{"id":157,"date":"2010-03-03T15:30:08","date_gmt":"2010-03-03T14:30:08","guid":{"rendered":"http:\/\/ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=157"},"modified":"2014-12-08T16:18:03","modified_gmt":"2014-12-08T15:18:03","slug":"porno-kunst-und-die-geldmisere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/porno-kunst-und-die-geldmisere\/","title":{"rendered":"Porno, Kunst und die Geldmisere"},"content":{"rendered":"<div id=\"artikelheader\">\n<p>@<a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/kultur\/kunst\/542039\/Lokalaugenschein_Der-Swingerclub-in-der-Secession?_vl_backlink=\/home\/kultur\/kunst\/541898\/index.do&amp;direct=541898\">http:\/\/diepresse.com\/home\/kultur\/kunst\/542039\/Lokalaugenschein_Der-Swingerclub-in-der-Secession?_<\/a><\/p>\n<p>Der Kunst geht\u2019s nicht gut: privates Sponsoring ist begrenzt in \u00d6sterreich und auch die \u00f6ffentlichen Stellen neigen in Zeiten der Wirtschaftskrise vermehrt dazu zu knausern&#8230; \u00dcbrig bleiben die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die bereit sind unter Selbstausbeutung, im besseren Fall zum Gegenwert vom Material, im schlechteren nur f\u00fcr die Sache selbst zu arbeiten.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"dreispaltig\">\n<div id=\"normal\">\n<p><strong>Lust im halb\u00f6ffentlichen Kunstraum genossen als Geldbeschaffungs-Instrument.<\/strong><\/p>\n<p>Neubau hat einen Export zu berichten: Von hier stammt die Basis f\u00fcr die aktuelle Kunstaktion in der Secession: Element6 ist ein Club aus Neubau.<\/p>\n<p><strong>V\u00f6geln f\u00fcr die Kunst\u00a0 &#8211; eine neue Form der Charityparty ?<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; wenn gar nichts mehr geht, bleibt nur mehr der K\u00f6rper \u00fcbrig zum Verkauf. Als reines Anschauungsobjekt oder in der Steigerung f\u00fcr Sex: Geldbeschaffung durch vorgespiegelte oder echte Lust .<\/p>\n<p>Das passiert zur Zeit in der Secession: Quasi als mehrw\u00f6chige Charityparty \u00f6ffnet hier des n\u00e4chtens der Club Element6 seine Pforten. Lust im halb\u00f6ffentlichen Kunstraum genossen als Geldbeschaffungs-Instrument.<\/p>\n<p>Der Kunst geht\u2019s nicht gut: privates Sponsoring ist begrenzt in \u00d6sterreich und auch die \u00f6ffentlichen Stellen neigen in Zeiten der Wirtschaftskrise vermehrt dazu zu knausern&#8230; \u00dcbrig bleiben die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die bereit sind unter Selbstausbeutung, im besseren Fall zum Gegenwert vom Material, im schlechteren nur f\u00fcr die Sache selbst zu arbeiten.<\/p>\n<p>Sie leisten viel f\u00fcr uns alle: Sie kommentieren die Gesellschaft, die Politik, sie regen\u00a0 an nach zu denken, neue Wege zu gehen, sie provozieren Diskussion. Wenn\u00b4s weniger gut gelingt, bleibt\u00b4s stecken im reinen Am\u00fcsement.<\/p>\n<p>Wenn\u00b4s gut gelingt dann reden alle dr\u00fcber: die Zeitungen, die Politik und die Menschen in der Stra\u00dfenbahn. Wenn\u00b4s noch besser gelingt, schafft die \u00f6ffentliche Debatte Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Der Diskurs jedenfalls ist gelungen. Welche Ver\u00e4nderung wird sich noch zeigen.<br \/>\nViele erbosen sich \u00fcber das Oberfl\u00e4chliche. Kramen die doppelb\u00f6dige christliche Moral der 50er Jahre hervor: Sex hat privat zu erfolgen, m\u00f6glichst geheim und nur zur Fortpflanzung.<br \/>\nIn R\u00e4umlichkeiten, die schon vor 100 Jahren mit erotischen Bildern geschm\u00fcckt wurden (Gustav Klimt), wirkt das absurd. Kunst muss provozieren. Erotik ist ein fixer Bestandteil der Kunst, keine Frage.<\/p>\n<p>Wer sich in der Secession erotisierten l\u00e4sst, ist freiwillig da, \u00fcber 18 Jahre alt, und hat Eintritt bezahlt. Ein Eintritt, der nicht irgendwelchen dunklen Gestalten zu gute kommt, sondern den Nachfolgern von Gustav Klimt. K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern also und einem Haus, das Tradition hat darin, als K\u00fcnstlerInnen-Kollektiv selbstst\u00e4ndig zu entscheiden, was wann wie gezeigt wird.<\/p>\n<p>Diesmal zeigen sie deutlich und mit Biss wie weit K\u00fcnstlerInnen heute zu gehen bereit sein m\u00fcssen, in einer Gesellschaft, deren wichtigstes Interesse nur noch der eigene Lustfaktor ist. Ihre Performance ist kritisch. Sie ist au\u00dferdem interaktiv.<br \/>\nWer das genau bedenkt, und merkt welches Spiel er oder sie hier mitspielt, dem k\u00f6nnte die Lust fast vergehen&#8230;.<\/p>\n<p>Aber andererseits, man tut\u00b4s ja f\u00fcr die gute Sache. Und wem das ganz zu wieder l\u00e4uft, kann auch untertags kommen, zur Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>P.S.: Der n\u00e4chste Aufreger f\u00fcr Kunst im \u00d6ffentlichen Raum startet in Neubau \u00fcbrigens am Donnerstag den 4. M\u00e4rz im Museumsquartier:<br \/>\nBar Rectum\/ Bikini\/ Darwin<br \/>\nBegehbare Kunst in Form von \u00fcberdimensionalen K\u00f6rperteilen mitten im \u00f6ffentlichen Raum.<br \/>\nMehr Info <a href=\"www.kultur-online.net\/?q=node\/11261&amp;nlb=1\">www.kultur-online.net\/?q=node\/11261&amp;nlb=1<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>@http:\/\/diepresse.com\/home\/kultur\/kunst\/542039\/Lokalaugenschein_Der-Swingerclub-in-der-Secession?_ Der Kunst geht\u2019s nicht gut: privates Sponsoring ist begrenzt in \u00d6sterreich und auch die \u00f6ffentlichen Stellen neigen in Zeiten der Wirtschaftskrise vermehrt dazu zu knausern&#8230; \u00dcbrig bleiben die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, die bereit sind unter Selbstausbeutung, im besseren Fall zum Gegenwert vom Material, im schlechteren nur f\u00fcr die Sache selbst zu arbeiten. 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