{"id":1894,"date":"2024-02-28T15:23:26","date_gmt":"2024-02-28T14:23:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=1894"},"modified":"2024-05-22T10:17:11","modified_gmt":"2024-05-22T08:17:11","slug":"kultur-und-nachhaltigkeit-fair-sozial-klimagerecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/kultur-und-nachhaltigkeit-fair-sozial-klimagerecht\/","title":{"rendered":"Kultur und Nachhaltigkeit &#8211; fair, sozial, klimagerecht"},"content":{"rendered":"<p>Ein Nachbericht.<\/p>\n<p>Am 15. Februar 2024 fand zum 2. Mal der kulturelle Neujahrsempfang im Wappensaal des Wiener Rathauses statt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_Qh1pc_U4ao\">Video zur Veranstaltung<\/a>.<\/p>\n<p>Die <strong>Kunst wird traditionell eher dem Sch\u00f6nen und Guten<\/strong> zugerechnet. Sie verbreitet Ideen, entwirft Visionen und \u2013 was wir gerade besonders brauchen k\u00f6nnen \u2013 kann Hoffnung geben. Wir erleben gerade eine <strong>unglaubliche Transformation<\/strong>: der vergangene <strong>J\u00e4nner <\/strong>war der w\u00e4rmste seit der Messegeschichte \u2013 weltweit wurde ein Anstieg der <strong>Durchschnittstemperatur um 1,5 Grad<\/strong> gemessen. Mehr sollte es eigentlich nicht mehr werden \u2013 wenn wir die Welt wie wir sie heute kennen erhalten wollen.\u00a0 Gestern wurden die neuersten Erkenntnisse pr\u00e4sentiert, was passiert, wenn <strong>der Golfstrom versiegt<\/strong> und er ist dabei zu versiegen. \u2013 auch wir <strong>hier<\/strong> in Europa und wir hier in Wien, <strong>m\u00fcssen uns auf massive klimatische Ver\u00e4nderungen<\/strong> gefasst machen. Das zeigt: wir haben <strong>dringenden Handlungsbedarf!<\/strong> Wir m\u00fcssen unseren <strong>Lebensstil massiv ver\u00e4ndern<\/strong>, den <strong>Ressourcenverbrauch einschr\u00e4nken<\/strong>. Wenn wir in Europa und in Nordamerika das nicht schaffen, wird es weltweit <strong>katastrophale Folgen<\/strong> haben: soziale wie auch \u00f6kologische. Um so eine Transformation zu schaffen, braucht es immer <strong>dringender kreative Perspektiven<\/strong> und L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Es braucht <strong>Menschen, die Visionen entwickeln<\/strong> k\u00f6nnen und positive <strong>Zukunftsbilder<\/strong> zeigen. Es braucht Hoffnung. Und es braucht <strong>konkrete Ideen<\/strong> wie <strong>ein gutes Leben<\/strong> f\u00fcr m\u00f6glichst viele erreichbar ist! Das Ziel des Nachmittages ist das Thema <strong>Nachhaltigkeit mit unterschiedlichen Sinnen erfahrbar zu machen<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>Ziel <\/strong>ist es zwei wesentliche Dimensionen der Nachhaltigkeit herauszuarbeiten:\u00a0 <strong>Die soziale Nachhaltigkeit auf der einen Seite heraus zu arbeiten, also wie schaffen wir gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und Vereinbarkeit f\u00fcr K\u00fcnstlerInnen und K\u00fcnstler , und wie schaffen wir gleichzeitig auch eine \u00f6kologische Nachhaltigkeit, im Sinne von Ressourcenschonung<\/strong>.<\/p>\n<p>Beide Dimensionen h\u00e4ngen eng miteinander zusammen \u2013 nur wenn <strong>\u00f6kologische Ver\u00e4nderungen mit sozialen Ver\u00e4nderungen einhergehen<\/strong>, k\u00f6nnen wir sinnvolle Wege aus der aktuellen Krise finden.<\/p>\n<p><strong>Transformation braucht immer Solidarit\u00e4t!<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen heute nicht nur vom <strong>\u00f6kologischen Fussabdruck<\/strong> reden \u2013 also von all dem Ressourcenverbrauch, der schon stattgefunden und den wir dringend <strong>verkleinern <\/strong>m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir wollen auch <strong>hoffnungsvoll das Konzept des<\/strong> <strong>\u00f6kologischen Handabdrucks<\/strong> vorstellen: Der \u00f6kologischen Handabdruck hat einen <strong>solidarischen Aspekt<\/strong>. Er steht f\u00fcr die <strong>Aktivit\u00e4ten einer Person<\/strong>, die nicht nur die <strong>eigenen Umweltauswirkungen<\/strong> verringert, sondern auch die von anderen Personen.<br \/>\nDer Handabdruck besagt, dass <strong>wir alle<\/strong> \u2013 auf unterschiedliche Weise &#8211; <strong>wirksam werden k\u00f6nnen<\/strong>. Der Handabdruck zeigt auch auf, <strong>was schon gelungen<\/strong> ist. Und diese <strong>Handlungsf\u00e4higkeit macht Hoffnung<\/strong>!<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen nachmittag habe ich zu 2 Podien geladen. Geladen wurden <strong>Expert:innen aus Theater, Tanz , Performance, bildender Kunst, Musik, Film und den<\/strong><br \/>\n<strong>Fachvertretungen diskutierten in zwei Podiumsrunden Perspektiven und L\u00f6sungen der <\/strong><strong>sozialen und der \u00f6kologischen Nachhaltigkeit.<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus konnte das Thema Nachhaltigkeit mit der Wander-Ausstellung WASTE-ART auch sinnlich zug\u00e4nglich gemacht werden.<\/p>\n<p><strong>150 Teilnehmer:innen aus der Kunst- und Kulturszene\u00a0 spricht f\u00fcr gro\u00dfes Interesse an dem Thema und f\u00fcr dessen Brisanz im heutigen kulturpolitischen Diskurs.<\/strong><\/p>\n<p>Im ersten <strong>Podium \u201eHandabdruck st\u00e4rken \u2013 Soziale Nachhaltigkeit\u201c<\/strong><br \/>\ndiskutierten Interessenvertreter:innen und Expert:innen wie <a href=\"https:\/\/igkultur.at\/tag\/yvonne-gimpel\">Yvonne Gimpel<\/a> (IG Kultur), <a href=\"https:\/\/kosmostheater.at\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Leitung_Veronika-Steinbo%CC%88ck-Gina-Salis-Soglio.pdf\">Veronika Steinb\u00f6ck<\/a> (PAKT &amp; Kosmos Theater), <a href=\"https:\/\/www.d-arts.at\/about-4\">Ivana Pilic<\/a> (d\/arts \u2013 Projektb\u00fcro f\u00fcr Diversit\u00e4t und urbanen Dialog), <a href=\"https:\/\/www.danceability.at\/deutsch\/wir.htm\">Katharina Zabransky &amp; Regina Erben-Hartig<\/a> (DanceAbility), <a href=\"https:\/\/www.biennale.wien\/\">Sithara Pathirana<\/a> (Klima-Biennale Wien) und <a href=\"https:\/\/www.superar.eu\/ueber-uns\/\">Sabine Gretner<\/a> (Superar) \u00fcber die vielf\u00e4ltigen Herausforderungen f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb.<br \/>\nDiese reichen von Fair Pay und damit einhergehende angepasste F\u00f6rdermittel, Niederschwelligkeit sowie Barrierefreiheit von Kunst- und Kulturangeboten, kulturelle Bildung im Kinder- und Jugendalter sowie die Forderung nach mehr Diversit\u00e4t in Strukturen von Kunst- und Kulturorganisationen. Moderiert wurde diese Diskussionsrund von <a href=\"http:\/\/www.studiooneprojects.com\/fariba-mosleh\">Fariba Mosleh<\/a>. Wie viel noch im Sinne<br \/>\neiner Gleichstellung und Solidarit\u00e4t zu tun ist, zeigte sich schon in der Vorbereitung zur<br \/>\nVeranstaltung: damit Katharina Zabransky, eine DanceAbility Trainerin und Aktivistin mit ihrem E-Roll, auf der B\u00fchne im Podium sprechen kann, musste eine eigene Rampe angemietet werden. Das Wiener Rathaus besitzt bis dato keine flexiblen<br \/>\nRampen, um Menschen in Rollstuhl das Erklimmen der B\u00fchne zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das Podium zum zweiten Thema <strong>\u201eFu\u00dfabdruck verkleinern \u2013 \u00f6kologische Nachhaltigkeit\u201c <\/strong>setze sich aus Aktivist:innen und Nachhaltigkeits-Expert:innen zusammen.<br \/>\nEs diskutierten <a href=\"https:\/\/www.mariaholter.at\/a4f\/\">Maria C. Holter<\/a> (Artists for future), <a href=\"https:\/\/www.musicdeclares.net\/\">Jonathan Gabler<\/a> (Music declares<br \/>\nemergency Austria), <a href=\"https:\/\/www.burgtheater.at\/oekologische-nachhaltigkeit\">Wiebke Leithner<\/a> (Burgtheater; Nachhaltigkeits-beauftragte),<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.biennale.wien\/\">Claudius Schulze<\/a> (Klima-Biennale Wien), <a href=\"https:\/\/www.azw.at\/de\/artikel\/das-azw\/team\/\">Angelika Fitz<\/a> (AZW, care + repair) sowie <a href=\"https:\/\/www.plancfilm.com\/englisch\/about.php\">Claudia Wohlgenannt<\/a> (Filmbranche Plan C, green producing) \u00fcber die M\u00f6glichkeiten einer nachhaltigeren Kunst- und Kulturproduktion. Was heute schon geschafft wird, wo die Herausforderungen liegen, und was gebraucht wird, um diese f\u00fcr Zuk\u00fcnftige Produktionen bestm\u00f6glich zu meistern. Schwerpunkt der Fragen von <a href=\"https:\/\/www.kulturklima.at\/ueber-uns\/\">Barbara Neundlinger<\/a> war dabei z.B. die M\u00f6glichkeiten von Ressourcenschonung durch Mehrfachnutzung im Ausstellungbetrieb und bei B\u00fchnenbildern und Kost\u00fcmen, Tauschb\u00f6rsen f\u00fcr Requisiten, Second-Hand Nutzung bereits im Umlauf befindlicher Materialien. Aber auch positive Modelle wie das Greenproducing, das Filmfirmen mit spezifischen Incentives zu nachhaltigeren Produktionen motiviert. Auch Modelle f\u00fcr Gr\u00fcnere (Musik)Festivalkultur wurden vorgestellt.<\/p>\n<p>Das <strong>k\u00fcnstlerische Rahmenprogramm<\/strong> war so vielf\u00e4ltig wie die Diskutant:innen in den Panels und unterstrich die Intention der Veranstaltung. <strong>Ziel war das Thema Nachhaltigkeit auch sinnlich erfahrbar zu machen.<\/strong><br \/>\nKuratorin und K\u00fcnstlerin <a href=\"http:\/\/inaloitzl.net\/joomla2\/\">Ina Loitzl<\/a> hat einen Teil der Ausstellung<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.kuenstlerhaus.at\/besuch\/kalender\/ausstellung\/381\/waste-art.html\">WASTE ART,<\/a> die sie gemeinsam mit verschiedenen K\u00fcnstler:innenrealisiert hat, pr\u00e4sentiert. WASTE ART stellt die Sch\u00f6nheit der Objekte in den Fokus und betont die<br \/>\nBereitschaft zur materiellen Wiederbearbeitung. K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler haben seit jeher mit Trash, Abfall, Second-Hand- Materialien gearbeitet &#8211; sei es aus<br \/>\nfinanziellen, praktischen Gr\u00fcnden, oder dem Anlass heraus, sich von der \u201ehohen Kunst\u201c<br \/>\nabzuwenden und zu distanzieren. Besonders in den letzten Jahrzehnten entwickelten sich zahlreiche Bewegungen wie Recycling, Up-Cycling, Zero Waste, etc. mit dem Ziel Dinge haltbarer zu machen und dem \u00fcberbordenden Konsum und dem Wegwerfhabitus unserer Zeit entgegenzuwirken. Nikki Schuster arbeitet in ihren Werken mit M\u00fcll von<br \/>\nder Stra\u00dfe und hat daraus surreale Figuren gebaut. Gudrun Lenk-Wanes Arbeit besteht aus Hangings, die aus gesammeltem M\u00fcll bestehen. Irene W\u00f6lfl flechtet in ihrer Kunst<br \/>\nPlastikplanen und Ina Loitzl selbst hat sich mit dem Thema Plastik und Ozeane intensiv k\u00fcnstlerisch auseinandergesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Nachbericht. Am 15. Februar 2024 fand zum 2. Mal der kulturelle Neujahrsempfang im Wappensaal des Wiener Rathauses statt. Video zur Veranstaltung. Die Kunst wird traditionell eher dem Sch\u00f6nen und Guten zugerechnet. Sie verbreitet Ideen, entwirft Visionen und \u2013 was wir gerade besonders brauchen k\u00f6nnen \u2013 kann Hoffnung geben. Wir erleben gerade eine unglaubliche Transformation: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1898,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,8],"tags":[200,201,83,149,199],"class_list":["post-1894","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-kultur","tag-diskurs","tag-klima-biennale","tag-klimaschutz","tag-nachhaltigkeit","tag-wasteart","post-preview"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1894"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1894\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1900,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1894\/revisions\/1900"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1898"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}