{"id":1307,"date":"2022-02-23T10:04:45","date_gmt":"2022-02-23T09:04:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/?p=1307"},"modified":"2022-03-16T10:16:55","modified_gmt":"2022-03-16T09:16:55","slug":"rede-zum-kolonialismus-in-wiener-strassennamen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ursulaberner.at\/webauftritt\/rede-zum-kolonialismus-in-wiener-strassennamen\/","title":{"rendered":"Rede zum Kolonialismus in Wiener Stra\u00dfennamen"},"content":{"rendered":"<p>Guten Abend, liebe Damen und Herren!<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, dass Sie noch da sind und zuh\u00f6ren (es ist schon 21 Uhr)<br \/>\nNat\u00fcrlich steht der Posten selbst nicht infrage! Denn es geht um die Interkulturalit\u00e4t und Stadtkultur, ein Posten, den wir nat\u00fcrlich unterst\u00fctzen, weil wir das f\u00fcr eine wichtige Arbeit halten. Mein Problem dabei ist aber\u2013 das haben wir in der Budgetdebatte schon besprochen\u2013, dass es eigentlich eine Reduktion im Budget gibt, n\u00e4mlich eine Reduktion um minus 10 Prozent insgesamt vom Gesamtkulturbudget. Das ist ein kleiner Betrag, die Interkulturalit\u00e4t hat nur 3,8 Prozent vom Gesamtbudget seit 2021, heuer wird es um 10 Prozent reduziert. Das finden wir nicht so gut. Es darf nicht ausgerechnet bei dem einzigen Posten gespart werden, der explizit ethnische Kulturproduktionen f\u00f6rdert und damit die Diversit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung in Wien ernst nimmt.<\/p>\n<p>Was wir uns in diesem Bereich zus\u00e4tzlich w\u00fcnschen, w\u00e4re mehr Transparenz bei der Bestellung der Jury, damit wir genauer wissen, wer die Leute sind, also wie es zustande kommt, welche Leute dann die Projekte f\u00fcr sich ausw\u00e4hlen.<br \/>\nZiel dieses ganzen Rahmenbetrages ist nat\u00fcrlich auch die Diversit\u00e4t in Wien sichtbarer zu machen und auch Projekte, die vielleicht in anderen Bereichen keine Chance haben, hier zu f\u00f6rdern; das ist gut und soll so bleiben \u2013 deshalb unterst\u00fctzen wir den Posten.<\/p>\n<p>Der eigentliche Grund, warum ich jetzt hier spreche, ist unser Antrag. Wir haben einen Antrag im Rahmen <strong>Black History Month<\/strong>. Das ist ein <strong>guter Anlass, um sich auch der eigenen kolonialen Geschichte zu widmen<\/strong>, um sich mit den eigenen Rassismen\u2013 vielleicht aus Unwissenheit oder weil man es \u00fcbersehen hat \u2013 auseinanderzusetzen und diese versch\u00fctteten imperialen, kolonialen Traditionen aufzudecken und abzu\u00e4ndern.<br \/>\nWo sind die in Wien verankert? In den Orts- und Stra\u00dfennamen. Dahin geht auch der Antrag.<\/p>\n<p>In Deutschland ist es durchaus \u00fcblich, sich damit mehr auseinanderzusetzen und \u00fcberhaupt die koloniale Geschichte aufzuarbeiten. In Wien sind wir noch ein bisschen hinten nach. <strong>Wir w\u00e4ren es aber den Wienern und Wienerinnen schuldig, die mit rassistischen Stra\u00dfennamen t\u00e4glich diffamiert und diskriminiert werden, denen etwas entgegenzusetzen<\/strong>, n\u00e4mlich den Stra\u00dfennamen, nicht den Wienern und Wienerinnen.<br \/>\nDaf\u00fcr brauchen wir eine Strategie, wie wir da Abhilfe schaffen k\u00f6nnen, sei es eine Kontextualisierung, sei es eine Umbenennung, es muss endlich gehandelt werden.<\/p>\n<p>Wir bringen deshalb einen Antrag ein: Laden Sie bitte eine ExpertInnenkommission aus HistorikerInnen, Kultur- und SozialanthropologInnen ein, die alle Wiener Stra\u00dfenamen auf ihren impliziten Diskriminierungsgehalt untersuchen und Strategien zu Ver\u00e4nderungen f\u00fcr eine bessere Entwicklung in dieser Stadt entwickeln. Danke f\u00fcr Ihre Zustimmung zu diesem Antrag. Ich ggehe davon aus, es ist im Sinne aller, dass wir eine gute gemeinsame Zukunft haben und auch das kollektive Ged\u00e4chtnis in dieser Stadt in der Zukunft diskriminierungsfrei sein kann.\u00a0 (Beifall)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Guten Abend, liebe Damen und Herren! Sch\u00f6n, dass Sie noch da sind und zuh\u00f6ren (es ist schon 21 Uhr) Nat\u00fcrlich steht der Posten selbst nicht infrage! Denn es geht um die Interkulturalit\u00e4t und Stadtkultur, ein Posten, den wir nat\u00fcrlich unterst\u00fctzen, weil wir das f\u00fcr eine wichtige Arbeit halten. 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