{"id":1987,"date":"2024-11-05T09:50:30","date_gmt":"2024-11-05T08:50:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=1987"},"modified":"2024-11-05T10:02:32","modified_gmt":"2024-11-05T09:02:32","slug":"demokratie-braucht-eine-freie-kulturarbeit-rede-zur-aktzuellen-stunde-am-23-10-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/demokratie-braucht-eine-freie-kulturarbeit-rede-zur-aktzuellen-stunde-am-23-10-24\/","title":{"rendered":"Demokratie braucht eine freie Kulturarbeit! &#8211; Rede zur aktuellen Stunde am 23.10.24"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Rede im Wiener Gemeinderat am 23.10.24 zur Aktuelle Stunde eingefordert von der \u00d6VP. Titel:\u00a0 \u201eKultur f\u00fcr alle, statt f\u00fcr den linken Freundeskreis! Wien subventioniert sich ins <\/em><\/strong><strong><em>Abseits.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Liebe \u00d6VP,<\/p>\n<p>Ich f\u00fcrchte ihr habt da heute eine Themenverfehlung<\/p>\n<p>Es gibt viel Gutes in Wien \u2013 aber es gibt auch einige Luft nach oben.<\/p>\n<p>Aber warum nennt Ihr das links?<br \/>\nEchte linke Kulturpolitik w\u00fcrde n\u00e4mlich hei\u00dfen:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0dass <strong>jedes Kind eine grundlegende Musikausbildung bekommt<\/strong> \u2013 kostenlos, das hei\u00dft im Rahmen der Pflichtschule<br \/>\nund <strong>dass alle, die es wollen, ein Instrument erlernen k\u00f6nnen<\/strong>, weil ausreichend Musikschulpl\u00e4tze in guter Qualit\u00e4t vorhanden sind.<\/li>\n<li>dass zumindest <strong>alle gro\u00dfen H\u00e4user barrierearm<\/strong> sind: dh. Rollstuhl Pl\u00e4tze Induktionsanlagen und \u00dcber- bzw. Untertitel , am besten mehrsprachig.<\/li>\n<li>dass alle <strong>K\u00fcnstlerInnen in der Stadt f\u00fcr ihre Arbeit fair bezahlt werden k\u00f6nnen<\/strong> \u2013 in gro\u00dfen wie in kleineren Institutionen \u2013 dazu m\u00fcssten auch die F\u00f6rderungen f\u00fcr Mittelb\u00fchnen und Festivals regelm\u00e4\u00dfig valorisiert werden.<\/li>\n<li>dass Leerst\u00e4nde in st\u00e4dtischen Immobilien, wie zB. dem Gemeindebauten, zu sehr g\u00fcnstigen Konditionen als Ateliers vermietet werden.<\/li>\n<li>dass die <strong>Transparenz nicht bei den GMBHs aufh\u00f6rt<\/strong>, so dass politische Kontrolle verunm\u00f6glicht wird. Es br\u00e4uchte dagegen volle Transparenz ab 1 Mio F\u00f6rderung; egal ob GmbH oder nicht. Volle Transparenz f\u00fchrt auch zu mehr Lohngerechtigkeit!<\/li>\n<li>das bei jedem neuem Stadtentwicklungsgebiet immer <strong>ein Ort, eine Location f\u00fcr Kulturangebote mitgeplant und auch in der Fl\u00e4chenwidmung verankert<\/strong> wird.\u00a0 \u2013 das hattet ihr schon mal im roten Wien der 20er Jahre als euch Bibliotheken und Volksbildung noch ein Anliegen war.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Das waren \u00fcbrigens alles Anliegen, die wir Gr\u00fcne in den vergangenen Jahren eingefordert haben!<\/strong><\/p>\n<p>Und dennoch \u2013 Wien bietet einiges und ich bin stolz in einer Stadt zu leben, wo \u00f6ffentlicher Diskurs m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Mir muss nicht alles pers\u00f6nlich gefallen, was hier geboten wird \u2013 egal ob Punkkonzert oder Quartettabend, egal ob Communitykochen, Life-performance oder Kafka als Ballett. <strong>Das Angebot ist breit<\/strong> \u2013 und das ist gut so.<\/p>\n<p><strong>Ziel der Kulturproduktion ist ja nicht nur die sch\u00f6ne Muse zu k\u00fcssen, <\/strong><br \/>\n<strong>sondern den Blick zu \u00f6ffnen, manchmal zu irritieren, <\/strong><strong>immer wieder zum Nachdenken anzuregen.<\/strong><\/p>\n<p>Hier geht\u2019s um Vergemeinschaftung von Ideen.<\/p>\n<p>Insofern ist <strong>der Raum, der durch die Kulturangebote ge\u00f6ffnet wird, eine grundlegende Basis f\u00fcr eine demokratische Gesellschaft, wie Heide Tenner das bei der Er\u00f6ffnung des \u201eTheater an der Wien\u201c<\/strong> gesagt hat. Und daran will ich gerne festhalten.<\/p>\n<p>Demokratie braucht Diskurs und Auseinandersetzung \u2013 und die Kulturangebote in Wien bieten das an.<\/p>\n<p>Dagegen war <strong>die erste Aktion der rechten Kulturpolitik von Schwarz-blau<\/strong> in Ober\u00f6sterreich das Kulturbudget sofort zu k\u00fcrzen:<\/p>\n<ul>\n<li>minus 34 Prozent bei der Literatur,<\/li>\n<li>minus 33 Prozent bei der Musik,<\/li>\n<li>minus 31 Prozent bei der Bildenden Kunst<\/li>\n<li>minus 28 Prozent bei Filmf\u00f6rderung, Volkskultur und Blasmusik.<\/li>\n<li>Selbst bei den seit Jahren unterdotierten Initiativen wurden weitere 10 Prozent gestrichen.<br \/>\nStattdessen wurde Motohall mitfinanziert &#8211; mit 4,5 Mio.!!!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir wissen also bei aller Kritik, welchen Kulturpolitischen Zugang wir aus der Opposition h\u00f6her sch\u00e4tzen:<\/p>\n<p>Den, wo Diskurs erm\u00f6glicht wird,<\/p>\n<p>den, der die Freiheit der Kunst hochh\u00e4lt<\/p>\n<p>den, der uns manchmal nervt<\/p>\n<p>und den, der aber trotzdem dazu beitr\u00e4gt Hoffnung und Visionen f\u00fcr eine besser Welt in die Menschen zu pflanzen.<\/p>\n<p>Wenn sie so eine Kulturpolitik links nennen \u2013 dann seis drum.<\/p>\n<p><strong>Wir werden die Kulturarbeitenden auch weiter bei provokanten Projekten unterst\u00fctzen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir werden weiter bessere Arbeits-Konditionen f\u00fcr Kulturarbeitende einfordern.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und wir werden uns weiter vom diversen Angebot \u00fcberraschen lassen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Demokratie braucht eine freie Kulturarbeit!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede im Wiener Gemeinderat am 23.10.24 zur Aktuelle Stunde eingefordert von der \u00d6VP. 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