ursula berner

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Schlagwort: Grün

Gute Kulturpolitik macht Gesellschaft demokratisch – deshalb kandidiere ich für die Wiener Gemeinderatsliste

Es war George Taboris „Kreis“, in dem er Opfer und Täter des Nationalsozialismus ins Publikums setzte und inszeniert miteinander ins Gespräch brachte. Es war Thomas Bernhards „Heldenplatz“ – der die „G‘schnitzten“ so erzürnte, dass sie vom Rang herunter pfiffen und brüllten und schließlich einen stinkenden Misthaufen vor dem Burgtheater platzierten. Kunst und hier Theater ist für mich immer politisch – Ort und Möglichkeit für öffentliche Aushandlung von Konflikten – sublim oder konkret, jedenfalls hoch emotional. Meine Schule der Demokratie.

Eine urbane Gesellschaft braucht Kultur und eine Politik, die sich für sie stark macht. Sie ist grundlegender Bestandteil des „guten Leben für alle“ im Zentrum wie in den Stadterweiterungsgebieten. Kultur muss deshalb von Anfang an in der Planung mitgedacht werden.

Als Vorsitzende der Kulturkommission in Neubau kämpfe ich seit Jahren mit der angespannten finanziellen Situation für Kulturtreibende in Wien. Aber ich weiß auch, dass gezielte Förderpolitik wirkt: wir haben 70% der Anträge und Förderungen von und für Frauen, Kunst im öffentlichen Raum als niederschwelliges Angebot, interkulturelle Projekte, Atelierrundgänge und Frauennamen im öffentlichen Raum festgeschrieben.

Für Wien will ich leicht zugänglich Orte, die flexibel bespielt werden -Stichwort: Leerstand. Ich will eine nachhaltige, echte Reform der Förderstruktur: mehr zeitgenössische AutorInnen auf den großen Wiener Bühnen, mehr Transparenz und Vereinheitlichung bei Vergabekriterien auf Landes- und auf Bezirksebene, gerechte Förderungen für Neue Medien und Film! Ich will mehr Fördermöglichkeiten für Bildende Künstlerinnen. Ich will ein innovatives Kinder- und Jugendtheater, das Lust macht sich einzubringen. Faire, demokratische Kulturpolitik formt, lässt zu und inspiriert. Dafür setze ich mich ein.

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Zum Wiederlesen … Brief an den Standard vor der grünen Regierungsbeteiligung in Wien 2010

Leserbrief an den Standard

Liebe Frau Weißensteiner, Lieber Herr Völker,

Zu Ihrem Artikel „Die 7 Sünden der Grünen“ (Standard, 10.9.10): Die Grünen freuen sich nicht nur über eine Regierunsgsbeteiligung. Sie sind auch dazu in der Lage zu regieren, ohne dass Chaos ausbricht. Ganz im Gegenteil: statt Chaos haben 10 Jahre Grüne Bezirksvorstehung in Neubau – in dem sich der Spittelberg befindet – einfach nur mehr Lebensqualität in den Bezirk gebracht.

Während anderswo das Geschäftesterben beklagt wird, boomt hier der Markt. Ein eigenes Mode-Design Viertel ist entstanden. EPUs (EinzelunternehmerInnen) aus den Creative Industries eröffnen ein Büro nach dem anderen, die Straße hat zu leben begonnen.

Aus öden lauten Straßenkreuzungen wie am Augustin Platz, konnten gemeinsam mit AnwohnerInnen neue Treffpunkte gestaltet werden. Aus Parkplätzen, Pocket Parks, wie der Jenny Steiner Weg. Wir arbeiten hier seit langem und sehr erfolgreich daran gemeinsam politische Projekte umzusetzen, statt uns mit kleinlichen Streitereien zu lähmen. Das kann funktionieren, selbst wenn – wie in Neubau – 12 von 18 Bezirksräten weiblich sind. Die konstruktive Stimmung, die sachorientierte Arbeit der Grünen hat in Neubau eine sehr große Zahl an WählerInnen überzeugen können.

Wir sind stolz auf unsere Arbeit. Und wir würden sie auch gerne mit dem selben Verve in der öffentlichen Debatte sehen, wie die banale Berichterstattung über persönliche Konflikte.

Es gibt genug zu berichten: Es ist möglich Photovoltaik Anlagen auf amtliche Hausdächer zu montieren und damit Strom zu sparen. Es ist möglich durch sinnvolle Investitionen in außerschulische Jugendarbeit Konflikten vorzubeugen und Integration zu fördern. Es ist möglich durch nachhaltige Interventionen im öffentlichen Raum auch mitten in der Stadt urbane Erholungs- und Begegnungszonen zu schaffen.

Dennoch ist ein Bezirk auch immer ein Teil des großen Ganzen, also der ganzen Stadt. Neue Ideen, die von der Stadtpolitik abgelehnt werden, können deshalb nur selten gänzlich umgesetzt werden. Wenn Schicker nein sagt, wird nicht geplant. Allein deshalb wäre es interessant einmal zu erleben, welche unglaublichen Entwicklungspotentiale Wien noch hat – mit den Grünen in der Stadt Regierung.

Mit freundlichen Grüßen

Ursula Berner

Klubobfrau der Neubauer Grünen

bezieht sich auf den Wochenendstandard vom 10.9.2010, der sich in besonderer Weise den Grünen widmete

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