{"id":1822,"date":"2024-03-21T09:06:37","date_gmt":"2024-03-21T08:06:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=1822"},"modified":"2024-03-26T21:30:25","modified_gmt":"2024-03-26T20:30:25","slug":"jugendkriminalitaet-was-tun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/jugendkriminalitaet-was-tun\/","title":{"rendered":"Jugendkriminalit\u00e4t &#8211; was tun?"},"content":{"rendered":"<p><em>Rede im Wiener Gemeinderat am 20.3.24 zur aktuelen Stunde: \u201eJugendgewalt in Wien nimmt zu! Hinschauen statt wegschauen: Verst\u00e4rktes kommunales Ma\u00dfnahmenpaket zu Jugendarbeit, Gewaltpr\u00e4vention und Integration gefordert!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Guten Morgen, Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n<p><span class=\"break-words \"><span dir=\"ltr\">Wir alle sind von den k\u00fcrzlichen Ereignissen sehr betroffen &#8211; als Eltern, als Nachbarn und als Menschen. Trotz dieser Betroffenheit wird von uns Politiker:innen ein klarer Blick und k\u00fchler Kopf verlangt, um notwendige Schritte zu setzen.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span class=\"break-words \"><span dir=\"ltr\">Ziel muss es sein, <strong>pr\u00e4ventiv solche Vorf\u00e4lle zu verhindern<\/strong>, aber auch, wenn dies nicht mehr gelingt, fachgerecht zu intervenieren und <strong>besonders f\u00fcr das Opfer eine gute Nachbetreuung gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p>Denn auch das zeichnet eine Gesellschaft aus: ob Parteien einen solchen Gewaltvorfall dazu nutzen, um zu verunsichern und Hass zu sch\u00fcren oder ob wir einen <strong>angemessenen Umgang finden, der nachhaltig zu einer sichereren und solidarischen Gesellschaft<\/strong> beitr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ein Blick in die Geschichte hilft:<br \/>\nWenn wir einen Schritt zur\u00fccksteigen, dann m\u00fcssen wir leider vor uns selbst zugeben:<strong> Gewaltausbr\u00fcche sind keinesfalls neu und auch das Thema Jugendbanden, die \u00fcberwiegend aus m\u00e4nnlichen Jugendlichen bestehen. <\/strong>Sie sind Teil der jugendlichen Entwicklung mit der eine Gro\u00dfstadt umgehen mu\u00df.<\/p>\n<p>Es gibt Berichte \u00fcber die Kettenbande, die in den fr\u00fchen 50ern die Kaiserstra\u00dfe im 7.Bezirk unsicher gemacht hat. Wir kennen Berichte der Banden am Rennbahnweg \u00a0und andere , die noch in den 70ern den Karl Marx Hof in Angst und Schrecken versetzen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind Jugendliche Banden, die zerst\u00f6rerisch raufend durch die Gassen ziehen, und viele in Angst versetzen, Teil der europ\u00e4ischen Literaturgeschichte: in <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4VBsi0VxiLg\">Romeo und Julia<\/a> (start im link ab 0.34) zB., genauso wie in der <a href=\"https:\/\/www.imdb.com\/title\/tt3581652\/\">West-Sidestory<\/a>.<br \/>\nUnd leider ist auch die sexuelle Ausbeutung junger M\u00e4dchen, Teil der europ\u00e4ischen Geschichte:<br \/>\nWer hier im Saal kennt nicht die <strong>angeblichen Bekenntnisse von Josefine Mutzenbacher, die detailreich beschreibt<\/strong>, wie sie als deutlich minderj\u00e4hriges M\u00e4dchen im Keller ihres Hause kindliche Burschen und erwachsene M\u00e4nner bedient.<\/p>\n<p><strong>Sexualisierte \u00dcbergriffe auf ganz junge M\u00e4dchen sind teils bel\u00e4chelter, teils fasziniert beobachteter Teil unserer Geschichte und Kultur \u2013 leider.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Eine solidarische modere Gesellschaft setzt sich zum Ziel solche \u00dcbergriffe zu verhindern.<\/strong> Als Stadt, als politische Vertreterinnen sehen wir uns in der Verantwortung hier einzugreifen:<\/p>\n<p>Heute im Jahr 2024 sind wir zum Gl\u00fcck in der Lage, <strong>Gewalt unter Jugendlichen und sexuelle \u00dcbergriffe ganz klar zu benennen und dagegen vorzugehen<\/strong>. Wir wissen auch, was hilft. <strong>Wir m\u00fcssen in die Pr\u00e4vention investieren<\/strong>. Das wissen Sie, liebe KollegInnen auch.\u00a0 Das bedeutet auch, jedes Opfer von Gewalt bestm\u00f6glich vor weiterer Gewalt zu sch\u00fctzen und &#8211; und das ist offensichtlich f\u00fcr manche schwer anzuerkennen \u2013 <strong>es bedeutet auch, mit den Jugendlichen, die Gewalt aus\u00fcbten, opferschutzorientierte T\u00e4terarbeit durchzuf\u00fchren.<\/strong> Denn diese noch fast Kinder und Jugendliche m\u00fcssen lernen, dass ein solches Verhalten keinesfalls bagatellisiert wird und sie m\u00fcssen lernen, sich anders zu verhalten, ansonsten besteht die Gefahr f\u00fcr weitere \u00dcbergriffe in der Zukunft!<\/p>\n<p>Die Stadt Wien hat eine lange Tradition offener und aufsuchender Jugendarbeit:<br \/>\nSp\u00e4testens ab den 70er Jahren wurde begonnen in offene Jugendarbeit \u2013 zu investieren und <strong>auch die <a href=\"https:\/\/www.maenner.at\/\">M\u00e4nnerberatung Wien<\/a> wurde 1984 als eine der ersten im deutschsprachigen Raum gegr\u00fcnde<\/strong>t. Es gibt Jugendzentren, aufsuchende Jugendarbeit, Parkbetreuung \u00a0&#8211; sinnvolle \u00f6ffentlich finanzierte Betreuungsangebote. Fr\u00fche Hilfen sollen Familien in Krisen beistehen und letztlich hat die MA11 einzugreifen, wenn Gewalt in der Familie eskaliert.<\/p>\n<p>Es gibt also einige Angebote \u2013 <strong>aber es gibt auch blinde Flecken<\/strong> und wir m\u00fcssen uns fragen, ob erstens die aktuellen Angebote der Stadt die Zielgruppen auch erreichen,<br \/>\nund zweitens m\u00fcssen wir uns fragen, wie es mit der Solidarit\u00e4t in der Stadt aussieht, wenn <strong>H\u00e4user mitten in der Stadt verfallen und leer stehen, sodass sie zu Tatorten werden k\u00f6nnen<\/strong>.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir auch nach den Erziehungsberechtigten fragen und diese in die Pflicht nehmen, es gilt <strong>hier in Elternarbeit zu investieren<\/strong>, auch in fremdsprachige Angebote (!), um aufzukl\u00e4ren und Hilfe anzubieten. Wir wissen aber auch um die teils desastr\u00f6sen Zust\u00e4nde in den WGS der Stadt Wien, die es nicht schaffen, Kindern und Jugendlichen den sicheren Raum zu geben, den sie brauchen.<\/p>\n<p>Die WGs f\u00fcr unbegleitete Asylwerber haben ein schlechteres Betreuungsverh\u00e4ltnis als die WGS f\u00fcr Kinder mit \u00f6sterr. Staatsb\u00fcrgerschaft. Weil f\u00fcr diese Kinder deutlich weniger Budget zur Verf\u00fcgung gestellt wird<\/p>\n<p>Es braucht dringend einen <strong>massiven Ausbau der Psychiatrischen und Psychotherapeutische Angebote f\u00fcr Kinder und Jugendliche<\/strong> !<\/p>\n<p>Es braucht <strong>einen deutlichen Ausbau der Schulsozialarbeit und<\/strong> es braucht einen Ausbau der koordinierten Zusammenarbeit von <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/verwaltung\/organisation\/staat\/polizei\/\">Polizei<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.soziale-arbeit.wien\/\">Sozialarbeit<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/kontakte\/ma11\/\">MA11<\/a>, von <a href=\"https:\/\/www.derad.at\/\">DERAD<\/a> und\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/menschen\/kind-familie\/servicestellen\/wned.html\">WNED<\/a> und Bildungseinrichtungen\u00a0 &#8211; damit jeder Bereich seinen Fachrichtung ihre Expertise einbringen kann, und Probleme fr\u00fchzeitig erkannt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die aktuellen Herausforderungen werden wir nur gemeinsam und in Solidarit\u00e4t l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>DANKE<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede im Wiener Gemeinderat am 20.3.24 zur aktuelen Stunde: \u201eJugendgewalt in Wien nimmt zu! 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