichte. In Wien hat Sobieski, auch das hat meine Kollegin Akcay vorher schon gesagt, bereits <a href=\"https:\/\/www.oeaw.ac.at\/tuerkengedaechtnis\/kontexte\/jan-iii-sobieski-hintergruende-und-erinnerungsspuren\/sobieski-und-wien-denkmaeler-und-erinnerungen\">zahlreiche Orte des Ged\u00e4chtnisses<\/a>: mehrere Gedenktafeln am Kahlenberg in der St. Josephskirche, eine Gedenktafel in der Augustinerkirche, Darstellungen im Stephansdom sowie mehrere Stra\u00dfennamen, die Sobieski-Gasse und den Sobieski-Platz. Es fehlen also nicht Erinnerungsorte, um eine zeitgem\u00e4\u00dfe und auch eine reflektierte Deutung f\u00fcr Sobieski zu haben. <em>(Beifall bei GR\u00dcNEN und SP\u00d6.)<\/em><\/p>\n<p>Gerade deshalb ist ein Allianzdenkmal notwendig, eines, das die gemeinsame europ\u00e4ische Verantwortung herausstreicht, statt alte Feindbilder zu wiederholen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist 1683 keine Entscheidung zwischen Kreuz und Halbmond gefallen, sondern es wurde ein dynastischer Machtkampf ausgetragen, der heute nicht zur Legitimation eines Kulturkampfes missbraucht werden darf.<\/p>\n<p>Ich habe das mehrmals gesagt, und ich glaube, man kann es \u00f6fters wiederholen: Wien ist heute eine Stadt der Vielfalt, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenleben und auch einander bereichern. Unser zentrales Anliegen\u00a0\u2026 <em>(GR Anton Madhalik: In der Favoritenstra\u00dfe\u00a0\u2026) <\/em>&#8211; Ja, auch in der Favoritenstra\u00dfe leben Menschen mit unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden, und auch Sie k\u00f6nnten mithelfen zu kl\u00e4ren <em>(GR Michael Stumpf, BA: Das ist schon recht einseitig.)<\/em>, wie k\u00f6nnen wir miteinander gut zusammenkommen, wie k\u00f6nnen wir uns austauschen? <em>(Beifall bei den GR\u00dcNEN und von GRin Astrid Pany, BEd, MA.)<\/em><\/p>\n<p>Es gibt Projekte dazu. Ich finde, da sollten wir uns gemeinsam darum k\u00fcmmern, dass wir gut miteinander in Austausch bleiben. Ja, das sehe ich auch so, genau.<\/p>\n<p>Uns als GR\u00dcNE ist ein zentrales Anliegen, Symbole im \u00f6ffentlichen Raum zu setzen, die das Miteinander st\u00e4rken und nicht die Spaltung und Ressentiments befeuern. Ein neuer Sobieski-Monumentalbau am Kahlenberg w\u00e4re ein r\u00fcckw\u00e4rtsgewandtes Signal in Richtung der vermeintlichen Feinde, statt auf eine gemeinsame L\u00f6sung f\u00fcr Klimakrise, soziale Gerechtigkeit und Frieden zu bitten. <em>(Zwischenruf bei der FP\u00d6.)<\/em> Deshalb sagen wir Ja zur Erinnerung, aber Nein zur Heroisierung. <em>(GR Mag. Dietbert Kowarik: &#8230; ist l\u00e4cherlich! Die Einzigen, die spalten, sind Sie. Ihr\u00a0\u2026) &#8211; <\/em>Ich finde es schade, dass Sie alles l\u00e4cherlich finden. Ich habe mich wirklich besch\u00e4ftigt damit und im Gegensatz zu Ihnen habe ich das auch gelesen. <em>(Die Rednerin h\u00e4lt mit einer Hand ein Buch in die H\u00f6he.) <\/em>Sie k\u00f6nnten das auch einmal tun. <em>(Beifall bei GR\u00dcNEN und SP\u00d6; GR Mag. Dietbert Kowarik: Ihr schafft nicht einmal, unseren Beschlussantr\u00e4gen zuzustimmen. Das solltet ihr auch einmal historisch aufarbeiten. Das ist Ihr Miteinander!)<\/em> &#8211; Probieren Sie einmal, die tats\u00e4chlichen Fakten anzuschauen und sich anzuschauen, was das ist. Probieren Sie es einmal.<\/p>\n<p>Ja zur historischen Aufarbeitung, aber Nein zu Symbolen, die gezielt von Rechtsextremen als Kampfaufruf gegen Minderheiten verwenden werden. <em>(Anhaltende Zwischenrufe bei der FP\u00d6.)<\/em> Und Ja zu einem Wien, das aus der Geschichte lernt, indem es den \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr Frieden, Dialog und demokratische Solidarit\u00e4t n\u00fctzt und nicht f\u00fcr die Inszenierung von l\u00e4ngst \u00fcberholten Abwehrmythen. Danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit. <em>(Beifall bei GR\u00dcNEN, SP\u00d6 und NEOS.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede im Wiener Gemeinderat am 18.2. Die folgende Rede wurde aus dem Protokoll heraus ver\u00f6ffentlicht. Sie enth\u00e4lt auch die Zwischenrufe und gibt so die Stimmug w\u00e4hrend der Debatte im Gemeinderat gut wieder. Die Vorgeschichte: Schon 2012\u00a0 fordert die FP\u00d6 eine Sobieski Statue am Kahlenberg zu errichten. 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