{"id":1311,"date":"2022-02-26T10:16:58","date_gmt":"2022-02-26T09:16:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=1311"},"modified":"2022-03-16T10:42:48","modified_gmt":"2022-03-16T09:42:48","slug":"medea","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/medea\/","title":{"rendered":"&#8222;Medeas T\u00f6chter &#8211; No more niceness.&#8220; Ein St\u00fcck gelebte Diversit\u00e4t auf der B\u00fchne!"},"content":{"rendered":"<p>Wie schaffen wir Diversit\u00e4t auf Wiens B\u00fchnen? Mit Ihrer Produktion und Neuinterpretation von Medea gelingt es\u00a0 im <a href=\"https:\/\/www.dschungelwien.at\/\">Theater Dschungel<\/a> der Regisseurin Corinne Eckenstein und die f\u00fcnf Darstellerinnen Ivana Nikolic, In\u00e9s Mir\u00f3, Yarina Gurtner, Elif Bilici und Cecilia Kukua nicht nur den Stoff\u00a0 wirkm\u00e4chtig zu interpretieren, sondern auch gewohnte Sehmuster zu durchbrechen.\u00a0 Im M\u00e4rz lud ich gemeinsam mit der Gr\u00fcnen Bildungswerkstatt Wien zu einem Theaterabend mit Diskussion.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Medea \u2013 eine starke, selbstbestimmte Frau<\/h3>\n<p>Medea aus der griechischen Mythologie wurde f\u00fcr dieses von SHIFT finanzierte Projekt zum Ausgangspunkt f\u00fcr eine umfangreiche Auseinandersetzung mit Bildern \u00fcber und Zuschreibungen an Frauen. Die vielschichtige Figur der Medea steht dabei als Symbol f\u00fcr eine starke, eigenst\u00e4ndige Frau, die ihre \u201eHeimat\u201c verl\u00e4sst, und als \u201eFremde\u201c in einer patriarchalen, wei\u00dfen Welt ihren Platz sucht. Corinne Eckenstein vom Dschungel Wien, Asl\u0131 K\u0131\u015flal vom DiverCITYLAB sowie Magdalena Chowaniec konzipierten 2019 diese Community-Projekt in einer Art Work in Progress mit jungen Schauspieler*innen sowie Laiendarsteller*innen. Mit der Rapperin Esra \u00d6zmen und der Slam-Poetin Yasmo haben zeitweise bis zu 50 junge Frauen Texte \u00fcber jungen Frauen* geschrieben. Diese sollten schlie\u00dflich zu einer B\u00fchne-Performance verwoben werden. Dann kam die Pandemie mit all ihren Einschr\u00e4nkungen und so wurde das Projekt adaptiert und angepasst. Denn die T\u00f6chter Medeas\u2018 lassen sich nicht unterkriegen! Den Umst\u00e4nden entsprechend wurden Wohnung, virtuelle Zoom-R\u00e4umlichkeiten, das eigene Handy und der \u00f6ffentliche Raum zur B\u00fchne.<\/p>\n<p>Aus den vielen (zT. autobiographischen) Texten, eigenen Monologen und Originalzitaten aus dem Medeastoff erarbeiteten die f\u00fcnf Schauspieler*innen Ivana Nikolic, In\u00e9s Mir\u00f3, Yarina Gurtner, Elif Bilici und Cecilia Kukua schlie\u00dflich eine knapp einst\u00fcndige Performance mit pers\u00f6nlichen Nuancen ihrer eigenen Geschichte. Die Systemerhalter*innen der Pandemie kommen zu Wort: Supermarkt-Kassiererin, Krankenschwester, Friseurin, Schauspielerin sowie Reinigungskraft. Von Balkonen beklatscht und gefeiert, aber immer noch schlecht bezahlt und wenig anerkannt von der Mehrheitsgesellschaft.<\/p>\n<h4 class=\"western\" style=\"text-align: center;\">Was sagt uns die verweigerte \u201eNiceness\u201c Medeas \u00fcber die Darstellungen von Frauen auf der B\u00fchne heute?<\/h4>\n<p>Die Diskussion nach der Auff\u00fchrung mit den Darsteller*innen und der Dschungel-Leiterin wurde von Ursula Berner moderiert. Pers\u00f6nliche Geschichten der Darsteller*innen, ihre Interpretationen der Medea und ihr Blick auf die Gesellschaft und das Theater als noch immer wei\u00df und m\u00e4nnlich gepr\u00e4gte R\u00e4ume, erm\u00f6glichten dem Publikum einen Perspektivenwechsel. Damit konnten Reflexionsr\u00e4ume \u00fcber gew\u00fcnschte und tats\u00e4chliche Repr\u00e4sentation(en) im Publikum, auf der B\u00fchne und im dargestellten Stoff ge\u00f6ffnet werden: Denn, wer spielt auf den gro\u00dfen B\u00fchnen der Stadt die Medea? Wer darf auf den sogenannten Brettern, die die Welt bedeuten, darstellen?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><b>Wer wird nicht gesehen, oder \u00fcbersehen, in der <\/b><b>(Theater)<\/b><b>Rolle und als Mensch? Und \u00fcberhaupt, wessen Welt sehen wir <\/b><b>auf der B\u00fchne \u00fcberhaupt<\/b><b>?<\/b><\/h3>\n<p>Die Veranstaltung veranschaulichte implizit, durch die Darsteller*innen, ihre Geschichten und durch die Auswahl der Texte wie mehr Diversit\u00e4t auf unsere B\u00fchnen kommen kann. Damit zeigt sie modellhaft notwendige Entwicklungen f\u00fcr die Zukunft. Verschiedene Strategien wie die B\u00fchnen und die Stoffe der Zukunft sich der tats\u00e4chlichen Zusammensetzung der Gesellschaft ann\u00e4hern k\u00f6nnen, um dann reale und aktuell brennende gesellschaftliche Konflikte zu verhandeln, sind aus dem Projekt als einem best-practice-Beispiel ablesebar.<\/p>\n<p>\u201eDenn was keine*r mehr wissen will und wor\u00fcber keine*r spricht: Wer sind eigentlich die Nachfahren und vor allem die kulturellen Erben von Medea? Das sind wir! Wir, Medeas T\u00f6chter, brechen auch heute immer wieder auf zu neuen Ufern, geben uns mit der Stagnation und Regression an unserem Geburtsort nicht zufrieden, ziehen weiter, \u00fcberqueren und unterwandern Grenzen, schaffen neue Orte, ganze St\u00e4dte, teilen unser Wissen, bringen frischen Wind, neue Ideen, unbekannte Praktiken und Br\u00e4uche mit, machen das Leben lebendiger, diverser und schillernder, geben Ansto\u00df f\u00fcr Reibung, Hitze und erzeugen Energie, sind der Motor der Gesellschaft und der Funken der Wahrheit!\u201c<\/p>\n<p>Die Veranstaltung ist in Kooperation\u00a0 Gr\u00fcnen Bildungswerkstatt entstanden.<\/p>\n<p class=\"western\">MEHR DAZU:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/medeastoechter.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">medeastoechter.at<\/a>\u200b<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.divercitylab.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.divercitylab.at<\/a>\u200b<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dschungelwien.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.dschungelwien.at<\/a>\u200b<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gbw.at\/oesterreich\/home\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.gbw.at\/oesterreich\/home<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schaffen wir Diversit\u00e4t auf Wiens B\u00fchnen? 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